Brücken spielen bei Hochwasser grundsätzlich verschiedene Rollen:
- Sind sie genügend hoch, fliesst das Hochwasser fliesst unter ihnen durch.
- Sind sie ungenügend hoch, werden sie von den Wassermassen mitgerissen.
- Sind sie zwar ungenügend hoch, jedoch genügend solide gebaut, um den Wassermassen zu widerstehen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Wassermassen oberhalb der Brücke aus dem Flussbett ausbrechen und sich im Umfeld der Brücke ausbreiten.
Hochwasser, Schwemmholz und Zerstörung einer Brücke
Ein hochwasserführender Fluss, der Schwemmholz mit sich führt, ist um ein Vielfaches zerstörerischer als ein Fluss ohne Schwemmholz. Vermag eine Brücke dem Druck des Schwemmholzes zu widerstehen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Fluss nach links und rechts ausbricht – was wiederum verheerende Folgen haben kann.
Hochwasser in Beauceville, Kanada, April 1991
Ein Gebäude wird vom hochwasserführenden Fluss mitgerissen, ohne dabei grössere Schäden zu erleiden. Doch in dem Moment, in dem der Fluss unter einer Brücke durchfliesst, macht er aus dem Gebäude Kleinholz.
Hochwasser in Manitou Springs, Colorado, 2013
Dieses Video zeigt lehrbuchmässig, was passiert, wenn eine Brücke den Wassermassen zu widerstehen vermag: Das Hochwasser bricht vor der Brücke seitlich aus und verheert dadurch Gebiete im Umfeld der Brücke.
Als es früher noch Holzbrücken gab, zerstörte man diese oftmals dort, wo ein seitliches Ausbrechen zu Schäden in einer Siedlung hätte führen können. Lieber eine Holzbrücke weniger als das Hochwasser in der Siedlung.