
Orange: Abbruchbereich. Gelb / Rot: Ausbreitung des Bergsturzes / Bergsturzablagerungen. Die Eintragungen in dieser Karte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. © Hintergrundkarte: swisstopo digitales Höhenmodell swissALTI3D.
Auf dieser Seite
- Wo löste sich der Felssturz? Welchen Weg nahmen die Felssturzmassen?
- Welches Volumen hatte der Felssturz?
- Welche Auswirkungen hatte der Felssturz?
- Was ist vom Ereignis heute noch vorhanden?
- Der Felssturz in den «Züricher Monatlichen Nachrichten»
Wo löste sich der Felssturz? Welchen Weg nahmen die Felssturzmassen?
Der Felssturz ereignete sich im östlichsten Bereich des Goldingertals, auf dem Grat zwischen Chrüzegg und Habrütispitz.
An der Chrüzegg löste sich ein weithin sichtbarer Felsgrat. Der grösste Teil der Felsmassen stürzte auf den breiten Grat zwischen Chrüzegg und Habrütispitz und blieb auf diesem liegen. Ein kleinerer Teil der Felsmassen stürzte in südwestliche und nordöstliche Richtung hinunter. Gemäss Augenzeugen «… kam der Berg erst nach drei Tagen zur Ruhe». Der Weibel Honegger zu Wernetshausen stellte nach einer Besichtigung des Felssturzgebiets fest, dass «… der Berg Chrüzegg ganz zerfallen sei».
Im Frühjahr 1845 ereignete sich im gleichen Gebiet nochmals ein Felssturz. Er war jedoch viel kleiner als das Ereignis von 1757. Er verursachte im Goldingertal einige Waldschäden.
Welches Volumen hatte der Felssturz?
Die Felssturzablagerungen wurden bis anhin noch nie detailliert untersucht. Deshalb gibt es bezüglich dem Volumen keine Angaben. Die sehr grobblockigen Felssturz-Ablagerungen breiten sich auf einer Fläche von rund 69‘000 m2 aus. Nimmt man eine durchschnittliche Mächtigkeit der Ablagerungen von fünf Metern an, ergibt sich ein grob geschätztes Volumen von rund 350‘000 m3.
Welche Auswirkungen hatte der Felssturz?
Gemäss Augenzeugen wurden Güter am Fusse des Berges «überschüttet»; ein Teil der Alp Underchrüzegg wurde verwüstet.
Was ist vom Ereignis heute noch vorhanden?
Wenn man von der Chrüzegg aus in Richtung Habrütispitz wandert, durchquert man die blockigen Felssturzablagerungen, die von Wald durchwachsen sind. Seit dem Ereignis trägt das Gebiet den Namen Brüch.
Quellen
Stadler, A.: Bergsturz und Hungersnot im Goldingertal vor 200 Jahren. 2016
Der Felssturz in den «Züricher Monatlichen Nachrichten»
- Gemäss «Züricher Monatlichen Nachrichten» war der mit Tannen, Buchen und Ahornen neu bestandene Bergrücken stellenweise sumpfig.
- Schon seit etlichen Jahren verspürte man Erdbrüche. Trotzdem ahnte niemand Unheil.
- Es habe begonnen «Dienstags den 28. Brachmonat (Juni) nachmittag um 4 Uhr und gewähret bis Donnstag den 30. zu Nacht, mit einem entsezlichen Geprassel und Knallen, welches man Tag und Nacht unaussezlich auf zwo Stunden bis Büzweil und weiter, am förchterlichsten aber zu Krynau eine Stund weit von der Kreuzegg gehöret, welches so beschaffen gewesen, dass die Sennen oder Viehhirten vermeint, es werde alles untergehn, und man einander so wenig als bey dem stärksten Donnerwetter ein Wort verstehen können; anbey ist ein gewaltiger Staub gleich einem Nebel in die Höhe gefahren.»
- Menschenleben waren nicht zu beklagen.
- der Landschaden an Alpen und Wald war erheblich, mehr im Uznacher Land als im Toggenburg. «Einem einzigen Bauern soll es auf 1000 Gulden geschaden haben.»
- Schwer mitgenommen wurden auch die Untere und die Obere Kreuzegg, Besitz der Obervogtei Lichtensteig.
- Ein erneuter Abbruch im Frühjahr 1845 zeigte die «Brüche» weiter in Bewegung.

Quelle
Kaiser, Markus: Der Bergschlipf im Bunt bei Wattwil: wie der berühmte Naturforscher und Wasserbauer Hans Conrad Escher im Toggenburg eine Naturkatastrophe zu verhindern versuchte. Toggenburger Jahrbuch, 2009. download
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

