Wo (Epizentrum): Raum Buchs
Tiefe des Erdbebenherdes (Hypozentrum): 2 km
Magnitude: 4.7
Stärkste Auswirkung (Intensität) des Erdbebens: V (Auswirkung im Epizentralgebiet: IV – V)
Intensität IV bedeutet: Von vielen Personen innerhalb von Gebäuden wahrnehmbar, ausserhalb nur von einigen. Manche Schlafende erwachen. Die Stärke der Erschütterungen ist nicht beängstigend. Fenster, Türen und Geschirr klappern, hängende Objekte beginnen zu schwingen.
Intensität V bedeutet: Von den meisten Personen innerhalb von Gebäuden wahrnehmbar, ausserhalb von einigen. Manche Personen flüchten aus Gebäuden, viele Schlafende erwachen. Gebäude erzittern komplett, hängende Objekte schwingen deutlich, Porzellan und Gläser stossen vernehmlich zusammen. Die Erschütterungen sind stark, kopflastige Objekte fallen um. Türen und Fenster öffnen und schliessen sich. zur Intensitätsskala
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Zu welchen Auswirkungen führte das Beben?

Diese Karte zeigt, wo das Beben welche Auswirkungen (Intensität) hatte. Im Epizentralbereich Buchs hatte es Auswirkungen der Intensität IV-V. Hier werden die Intensitätswerte erläutert. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst. zur interaktiven Version dieser Karte
Gab es Nachbeben?
Ja. Eines der Nachbeben erreichte um 09:51 Uhr mit Magnitude 4.3 fast die Stärke des Hauptbebens.
Quellen
> Das Erdbeben von Buchs 1992 im Erdbebenkatalog ECOS-09 (Earthquake Catalog of Switzerland 2009)
Links
- Erdbebenkatalog ECOS-09 (Earthquake Catalog of Switzerland 2009)
- Schweizerischer Erdbebendienst
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 107, 9. Mai 1992
Starkes Erdbeben im St. Galler Rheintal. Erdstösse von der Magnitude 4,5. St. Gallen, 8. Mai. (ap) Im St. Galler Rheintal hat am Freitag morgen die Erde gebebt. Das Erdbeben erreichte eine Magnitude von 4,5 auf der Richter-Skala und wurde sogar in Zürich und teilweise auch in der Zentralschweiz verspürt, wie ein Sprecher des Erdbebendienstes der ETH-Zürich sagte. Das Erdbeben wurde um 08.44 Uhr verspürt, um 09.51 Uhr erfolgte ein stärkeres Nachbeben mit einer vorläufigen Magnitude von 4,3. Weitere Nachbeben seien in den nächsten Tagen zu erwarten, sagte der Mitarbeiter des Erdbebendienstes weiter. Im Anschluss an das Beben gingen bei der Polizei zahlreiche Anrufe besorgter Menschen ein. In Geschäften fiel Ware aus den Regalen zu Boden, in Buchhandlungen die Bücher. Schäden wurden aber zunächst keine gemeldet.
Für Schweizer Verhältnisse habe es sich um ein relativ starkes Erdbeben gehandelt, sagte der Sprecher des Erdbebendienstes. Das letzte vergleichbare Beben habe sich am 20. November 1991 in Vaz im Bündnerland ereignet. Damals seien zwar Schäden gemeldet worden, auf Grund der inzwischen erfolgten Begutachtung seien sie aber nicht unbedingt auf das Erdbeben zurückzuführen gewesen sein. Das letzte grössere Beben im St. Galler Rheintal ereignete sich am 7. November 1991 ebenfalls in der Region Buchs. Damals wurde eine Magnitude von 3,5 auf der Richter-Skala registriert.
der Bericht in e-newspaperarchives
Walliser Bote, 9. Mai 1992
Ein Erdbeben hat am Freitag morgen den schweizerisch-österreichischen Grenzraum erschüttert. Das Epizentrum des Bebens mit der Magnitude 4,5 lag in Buchs, die Erschütterungen wurden aber gemäss dem Erdbebendienst der ETH Zürich bis Tramelan im Berner Jura verspürt. Es entstanden nur geringfügige Schäden, verletzt wurde niemand. Aus Furcht vor Nachbeben wurden Schulen und vereinzelte Betriebe evakuiert und vorübergehend geschlossen. Das für Schweizer Verhältnisse starke Erdbeben wurde um 08.44 Uhr registriert. Eines der Nachbeben erreichte um 09.51 Uhr mit 4.3 auf der Richter-Skala fast die Stärke des Hauptbebens.
der Bericht in e-newspaperarchives
Bieler Tagblatt, Nummer 108, 9. Mai 1992
Erdbeben im Rheintal. Schulen und Betriebe evakuiert. Ein Erdbeben hat gestern morgen den schweizerisch-österreichischen Grenzraum erschüttert. Das Epizentrum des Bebens mit der Magnitude 4,5 lag in Buchs, die Erschütterungen wurden aber gemäss dem Erdbebendienst der ETH Zürich bis Tramelan im Berner Jura verspürt. Es entstanden nur geringfügige Schäden, verletzt wurde niemand. (sda) Das für Schweizer Verhältnisse relativ starke Erdbeben wurde um 08.44 Uhr registriert. Eines der Nachbeben erreichte um 09.51 Uhr mit 4,3 auf der Richterskala fast die Stärke des Hauptbebens. Stark wahrgenommen wurden die Erschütterungen in der ganzen Ostschweiz, in Liechtenstein und Teilen Österreichs. Meldungen über grössere Schaden wurden zunächst nicht bekannt. An mehreren Gebäudefassaden entstanden Risse und in einigen Warenhäusern fiel das Verkaufsgut aus den Regalen, wie die Polizei mitteilte.
