Berner Tagwacht, Band 70, Nummer 183, 8. August 1962
Niedergang der Zinzera-Rüfe in Trun. Schwere Verwüstungen in Trun. (UPI) Der Niedergang einer Rüfe in Trun (Graubünden), der am Dienstagmorgen erfolgte, hat ausgedehnte Schaden verursacht und rund 20 Personen obdachlos werden lassen. Weitere 40 bis 50 Personen mussten vorsorglich ihre Unterkünfte räumen, so dass die Gemeindebehörden vor der Aufgabe standen, an die 70 Personen anderweitig unterzubringen.
Der Niedergang der Rüfe erfolgte um 9.30 Uhr. Sie kam aus dem Val Zinzera und hat vor allem den Dorfteil Zinzera arg in Mitleidenschaft gezogen. Am schlimmsten erging es dem eidgenössischen Zeughaus; das ganze Gebäude wurde buchstäblich umgelegt und mit dem ganzen Inventar zum Teil unter den Schuttmassen begraben.
Die Rüfe riss Bäume und Steine mit sich und wälzte ihre Schlammassen in einer Breite von 100 Meter über die Strasse und die Bahnlinie. Zwei Häuser am Hang oberhalb der Strasse, in welchen vier Familien wohnten, wurden erfasst und mussten in aller Eile evakuiert werden. Nur mit Mühe gelang es später der Feuerwehr, einige wenige Möbelstücke daraus zu retten. Die Garage Mazzetta an der Durchgangsstrasse steht zum grossen Teil unter Wasser. Auch sie musste evakuiert werden. Etwa zwanzig Personenwagen, die in der Garage und darum herum standen, wurden entweder, wie das angebaute Magazin, fortgeschwemmt, oder aber verschüttet oder von Steinen schwer beschädigt. Unterkünfte von Italienern, die sich unterhalb der Bahnlinie befanden, mussten vorsorglich geräumt werden, ebenso einige weitere Häuser, die gefährdet erschienen. Das Wetter hatte sich am Nachmittag wieder etwas gebessert, gegen den Abend setzte erneut Regen ein, was die Lage wieder kritisch werden liess.
Der Bund, Band 113, Nummer 333, 8. August 1962
Eidg. Zeughaus in Trun von Rüfe umgelegt. up. Der gemeldete Niedergang einer Rüfe in Trun, der am Dienstagmorgen erfolgte, hat ausgedehnte Schäden verursacht und rund 20 Personen obdachlos werden lassen. Weitere 40 bis 50 Personen mussten vorsorglich ihre Unterkünfte räumen, so dass die Gemeindebehörden vor der Aufgabe standen, an die 70 Personen anderweitig unterzubringen. Der Niedergang der Rüfe erfolgte um 9.30 Uhr. Sie kam aus dem Val Zinzera und hat vor allem den Dorfteil Zinzera arg in Mitleidenschaft gezogen. Am schlimmsten erging es dem eidgenössischen Zeughaus: Das ganze Gebäude wurde buchstäblich umgelegt und mit dem ganzen Inventar zum Teil unter den Schuttmassen begraben.
Die Rüfe riss Bäume und Steine mit sich und wälzte ihre Schlammassen in einer Breite von 100 Metern über die Strasse und die Bahnlinie. Zwei Häuser am Hang oberhalb der Strasse, in welchen vier Familien wohnten, mussten in aller Eile evakuiert werden. Nur mit Mühe gelang es später der Feuerwehr, einige wenige Möbelstücke daraus zu retten.
Die Garage Mazzetta an der Durchgangsstrasse steht zum grossen Teil unter Wasser. Auch sie musste evakuiert werden. Etwa 20 Personenwagen, die in der Garage und darum herum standen, wurden entweder, wie das angebaute Magazin, fortgeschwemmt oder aber verschüttet oder von Steinen schwer beschädigt.
Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 184, 9. August 1962 Ausgabe 02
Eine Million Schaden beim Rüfenniedergang bei Trun. Trun. ag. Die Rüfe, — die wie bereits gemeldet — am Dienstagvormittag von der Alp Schlans durch das Val Zinzera gegen den nordöstlichen Dorfteil von Trun hinunterfuhr und die Kantonsstrasse sowie das Geleise der Rhätischen Bahn auf hundert Meter Breite bis gegen drei Meter tief mit Schlamm und Geschiebe überdeckte, hat ersten Schätzungen zufolge Gesamtschäden von rund einer Million Franken verursacht.
