Naturereignisse in der Vergangenheit

Diese Karte zeigt in einer Übersicht die Naturereignisse, welche in SardoNat präsentiert werden. Du kannst diese über einen Klick auf das Symbol in der Karte – oder über die Navigation – auswählen. Bezüglich Unwettern sind nur jene eingetragen, welche lokal oder regional zu Auswirkungen führten.

Auf dieser Seite

Auswirkungen von Naturereignissen in der Vergangenheit

  • In den letzten rund hundert Millionen Jahren führten unermesslich viele Naturereignisse (Steinschlag, Felsstürze, Bergstürze, Rutschungen, Murgänge, Hochwasser und Überschwemmungen) zum Abtrag der Alpen.
  • Zwischen 1972 und 2023 verursachten Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse in der Schweiz durchschnittliche Schäden von rund 306 Mio. Franken pro Jahr.
  • Über 90% der Schäden sind auf Hochwasser und Murgänge zurückzuführen.

> Sachschäden

Abbildung zu «Naturereignisse in der Vergangenheit»

Durchschnittlicher Anteil der einzelnen Naturgefahren an den Gebäudeschäden (Schadensatz) der Kantonalen Gebäudeversicherungen in den Jahren 1995–2014. Rund 95 % der Schäden sind auf Hochwasser, Hagel und Sturm zurückzuführen. Der Anteil direkter Schäden aus den Prozessen Schnee, Rutschung, Sturz und Lawine ist mit gut 5 % relativ gering.

Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse verursachen in der Schweiz im Durchschnitt jährliche Schäden in der Höhe von rund CHF 310 Mio. Die Durchschnittswerte werden dabei in erster Linie von wenigen Grossereignissen geprägt.

Seit 1972 verursachten Hochwasser und Murgänge Schäden von insgesamt 12.7 Milliarden Franken.

Seit 2002 verursachten Rutschungen und Sturzprozesse Schäden von insgesamt 0.9 Milliarden Franken.

> Todesopfer

  • Zwischen 1972 und 2015 forderten Hochwasser insgesamt 52 Todesopfer.
  • Zwischen 1972 und 2015 forderten Murgänge 21 Todesopfer.
  • Zwischen 1972 und 2015 forderten Rutschungen 40 Todesopfer.
  • Seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 2002 forderten Sturzprozesse insgesamt 16 Tote.
  • Lawinen forderten in gesicherten Räumen (wie beispielsweise in Siedlungsgebieten oder auf Verkehrswegen) zwischen 1936 und 2014 durchschnittlich 7.5 Todesopfer pro Jahr.

Werden auch Unfälle abseits gesicherter Räume berücksichtigt, erhöhen sich die Opferzahlen:

  • Lawinen: durchschnittlich 17.5 Tote pro Jahr abseits gesicherter Pisten sowie auf Skitouren
  • Sturzprozesse: mindestens 28 Tote im Zeitraum 2005 bis 2014 (vgl. z. B. Bergnotfallstatistik SAC)

Die verlustreichsten Naturkatastrophen in der Schweiz von 1800 bis 2007

Abbildung zu «Naturereignisse in der Vergangenheit»

Diese Grafik zeigt die verlustreichsten Naturkatastrophen in der Schweiz von 1800 bis 2007. Berücksichtigt sind Ereignisse mit mindestens 50 Opfern und/oder mit einer Schadenhöhe von über 300 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet auf das Kostenniveau im Jahr 2000). Die Daten für das 19. Jahrhundert sind als minimale Näherungswerte zu betrachten. Quelle: Christian Pfister: Die „Katastrophenlücke“ des 20. Jahrhunderts und der Verlust traditionalen Risikobewusstseins. download

„Von 1882 bis 1976 blieb die Schweiz von Naturkatastrophen weitgehend verschont. Diese „Katastrophenlücke“ trug dazu bei, dass Naturrisiken unterschätzt wurden. Nach der jüngsten Häufung von Naturkatastrophen ist eine neue, professionelle Risikokultur entstanden, die auch auf Wissen früherer Generationen zurückgreift.“ Christian Pfister

