Neue Zürcher Zeitung, Nummer 1519, 11. September 1927 Ausgabe 02
Felssturz in der Viamala. Thusis, 9. Sept. ag Am Donnerstagmittag verschüttete ein Felssturz „Im verlornen Loch“ in der Viamalaschlucht die Strasse, die darauf eine Zeitlang gesperrt war, dann aber wieder freigemacht wurde. Ein Arbeiter namens Kaspar Dönz aus Thusis, der in der Nähe der Absturzstelle arbeitete, wird seither vermisst. Man vermutet, er sei vom Felssturz erfasst und in den Rhein geschleudert worden. Der Rock, den er bei der Arbeit abgelegt hatte, wurde in der Nähe gefunden.
Der Bund, Band 78, Nummer 395, 14. September 1927 Ausgabe 02
Thusis, 14. d. Das Suchen nach der Leiche des beim Felssturz am „Verlorenen Loch“ ums Leben gekommenen Hans Kaspar Dönz musste laut „Neue Bündner Zeitung“ eingestellt werden. Alles Nachgraben in der Schuttmasse zeitigte kein anderes Resultat, als dass die Mütze und die abgerissene Hälfte seiner Weste ziemlich nahe am Wasser gefunden wurden. Daraus lässt sich vermuten, dass der Körper in den Rhein geschoben wurde, der an dieser Stelle bedeutende Tiefen mit Wirbeln und Strudeln aufweist, die selten etwas wieder herausgeben. Es wird bemerkt, dass der Verunglückte zweimal Reisen nach dem äussersten Ende Südamerikas (Feuerland) gemacht und im Innern des Landes als Gehilfe einer Vermessungskommission gearbeitet hatte.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