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 3052, 9. August 1962 Ausgabe 03
Schwierige Aufräumungsarbeiten in Trun Trun, 9. Aug. up In Trun konnte die Durchgangsstrasse am Mittwoch noch nicht freigelegt werden, obwohl drei grosse Baggermaschinen eingesetzt wurden und Lastwagen ununterbrochen Schuttablagerungen wegführen. Es hat sich inzwischen gezeigt, dass auch der grösste Teil des in Trun eingelagerten Armeematerials vernichtet ist. Selbst Fliegerabwehrgeschütze und Fahrzeuge wurden durch die Wucht der Rüfe derart beschädigt. dass sie unbrauchbar geworden sind.
Die stark beschädigten Häuser, in denen vier Familien wohnten, werden gegenwärtig ausgeräumt. Die Wegschaffung des im Dorfteil Zinzera herumliegenden Schuttes würde mehrere Monate in Anspruch nehmen. Es ist jedoch wenig wahrscheinlich, dass die Schuttmassen abgetragen und die verwüsteten Häuser wieder instand gestellt werden, da sie weiterhin im Sommer durch Rüfen und im Winter durch Lawinen bedroht sind. Gegenwärtig beschränken sich die Aufräumungsarbeiten auf die Freilegung der Talstrasse und der ebenfalls verschütteten Strasse nach Schlans. Es wird damit gerechnet, dass die Durchgangsstrasse am Donnerstagabend wieder befahren werden kann.
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 3045, 9. August 1962
Der Rüfenniedergang bei Trun. Schwere Schäden Trun, 8. Aug. ag Die Rüfe, die am Dienstagvormittag von der Alp Schlans durch das Val Zinzera gegen den nordöstlichen Dorfteil von Trun niederging und die Kantonsstrasse sowie das Geleise der Rhätischen Bahn auf hundert Meter Breite bis gegen drei Meter hoch mit Schlamm und Geschiebe überdeckte, hat ersten Schätzungen zufolge Gesamtschäden von rund einer Million Franken verursacht. In Mitleidenschaft gezogen wurde ausser der Strasse und der Bahn vor allem das Nachschubdepot des eidgenössischen Zeughauses Chur, das vollständig zerstört und auseinandergerissen wurde, wobei der Rüfenschutt das eingelagerte Material fortführte und unter sich begrub.
Zum Teil schwere Beschädigungen erlitten auch eine Reihe von Häusern und Arbeiterunterkünften, insbesondere zwei Wohnbauten, die sich im Keller und Parterre fast vollständig mit Schlamm füllten. Die vier darin wohnhaften Familien mussten evakuiert werden. Die Rüfe richtete auch am Areal eines Garageunternehmens schweren Schaden an, da nicht nur Gebäudeschaden entstand, sondern auch rund zwanzig Autos, darunter fünf fabrikneue Wagen, wie Spielzeuge umhergeworfen und demoliert wurden. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden.
Man nimmt an, dass der Bach, der sonst nicht als gefährlich gilt, in der Höhe infolge eines Erdrutsches einige Tage gestaut wurde und dann nach dem Durchbruch die schwere Ueberschwemmung auslöste. Den vereinten Anstrengungen der Feuerwehr, der Bahnmannschaft und weiterer Arbeitsgruppen ist es gelungen, die Aufräumungsarbeiten recht weit voranzutreiben.
Noch am späten Dienstagabend mussten die letzten Zugsverbindungen von und nach Disentis durch Umsteigen aufrechterhalten werden. Am Mittwochmorgen ist der durchgehende Bahnverkehr wieder aufgenommen worden. Die Freilegung der Strasse erfordert hingegen längere Zeit; sie bleibt vorläufig gesperrt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass sie bis am Donnerstagabend geöffnet werden kann.
Die Tat, 11. August 1962
Infolge starker Regenfälle schwoll der Bergbach aus dem Val Zinzera zum reissenden Fluss an und richtete im nördlichen Dorfteil von Trun (GR) grosse Verwüstungen an.


Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