> 1806 bis 1881

  • In diesen 76 Jahren fielen in der Schweiz mehr als 650 Menschen schweren Naturkatastrophen zum Opfer.
  • Dafür waren vorwiegend Massenbewegungen verantwortlich (Bergstürze von Goldau und Elm).
  • Die kumulierte Schadensumme erreichte – weitgehend als Folge schwerer Überschwemmungen – 3,2 Milliarden Franken (umgerechnet auf das Kostenniveau von 2000). Dies sind durchschnittlich 42 Millionen Franken pro Jahr.
  • Zwischen 1852 und 1876 ereigneten sich Katastrophen in kurzen Abständen.

> 1882 bis 1976

  • In diesen 95 Jahren fielen schweren Naturkatastrophen 213 Menschen zum Opfer.
  • Dafür waren wiederum vorwiegend Massenbewegungen verantwortlich (Lawinenwinter 1951, Gletscherabbruch von Mattmark 1965).
  • Die kumulierte Schadensumme betrug nur 1,2 Milliarden Franken (durchschnittlich zehn Millionen pro Jahr).
  • Diese fast hundertjährige „Katastrophenlücke“ zwischen 1882 und 1976 ist ein wesentlicher Grund dafür, dass das Katastrophenrisiko in der Schweiz während dem 20. Jahrhundert fast völlig aus dem Bewusstsein verschwand. Weitere Gründe:
  • ökonomische Krisen
  • militärische Bedrohungen durch die Weltkriege und den Kalten Krieg.

> 1977 bis 2007

  • In diesen 31 Jahren ging die Zahl der Opfer auf insgesamt 40 zurück.
  • Die kumulierte Schadensumme stieg jedoch auf 10,6 Milliarden Franken an (343 Millionen Franken pro Jahr). Diese Tendenz erklärt sich anhand dreier Faktoren:
  • dreimal höhere Ereignishäufigkeit
  • Expansion des Siedlungsraums in der Schweiz
  • höhere Wertedichte (grössere Ansammlung von Werten in der Schweiz)

Umgang mit Naturgefahren in der Vergangenheit

> Überschwemmungskultur

In der Vergangenheit gehörten Naturgefahren zum Alltag der Menschen. Vor allem in Städten, Dörfern und an Flussläufen waren Überschwemmungen ein Teil ihrer Lebenswelt. Zu dieser Überschwemmungskultur gehörten

  • bauliche Schutzmassnahmen
  • die präventive Verlegung von Mobiliar und Wertgegenständen
  • der Abbau von Brücken
  • das Einrichten von Warnsystemen.

Im Ostalpenraum wurde regelmässig Bauholz für die Reparatur von Brücken und Wasserschutzbauten angekauft.

> Erinnerung an Ereignisse

Erinnerungen an Naturereignisse können sein:

  • Opfergedenktafeln
  • Inschriften
  • Hochwassermarken an Gebäuden und Brücken
  • die Begehung von Jahrestagen
  • soziale Praktiken.

Quellen

  • Rohr, Christian: Umweltgeschichtsforschung in der Schweiz und ihr Beitrag zur Kulturgeschichte. Zeitschrift: Traverse : Zeitschrift für Geschichte. Band (Jahr): 19 (2012), Heft 1. download
  • Christian Pfister: Die „Katastrophenlücke“ des 20. Jahrhunderts und der Verlust traditionalen Risikobewusstseins. GAIA 18/3 (2009): 239 – 246. download
  • Naturgefahrenkommission des Kantons St.Gallen: Gravitative Naturgefahren im Kanton St. Gallen. Leitfaden für Vorsorge und Schutz · September 2019. download
  • Der Bundesrat: Umgang mit Naturgefahren in der Schweiz.Bericht des Bundesrats in Erfüllung des Postulats 12.4271 Darbellay vom 14.12.2012. download
  • Nationale Plattform Naturgefahren PLANAT: Fachbegriffe im Naturgefahrenbereich. 2012. download
  • Risikoausbildung BABS: Glossar der Risikobegriffe. Stand: 29.4.2013. download
  • Roberto Loat: Wörterbuch Hochwasserschutz. Haupt Verlag, 2003
  • Hans Rudolf Keusen et al.: Massenbewegungen und ihre geologische Beurteilung. Bull, angew. Geol. Vol.3 Nr. 1 11-28 Juli 1998 download
  • BUWAL: Berücksichtigung der Massenbewegungsgefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten. Empfehlungen 1997. Bern, 1997

