Auf dieser Seite
- Wo löste sich der Bergsturz?
- Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
- Wann ereignete sich der Bergsturz?
- Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken die Ablagerungen?
- Welche Folgen hatte der Bergsturz?
- Was ist von diesem gewaltigen Bergsturz heute noch vorhanden?
- Gab es noch andere Bergstürze in der Gegend?
Wo löste sich der Bergsturz?
Der Bergsturz löste sich auf 2400 bis 2800 m.ü.M. vom Berggrat zwischen dem Parpaner Rothorn und dem Parpaner Weisshorn.

Orange: Ausbruchsnische. Rot: Ausbreitung des Bergsturzes / Bergsturzablagerungen. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo. Zur interaktiven Version dieser Karte

Karte des Bergsturzes von Parpan-Lenzerheide. In: Heim: Bergsturz und Menschenleben. Beiblatt zur Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1932 No. 20.
Welchen Weg nahmen die Bergsturzmassen? Wie weit bewegten sie sich?
Der Bergsturz stürzte 900 bis 1000 Meter tief in Richtung Parpan – Valbella und brandete am Gegenhang im Raum Piz Scalottas – Stätzerhorn hoch. Im Raum Acla alva breiteten sich zwei Seitenströme aus; der eine bewegte sich drei Kilometer weit in Richtung Norden bis Churwalden (1240 m.ü.M.), der andere 3.25 km Richtung Süden bis Lai (1461m.ü.M.).
Wann ereignete sich der Bergsturz?
Der Bergsturz von Parpan ist prähistorisch; er ereignete sich nach der letzten Eiszeit.
Welches Volumen hat der Bergsturz? Welche Fläche bedecken die Ablagerungen?
Sein Volumen beträgt rund 100 bis 200 Millionen m3.
Welche Folgen hatte der Bergsturz?
Der Bergsturz schuf quer durch das Tal einen 40 bis 50 Meter hohen Wall. Innerhalb der Bergsturzablagerungen entstand der Heidsee.
Was ist von diesem gewaltigen Bergsturz heute noch vorhanden?
Im Raum Raum Lantsch/Lenz – Parpan gibt es keinen Fluss, der genügend Kraft hat, um Bergsturzablagerungen abzutragen. Aus diesem Grund haben die Bergsturzablagerungen noch heute die Form und Ausdehnung, die sie unmittelbar nach dem Ereignis hatten.
Gab es noch andere Bergstürze in der Gegend?
Ja. Der Raum Lantsch/Lenz-Churwalden ist reich an Bergstürzen. Ihre Bewegungsrichtung verlief vorherrschend von Ost nach West, ihre Ablagerungen liegen teilweise übereinander. Der Bergsturz von Lenzerheide-Parpan ist der weitaus grösste.

Quellen
- Heim: Bergsturz und Menschenleben. Beiblatt zur Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1932 No. 20. Jahrg. 77 download
- Glaser, Th., 1926, Geologische Karte von Mittelbünden – Zur Geologie und Talbildung der Lenzerheide. Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, Spezialkarte 94 C, 1 : 25,000, Blatt C.
- Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, Spezialkarte 94 C. Geologische Karte von Mittelbünden 1 : 25,000, Blatt C, Aufnahme von Tu. GLASER. HEIM, Geol. der Schweiz, IH. S.808.
- Wikipedia
Literatur
Wildi, W. & Pfiffner, O.A., 2025, Auf den Spuren folgenschwerer Naturereignisse in der Schweiz – Mit 25 geologischen Exkursionen. Haupt Verlag, Bern.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann


