Am 14. Februar 1990 führten heftige Regenschauer und schmelzender Schnee im Raum Wattwil zu Hochwasser. Im Gemeindegebiet traten verschiedene Bäche über die Ufer.
Überschwemmungen und Übersarungen
- Im «Birkendörflein», im Bleikenquartier und in der Grüenau/Schomatten bildeten sich grossflächige Überschwemmungen. Sie verwüsteten Gärten und überschwemmten Keller. Schlipfe lösten sich und verursachten Schäden in unberechenbarer Höhe.
- Die Thur trat vor allem im Bunt über die Ufer. In der folge wurden dort der «Tschuttplatz», die Wäspiwiese und das Areal der Firma Schönenberger gänzlich überschwemmt.
- Im Grüenauquartier war kein Keller mehr trocken.
- Der gesamte Fussballplatz in den Schomatten stand unter Wasser.
- Der Kindergarten in der Wis wurde arg in Mitleidenschaft gezogen; der Spielplatz wuchs zu einem See heran.
- Im Ulisbach trat der Oelensbach über die Ufer.
- Zwischen Ulisbach und der Heberlein-Kreuzung übersarte ein Bach die Kantonsstrasse mit Geröll, Baumstämmen und Schlamm.
Rutschungen
Am Hang zwischen der Hemberger- und Sonnenrainstrasse lösten sich einige tausend Kubikmeter Erdreich. Die Bewohner dreier Häuser mussten vorsorglich evakuiert werden. Am Abend mussten im Bergli aus zwei Häusern die Bewohner evakuiert werden, weil sie von Rutschungen bedroht waren.
Massnahmen
Am frühen Mittwochmorgen häuften sich in Wattwil die Meldungen von überschwemmten Kellern. Die Feuerwehrmänner waren pausenlos damit beschäftigt, Wasser aus Kellerräumen abzusaugen, verstopfte Schächte zu öffnen, Bäche unter Kontrolle zu bringen und Strassenabschnitte von Geröll und Schutt zu befreien. In den frühen Morgenstunden kämpften anfänglich ein Dutzend, schlussendlich bis zu 80 Mann der Orts- und der Betriebsfeuerwehr Heberlein an mehreren Orten gegen die heftigen Wassermassen an. Mitarbeiter des Bauamtes Wattwil und der örtlichen Bauunternehmungen führten die dringendsten Arbeiten aus, um grössere Schadenereignisse zu verhindern und einen reduzierten Durchgangsverkehr aufrecht zu erhalten.
In der Nacht zum Donnerstag wurden Strassen und kritische Stellen kontrolliert, die abzurutschen drohten. Dies hätte das Aufstauen von Bächen und neue Überschwemmungen zur Folge gehabt. Mit einem Grosseinsatz der Feuerwehr und des Baugewerbes konnte die Situation im Verlaufe des Tages etwas entschärft werden. Der Dammbruch wurde provisorisch behoben. Die Strassen waren zumindest einspurig auch in den Aussenquartieren wieder befahrbar.
Am Freitag/Samstag konnte mit den eigentlichen Aufräum- und Säuberungsarbeiten begonnen werden; dabei kamen gegen 80 Angehörige des Pionier- und Brandschutzdienstes des örtlichen Zivilschutzes zum Einsatz.
Schäden
Das Unwetter verursachte auf privater Seite und seitens der öffentlichen Hand Schäden in der Höhe von weit über einer Million Franken.
Quelle
Handschin, Christian: Wattwil „unter Wasser“: Erinnerungen an den 14. Februar 1990. Toggenburger Annalen: kulturelles Jahrbuch für das Toggenburg, Band 18, 1991. download
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