BAFU: Naturgefahren: Das Wichtigste in Kürze

Naturereignisse in der Vergangenheit des Kantons Glarus

  • Lanz-Stauffer, H.; Rommel, C.: Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten

zur Förderung der Elementarschadenversicherung. Band II. Achtes Kapitel: Kanton Glarus. Bern, 1936.

  • Naturforschende Gesellschaft des Kantons Glarus: Naturchronik der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Glarus. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Glarus. Band: 10, 1958. download
  • F. Zwicky: Naturchronik für die Jahre 1939 und 1940. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Glarus. Band (Jahr): 7 (1945). download
  • Departement Bildung und Kultur des Kantons Glarus: Glarner Heimatbuch. 2008. download
  • Trümpy, Christoph: Neuere Glarner-Chronick : begreift in sich: I. Genaue Beschreibung des Stands und Lands Glarus, mit einer Landcharte, II. Kurzer Abriss der älteren Geschichten des Stands und Lands […]. In Winterthur : in Verlag Heinrich Steiners und Comp. und der Herren Buchbinder in Glarus, 1774. Zentralbibliothek Zürich, Ri 96. Public Domain Mark Quelle

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Recherche

Landesarchiv St. Gallen

Bildarchiv Kanton St. Gallen Die kulturhistorisch für den Kanton St.Gallen bedeutende Bildersammlung besteht hauptsächlich aus topographischen Ansichten und Porträtbildern.

Spezialbibliotheken des Kantons St. Gallen

Naturereignisse in der Vergangenheit des Kantons St. Gallen

Chroniken

Lanz-Stauffer, H.; Rommel, C.: Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten

zur Förderung der Elementarschadenversicherung. Band II. Siebzehntes Kapitel: Kanton St. Gallen. Bern, 1936.

Karten

  • Eschmann, Johannes: Topographische Karte des Cantons St. Gallen mit Einschluss des Cantons Appenzell, Winterthur, 1851-1856. ETH-Bibliothek Zürich. download
  • Geologische Kartenskizzen des südlichen Teils des Kantons St. Gallen. Sargans, ca. 1890. ETH-Bibliothek Zürich. download

Recherche

Online Archivkatalog des Stiftsarchivs St.Gallen

Digitaler Lesesaal des Staatsarchivs St.Gallen

Staatsarchiv St. Gallen

Kantonsbibliothek Vadiana

Historischer Verein des Kantons St. Gallen Neujahrsblatt

Naturereignisse in der Vergangenheit des Kantons Graubünden

Literatur

  • Braschler, Hans: Katastrophen in Graubünden. Bündner Jahrbuch, Band 25 (1983). download
  • Gillardon, F., 1938: Chronologisches Verzeichnis derjenigen Gemeinden und Partikularen, die im 18. Jahrhundert durch Feuersbrünste, Wasserschaden und sonstwie heimgesucht wurden und vom Bundestag Jahrgelder angewiesen erhielten. Separatdruck aus dem Bündner Monatsblatt, 1938. Kantonsbibliothek Chur. (nur auszugsweise kopiert). download
  • J.U. Meng: Rüfen und Rhein im Leben unserer Vorfahren. Bündner Kalender, 1957. download
  • Lanz-Stauffer, H.; Rommel, C.: Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten

zur Förderung der Elementarschadenversicherung. Band II. Achtzehntes Kapitel: Kanton Graubünden. Im Selbstverlag des Rückversicherungsverbandes, Bundesgasse 20, Bern, 1936.

