Am 23. August 2017 löste sich aus der Nordostflanke des Pizzo Cengalo ein Bergsturz mit einer Kubatur von rund 3 Millionen m3 . Beim Aufprall des Bergsturzmaterials auf den Gletscher Vadrec dal Cengal Ost wurde rund 0.6 Millionen m3 Eis abgetragen. Die Ablagerungsfront der Sturzmasse kam auf einer Höhe von ca. 1’350 m ü. M. bei Laret zum Stillstand.
Unmittelbar nach dem Bergsturz löste sich aus den Ablagerungen im Val Bondasca ein Schuttstrom, ein zähflüssiger Murgang. der Aufprall der Bergsturzmassen löste die Verflüssigung der Lockergesteine aus. Dieser Schuttstrom verlagerte mit rund einer halben Million m3 Material eine extrem grosse Kubatur bis in den vorderen Teil der Val Bondasca. Rund 30‘000 m3 gelangten bis nach Bondo.
Von 10:49 bis 18:56 Uhr stiessen zwischen 10 und 12 Murgänge bis nach Bondo vor. Sie lagerten 220’000 bis 230’000 m3 Schutt im Auffangbecken ab und überführten dieses sogar. Das auf 50’000 m3 dimensionierte Auffangbecken konnte dank einkalkuliertem Freibord und Überlastfall etwa 200’000 m3 Material aufnehmen; erst dann wurden erste Häuser und die Kantonsstrasse übermurt. Am 25. August 2017 traten zwei weitere Murgänge auf. Einer davon verfrachtete um 16:20 Uhr rund 50’000 bis 60’000 m3 bis nach Bondo.
Schliesslich führte am 31. August 2017 um 21:23 Uhr ein weiterer, sehr grosser Murgang – ausgelöst durch Starkniederschläge – nochmals rund 220’000 bis 230’000 m3 Material über das bereits überfüllte Auffangbecken hinweg. In Bondo, Sottoponte und Spino kam es zu weiteren Gebäude- und Infrastrukturschäden.
Insgesamt wurden damit rund 500’000 m3 Schutt bis Bondo verlagert.
Pizzo Cengalo: 2017 la frana
Aufzeichnung der Überwachungskameras der Schreinerei in Bondo
Quelle: Bruno Clalüna Schreinerei AG
Bondo: Geopraevent Natural Hazards Monitoring
Monitoring des Pizzo Cengalo und automatische Murgang-Erfassung im Val Bondasca.
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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann