Runse vom Kilchenstock. Das von ihr mitgeführte Material betrug ca. 10’000 m3. Der Schuttstrom bewegte sich bis auf 50 m an den Friedhof und die Kirche in Linthal heran. Neben Kulturland wurde eine Hütte beschädigt.
Quelle
- Neue Zürcher Zeitung, Nr. 906, vom 6. Juni 1926.
- Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Achtes Kapitel: Kanton Glarus. Bern, 1936.
Medienbericht zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 906, 6. Juni 1926 Ausgabe 02
Niedergang einer Runse bei Linthtal. Glarus, 5. Juni. (Privattel.) Gestern Freitagnachmittag etwa um drei Uhr ist bei Linthtal eine Runse niedergegangen, die große Schuttmassen bis 50 Meter vor dem Friedhof der protestantischen Kirche vorschob und den Kirchenbau stark gefährdete. Die Schuttmassen, Schlamm und Steingeröll, die etwa auf 10’000 Kubikmeter geschätzt werden, stürzten vom sogenannten Kilchenstock herab, von dem gesagt wird, daß er „faul“ sei, also nicht mehr aus einem kompakten Felsgestein, sondern aus brüchigem Schiefer besteht.
Nach dem Runsengang wurde sofort die Linthaler Feuerwehr aufgeboten, der später die städtische Feuerwehr von Glarus zu Hilfe kam, die mit Rüstwagen und Camions anrückte. Es gilt nun, den Schuttstrom oberhalb der Kirche mit einem Damm zu durchschneiden und ihn in einen Kessel abzuleiten. Grösserer Gebäudeschaden ist nicht entstanden, einzig eine Hütte, die im Schlamm steht, ist etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Gegenwärtig sind die Feuerwehrleute mit Abwehrarbeiten beschäftigt; allgemein ist der Wunsch laut geworden, man möge zu den Arbeiten, um sie wirksam zu gestalten, die Sappeurkompagnie beiziehen, die im Glarnerlande gerade im Dienst steht.
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