  • Peter Zwahlen: Klimageschichte der späten Würm-Eiszeit im hinteren Prättigau – Funde von fossilen Hölzern aus den Baugruben der A28a Prättigauerstrasse zwischen Küblis und Serneus 1980 bis 2009, 14C-Datierungen und Holzartbestimmungen. Swiss Bull, angew. Geol. Vol. 23/2, 2018. download

Chroniken

  • C.G. Brügger: Beiträge zur Naturchronik der Schweiz, insbesondere der Rhätischen Alpen. Beilage zum Programm der Bündner Kantonsschule. Chur, 1876-1888. download
  • Ragaz, C.: Lawinen- und Unwetterschäden im Kt. Graubünden. Schweiz. Zeitschrift für Forstwesen, 128. Jg. Nr 12. Dezember 1977. download
  • C.A. Burga: Paläoklimatische Auswertung von Bündner Naturchroniken. Geographica Helvetica 1985 – Nr. 4. download
  • Caduff, C.: Heimsuchung durch Hochwasser. Terra Grischuna 5/82. download

Chroniken im Bündnerischen Monatsblatt

Coaz, C.: Chronik für den Monat November 1914. 1914, Heft 12 download

Coaz, C.: Naturchronik für den Monat Januar 1916. 1916, Heft 2 download

Coaz, C.: Naturchronik für den Monat Februar 1916. 1916, Heft 3 download

Coaz, C.: Naturchronik für den Monat April 1916. 1916, Heft 5 download

Coaz, C.: Naturchronik für den Monat Mai 1916. 1916, Heft 6 download

Coaz, C.: Naturchronik für den Monat Februar 1917. 1917, Heft 3 download

Chronik für den Monat Oktober 1926. Bündnerisches Monatsblatt, 1926, Heft 12 download

Chronik für den Monat Oktober 1926 [Fortsetzung und Schluss]. 1926, Heft 12 download

Chronik für den Monat September 1930. 1930, Heft 10 download

Chronik für den Monat Juli. 1936, Heft 8 download

Chronik für den Monat Februar. 1950, Heft 3 download

Hunger, A.: Chronik für den Monat August 1957. 1958, Heft 6-7 download

Chronik. Bündner Monatsblatt, 1977. 1977, Heft 11-12 download

Chronik. Bündner Monatsblatt, 1982. 1982, Heft 1-2 download

Chronik. Bündner Monatsblatt, 1984, 1984, Heft 3-4 download

Chronik. Bündner Monatsblatt, 1991. 1991, Heft 5 download

Chronik. Bündner Monatsblatt, 1999. 1999. Heft 6 download

Hans Ardüser’s Selbstbiographie und Chronik (1572-1614). Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden

Band 15, 1869-1870. download

Band 16, 1870 – 1871. download

Band 19, 1874-1875. Commentar zu Hans Ardüsers Chronik. Fortsetzung. download

Band 20, 1875-1876. Commentar zu Hans Ardüsers Chronik. Fortsetzung. download

Rüttimann, P.: Valser Unglückschronik. Bündnerisches Monatsblatt

1917, Heft 6: 1. Der Einfall der Franzosen. download

1917, Heft 8: 2. Lawinen download

1918, Heft 3: 3. Wasserschaden. download

1918, Heft 4 download

Flugi, Alphons v.: Beiträge zur Naturchronik und Klimatologie des Ober-Engadins 1850-1900. Bündnerisches Monatsblatt. I. Teil: Chronologische Übersicht.

1919, Heft 7: 1850 – 1854 download

1919, Heft 8: 1855 – 1861 download

1919, Heft 9: 1862 – 1871 download

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Gebäudeversicherung Graubünden

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Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

Tiefbauamt Graubünden, Abteilung Wasserbau

Kulturarchiv Oberengadin

Staatsarchiv Graubünden

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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

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