Mit dem Schrecken davon kamen die rund 300 Teilnehmer einer Veranstaltung am Neutechnikum in Buchs, wo sich durch das Erdbeben um 08·44 Uhr Teile der Decke lösten. Eine Deckenplatte stürzte zu Boden, ohne aber jemanden zu verletzen. Der Schulbetrieb wurde anschliessend vom Rektor abgebrochen. Auch in anderen Schulen wurde aus Angst vor Nachbeben vorsorglicherweise der Unterricht eingestellt und die Schüler nach Hause entlassen. Im Buchser Chemiebetrieb Fluka, der rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, verliessen die teilweise verängstigten Angestellten vorsorglicherweise das Gebäude. Auch andere Firmen in der Nähe von Buchs und in Liechtenstein wurden vorübergehend evakuiert. Darunter war auch das Finanzamt im österreichischen Feldkirch, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA bekanntgab.
Der Gemeindeammann von Buchs, Robert Hanselmann, erlebte das Erdbeben in seinem Büro im Rathaus: «Ich sass im Büro im ersten Stock: Es hat gerumpelt, wie wenn ein Panzer unter mir in einen Betonpfeiler gefahren wäre», schilderte er seine Eindrücke. Bei der Gemeinde, bei Polizei und Feuerwehr seien Dutzende von Anrufen besorgter Bürger eingegangen. Beim Erdbebendienst der ETH Zürich wurde das Erdbeben als «für schweizer Verhältnisse relativ stark» eingestuft. Grössere Schäden könnten aber praktisch ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher des Erdbebendienstes auf Anfrage. Das letzte vergleichbare Beben habe sich am 20. November des letzten Jahres in Vaz im Bündnerland ereignet. Damals seien zwar Schaden gemeldet worden, aufgrund der inzwischen erfolgten Begutachtung seien sie aber nicht unbedingt auf das Erdbeben zurückzuführen gewesen sein. Das letzte grössere Beben im St. Galler Rheintal ereignete sich am 7. November 1991 ebenfalls in der Region Buchs. Damals wurde eine Magnitude von 3,5 auf der Richterskala registriert. Die vom Erdbeben betroffenen Regionen sind als erdbebengefährdet bekannt.
der Bericht in e-newspaperarchives
Engadiner Post, Band 99, Nummer 54, 12. Mai 1992
Vereinzelt leichte Schäden. Erdbeben erschütterte die Ostschweiz. In der Ostschweiz hat am Freitag die Erde gebebt. Ein Erdstoss der Stärke 4,5 auf der Richter-Skala mit Epizentrum bei Buchs/SG wurde vom Erdbebendienst an der ETH Zürich um 08.44 Uhr registriert. Er wurde in der ganzen Ostschweiz, der Zentralschweiz und in Zürich wahrgenommen. Es entstanden leichte Sachschäden an Gebäuden.
(spk) Ein Nachbeben wurde nach Bündner und St.Galler Polizeiangaben rund eine Stunde später, um 09.47 Uhr, registriert. Es erreichte eine Stärke von 2,5 auf der nach oben offenen Messskala. Das Epizentrum lag wieder in der Region um Buchs. Ein weiteres Nachbeben mit der Stärke 4,3 ereignete sich um 09.51. Die Fachleute rechnen für die nächsten Tage mit weiteren, leichteren Erdstössen. Das Hauptbeben vom Freitag wurde von den Experten der ETH Zürich als «mittelstark» eingestuft. Dabei sei in der Regel nicht mit grösseren Schäden zu rechnen, heisst es in einem Kommunique des Schweizerischen Erdbebendienstes.
Aufgrund der Erdstăsse wurde in verschiedenen Schulen im St.Galler Rheintal und im Fürstentum Liechtenstein der Unterricht vorübergehend unterbrochen und die Schüler vorsichtshalber ins Freie geschickt. Das Technikum Buchs musste geschlossen werden, nachdem sich in einem Hörsaal Deckenplatten gelöst hatten. Auch bei einigen Betrieben im Rheintal wurde die Arbeit kurzzeitig unterbrochen. An verschiedenen Häusern entstanden Risse in der Fassade.
Das St.Galler Rheintal ist aus historischer Sicht als Erdbebengebiet bekannt. Letztmals war in der Gegend von Buchs am 8. November 1991 ein Beben mit einer Stärke von 3,0 auf der Richter-Skala registriert worden. Der seit 1964 stärkste Erdstoss der Schweiz war 12 Tage später im Kanton Graubünden, in der Gegend um Vaz/ Obervaz, gemessen worden. Seine Stärke war mit 5,1 bis 5,5 angegeben worden. Diese Erschütterung war bis nach Deutschland spürbar und führte in Graubünden zu Beschădigungen an Gebäuden und zu Stromausfăllen. Schwăchere Beben wurden in der gleichen Region am 17. Februar (Stărke 3,4) und am 28. Mărz dieses Jahres (Stärke 3,5) festgestellt. Nennenswerte Schăden waren dadurch allerdings keine entstanden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann
