St. Galler Volksblatt, 25. April 1888
Letzten Donnerstag Morgen hat zwischen Vermol und Schwen bei Mels ein Erdschlipf stattgefunden. Sechs Ställe sind mitgerissen worden und Heuvorrath, sowie zwei Schweine dabei zu Grunde gegangen. Weitere Gebäulichkeiten sind von losen Felsstücken bedroht.
St. Galler Volksblatt, 28. April 1888
Der Gemeinderath von Mels erlässt einen Ausruf zur Hülfeleistung für die Bergsturzbeschädigten in Vermol. Sechs glücklicherweise leere Ställe wurden vollständig demolirt und ein am Rande der Sturzfläche gelegenes Haus stark beschädigt, so dass dasselbe gänzlich geräumt werden musste.
Das Gütchen Hinterwäldli des Anglist Aggeler wurde zur vollständigen Rufe; das Heimwesen „Hinterhocheck” des Christ. Ackermann und dasjenige des Jakob Schuhmacher im Mühleboden sind grösstentheils derart mit Felsblöcken und Geschiebe überführt, dass an eine Räumung kaum gedacht werden darf.
Der an Grund und Boden und Gebäuden verursachte Schaden ist ein ganz bedeutender und trifft die Geschädigten um so empfindlicher, da sie sonst schon als schwerbelastete Familienväter mit der Ungunst der Verhältnisse im Kampfe ums Dasein ringen mussten und ausschliesslich auf den Nutzabwurf ihres nunmehr zerstörten Grundbesitzes angewiesen waren. Milde Gaben (wenn möglich in Baar) nehmen das Gemeindamt Mels und die Mitglieder des Gemeinderathes entgegen, die für billigste Vertheilung unter die Betroffenen besorgt sein werden.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

