Auf dieser Seite
- Wo löste sich der Bergsturz?
- Wie verlief der Bergsturz?
- Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
- Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken seine Ablagerungen?
- Welche Auswirkungen hatte der Bergsturz?
- Was ist von diesem gewaltigen Bergsturz heute noch vorhanden?
- Wann ereignete sich der Bergsturz?
Wo löste sich der Bergsturz?
Am Glärnisch, zwischen Guppen, Vrenelisgärtli und Vorder Glärnisch.
Wie verlief der Bergsturz?
Der Glärnisch-Guppen-Bergsturz erfolgte in drei Phasen.
| Phase 1 | Erster Abbruch im Hangfussbereich |
| Phase 2 | Hauptsturz |
| Phase 3 | Nachstürze |

Orange: Ausbruchsnische. Gelbe Pfeile: Ausbreitung des Bergsturzes. Rot: Ausdehnung der Bergsturzablagerungen. Blau: der Linthtalsee. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo digitales Höhenmodell swissALTI3D. Zur interaktiven Version dieser Karte
Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
Der Hauptsturz teilte sich in zwei Arme auf. Der eine stiess Richtung Sool vor, der andere Richtung Ennenda.
Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken seine Ablagerungen?
Der Glärnisch-Guppen-Bergsturz ist einer der grössten Bergstürze in der Schweiz.
Der erste Abbruch hat ein Volumen von 150 bis 250 Millionen m3. Der Hauptsturz hat ein Volumen von 550 bis 650 Millionen m3. Insgesamt gingen im Gebiet Schwanden – Ennenda also mehr als 700 Millionen m3 (0.7 km3 ) Fels nieder.
Zum Vergleich: Beim Bergsturz am Pizzo Cengalo (Bergell) lösten sich im Jahr 2017 rund 3 Millionen m3 Fels; beim Bergsturz von Elm stürzten am 11. September 1881 rund zehn Millionen m3 Gestein ins Tal.
Welche Auswirkungen hatte der Bergsturz?
Die Bergsturz-Ablagerungen bildeten nördlich von Schwanden einen steilen, quer zum Tal verlaufenden Riegel. Dadurch wurden Sernft und Linth aufgestaut. Es entstand der Linthtalsee. Man nimmt an, dass er mehrere Kilometer weit ins Linthtal hinein reichte und etwa so gross war wie der Klöntalersee.
Als der Seespiegel eine Höhe von 580 m.ü.M. erreichte, überlief der See. Die Linth tiefte sich allmählich in die Bergsturzablagerungen ein und schuf mit viel Geduld eine neue Flussrinne. Gleichzeitig entleerte sich der See.
Was ist von diesem gewaltigen Bergsturz heute noch vorhanden?
Zwischen Schwanden und Ennenda findet man noch heute mächtige Relikte der Bergsturz-Ablagerungen. So steht beispielsweise Sool auf solchen Ablagerungen. In und um Schwanden findet man imposante Felsblöcke, die beim Ereignis niedergingen.
Im Untergrund des nördlichen Linthtals gibt es verschiedenorts Seebodenlehm, welcher am Grund des einstigen Linthtalsees entstand.
Wann ereignete sich der Bergsturz?
Bezüglich dem Alter sind zwei Tatsachen von Bedeutung:
1. Die Oberfläche der Bergsturz-Ablagerungen ist nicht so blockig wie die der jüngeren benachbarten Bergstürze. Auf der Oberfläche gibt es rundliche, etwa 100 Meter grosse Hügel. Diese Oberflächenmerkmale deuten darauf hin, dass die Ablagerungen von Gletschern überprägt wurden.
2. An gewissen Lokalitäten findet man auf den Bergsturzablagerungen Moränen des Linthgletschers.
Beide Tatsachen belegen, dass sich während der letzten Eiszeit Gletscher über die Bergsturzablagerungen schoben. Der Glärnisch-Guppen-Bergsturz ereignete sich also während der letzten Eiszeit und ist somit mindestens 9’000 Jahre alt.
Quellen
- J. Oberholzer: Monographie einiger prähistorischer Bergstürze in den Glarneralpen. Bern, 1900. download
- J. Oberholzer: Geologie der Glarneralpen. 1. Textband. September 1933. download
- J. Oberholzer: Geologie der Glarneralpen. 2. Atlas. September 1933. download
- Conrad Max Schindler: Zur Geologie des Glärnisch. Bern, 1959. download
Literatur
- Albert Heim: Der diluviale Bergsturz von Glärnisch-Guppen. Geologische Nachlese. Nr. 4. download
Albert Heim: Kartenskizze des diluvialen Bergsturzes vom Glärnisch-Guppen. Winterthur, ETH-Bibliothek Zürich, 1895. download
- Geo-life: der Bergsturz von Guppen. download
- Wildi, W. & Pfiffner, O.A., 2025, Auf den Spuren folgenschwerer Naturereignisse in der Schweiz – Mit 25 geologischen Exkursionen. Haupt Verlag, Bern.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann


