Bergsturz in Disentis, 1683
Wann: Am 29. Juni 1683
Wo: im Raum Disentis
Wie verlief der Bergsturz? Welchen Weg nahm der Trümmerstrom? Wie weit bewegte er sich?
Welches Volumen hatte der Bergsturz?
Welche Folgen hatte der Bergsturz?
Welche Folgen hatte der Bergsturz auf den Vorderrhein?
Erreichte der Trümmerstrom die Placidus-Kirche?
Gibt es in der Region weitere Bergstürze?
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Wo löste sich der Bergsturz?
In der Bova Gronda gegenüber von Disentis, unterhalb des Crappa Grossa auf 2’000 m.ü.M.
Wie verlief der Bergsturz? Welchen Weg nahm der Trümmerstrom? Wie weit bewegte er sich?
Die Bergsturzmassen stürzten über den Vorderrhein hinweg und brandeten den Gegenhang in Richtung Disentis hoch. Sie breiteten sich im engen Tal des Vorderrheins jedoch weder nach Osten noch nach Westen aus.

Orange: Ausbruchsnische. Rot: Ausbreitung des Bergsturzes / Bergsturzablagerungen. Zur interaktiven Version dieser Karte. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo.

Ausbruchsnische und Ausbreitung des Bergsturzes. Blick vom Piz Cavardiras aus Richung Süden. Rechts unten Disentis. © Karten: swisstopo.
Welches Volumen hatte der Bergsturz?
Rund 15 Millionen Kubikmeter.
Welche Folgen hatte der Bergsturz?
Er zerstörte die Weiler Valentin (auf ca. 1400 bis 1500 m.ü.M.) und Brulf (auf ca. 1100 m.ü.M.). Bilanz: 22 Todesopfer.
Welche Folgen hatte der Bergsturz auf den Vorderrhein?
Während drei Stunden stauten die Bergsturz-Ablagerungen den Rhein, dann überlief er. Er tiefte sich allmählich in die Ablagerungen ein; so kam es glücklicherweise nicht zu einem plötzlichen Ausbruch des aufgestauten Wassers und zu einer Flutwelle in den unterliegenden Gebieten.
Erreichte der Trümmerstrom die Placidus-Kirche?
Die Placidus-Kirche am östlichen Ende von Disentis wurde am 3. September 1658 geweiht; es gab sie also seit rund 25 Jahren, als sich der Bergsturz in ihre Richtung ausbreitete. Ob sich der Trümmerstrom bis unmittelbar zur Kirche ausbreitete, ist unbekannt.
Gibt es in der Region weitere Bergstürze?
Ja. Unmittelbar neben dem Bergsturz von 1683 gibt es Ablagerungen eines zweiten Bergsturzes, der auf Caprau nieder ging. Es ist nicht bekannt, wann sich dieser ereignete.

Ablagerung der beiden Bergstürze (blau punktiert). Blick vom Piz Cavardiras aus Richung Süden. in der Bildmitte die Ablagerungen des Ereignisses von 1683, links davon die Ablagerungen des Bergsturzes, dessen Alter unbekannt ist. Rechts unten Disentis. Geologische Karte: © swisstopo.
Quellen
- Lardelli, T.: Berg- und Felsstürze. Terra Grischuna 5/1982.
- Heim: Bergsturz und Menschenleben. Beiblatt zur Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1932 No. 20. Jahrg. 77.
Letzte Bearbeitung: 20.12.2025, markus weidmann


