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- Grundsätzliches
- Was versteht man unter der Erdbebengefährdung?
- Wie häufig treten in der Schweiz Erdbeben auf?
- Ist es möglich, dass es mittelfristig mehr – oder weniger – Beben pro Jahr gibt als heute?
- Wo werden Erdbeben in der Schweiz zukünftig auftreten?
Grundsätzliches
Aufgrund weltweiter Beobachtungen weiss man:
- Wo sich in der Vergangenheit schon einmal Erdbeben ereigneten, werden sie sich auch in Zukunft wieder ereignen. Dies gilt auch für schwere Beben.
- Dort, wo schwache Beben auftreten, wird sich früher oder später auch ein stärkeres Erdbeben ereignen.
- Ein hundertjähriges Erdbeben kann sich jederzeit ereignen. Heute, in einem Monat oder in 50 Jahren. Genauso so wie das tausendjährige Erdbeben.
Was versteht man unter der Erdbebengefährdung?
Die Erdbebengefährdung gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Erdbeben einer gewissen Stärke in einem gewissen Gebiet innerhalb eines bestimmten Zeitraums auftritt. Beispiele:
| In diesem Gebiet … | … muss man im Zeitraum von … | … mit einem Erdbeben dieser Stärke rechnen. |
| gesamter Kanton Glarus | 500 Jahren | Erdbeben, das im Epizentralgebiet zu Auswirkungen der Intensität VII führt. |
| Buchs SG | 500 Jahren | Erdbeben, das Im Raum Buchs zu Auswirkungen der Intensität VII führt. |
| Disentis GR | 500 Jahren | Erdbeben, das Im Raum Disentis zu Auswirkungen der Intensität VI führt. |
> Intensität VII bedeutet: mittelschwere Gebäudeschäden. An solide gebauten Häusern treten häufig mässige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Schäden am Verputz, Herabfallen von Ziegeln). Vor allem Gebäude in schlechterem Zustand erleiden grössere Mauerrisse und Zwischenwände stürzen ein.
> Intensität VI bedeutet: leichte Gebäudeschäden. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Risse im Mauerwerk oder Verputz.
- Die Erdbebengefährdung gibt nicht an, wann genau ein Erdbeben eintritt. Sie ist keine Erdbeben-Vorhersage.
- Wenn man weiss, wie stark ein Erdbeben ist, das in einem gewissen Zeitraum auftritt, kann man angemessene Massnahmen treffen, um Schäden zu begrenzen.

Die Erdbebengefährdungskarte Europas. Die Karte zeigt, dass vor allem die südlichen Länder Europas – Italien, Griechenland, Türkei – stark erdbebengefährdet sind. download / interaktive Karte

Die Erdbebenrisikokarte Europas. Das Erdbebenrisiko ist dort besonders hoch, wo mit grosser Wahrscheinlichkeit starke Erdbeben auftreten und wo viele Menschen und Sachwerte von diesen Erdbeben betroffen werden (dicht besiedelte Gebiete wie beispielsweise die Grossstadt Istanbul). Diese Risikokarte basiert auf 30’377 Erdbeben mit Magnituden 3.5 und höher, welche sich zwischen 1000 und 2014 ereigneten. Mehr Infos / Interaktive Karte
Wie häufig treten in der Schweiz Erdbeben auf?
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) registriert in der Schweiz und im nahen benachbarten Ausland durchschnittlich drei bis vier Erdbeben pro Tag beziehungsweise 1’000 bis 1’500 Erdbeben pro Jahr.
- Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich.
- Etwa alle 10 bis 20 Jahre kommt es zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von mindestens 5.
- Grössere Erdbeben mit einer Magnitude von 6 oder mehr treten nur alle 50 bis 150 Jahre auf.
Ist es möglich, dass es mittelfristig mehr – oder weniger – Beben pro Jahr gibt als heute?
Ja, das ist möglich. Die Anzahl Erdbeben pro Jahr schwankt im langjährigen Mittel. Dies ist normal. Man kann aus dem Verlauf dieser Schwankungen keine Aussagen über die zukünftige Erdbebenaktivität in der Schweiz machen.

Wo werden Erdbeben in der Schweiz zukünftig auftreten?
Die regionale Verteilung der Erdbebengefährdung in der Schweiz hat sich in den letzten zehn Jahren nicht massgeblich verändert. Das Wallis wird auch in Zukunft die Region mit der höchsten Gefährdung sein, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz.
Detailierte Informationen des Schweizerischen Erdbebendienstes
- Die zehn stärksten Erdbeben in der Schweiz
- Erdbebenrisiko-Tool. Ermittle mit dem interaktiven Tool des SED dein ungefähres persönliches Erdbebenrisiko
- Karten.des Erdbebenrisikos, der Erdbebengefährdung, Amplifikationsfaktoren und weitere Karten
- Szenarien. Insgesamt 59 Szenarien illustrieren die möglichen Auswirkungen von Erdbeben in der Schweiz.
Literatur zum Thema Erdbebengefährdung
- Schweizerischer Erdbebendienst (SED): Erdbebengefährdung in der Schweiz. 2006. download
- D. Giardini, J. Woessner, and L. Danciu: European Seismic Hazard Map. 2013. download
- D. GIARDINI, J. WÖSSNER, AND L. DANCIU: Mapping Europe’s Seismic Hazard. EOS, VOLUME 95, NUMBER 29, 22 July 2014. download
- Stefan Wiemer et al.: Seismic Hazard Model 2015 for Switzerland (SUIhaz2015), 19.07.2016. download
- Was wäre, wenn? Erdbebenbewältigung in der Schweiz. Zeitschrift Bevölkerungsschutz. 4 / Juni 2009. download
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Letzte Bearbeitung: 31.3.2026, markus weidmann