Allgemeine Schweizer Zeitung, Band 15, Nummer 68, 8. Juni 1843
Am 27. Mai nach Tagesanbruch stürzte eine ungeheure Felswand von verwittertem Thonschiefer unter fürchterlichem Gekrach in die Thalsohle der Alp Lavtina hinunter. Eine Herde Schafe, die unten in der Tiefe weidete, wurde grossenteils unter den Trümmern begraben.
Der einzige Zuschauer dieser grausenhaften Katastrophe war der Schäfer selbst, welcher kaum die jetzt verschüttete Alpweide verlassen, als die Felswand einbrach und mit Donnergetöse in die Tiefe stürzte. Dadurch ist einer der besten Weideplätze für immer verschüttet; denn die Trümmer liegen in bedeutender Ausdehnung haushoch aufeinander, und drohten Anfangs den Lavtinerbach anzuschwellen, der als einer der bedeutendsten Zuflüsse wildtobend bei Weisstannen in die Seez mündet.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

