Felsschlipf bei Rorschach. Zirka 19,000 m3 Sandstein gingen auf durchweichter Lettenschicht zu Tal und beschädigten den dortigen Bahnhof.
Quelle
Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Bern, 1936
1857 erfolgte bei Rorschach ein Felsschlipf. Eine Sandsteinbank von etwa 25’000 Kubikmeter sei auf durchweichter Mergelunterlage ausgeglitten und habe den Bahnhof Rorschach beschädigt.
Quelle
Albert Heim, Über Bergstürze. Neujahrsblatt herausgegeben von der Naturforschenden Gesellschaft auf das Jahr 1882.
Medienberichte zum Ereignis
Der liberale Alpenbote, 19. März 1857
Rorschach, den 16 . März. Heute um 10 Uhr trat ein längst befürchtetes Ereigniss ein, nämlich ein kleiner Bergsturz ob dem hiesigen Bahnhof. Mit einem martialischen Krachen löste sich eine Masse von der Grösse des S . Gallerbahnhofes ab und bewegte sich langsam, aber unter Gepolter der Personenhalle zu.
Wie von unsichtbarer Hand gebannt, hielt sie dort inne, zog sich seitwärts , doch nahm sie noch zwei Ecksäulen der Halle mit, schob ein provisorisches Bahngleise wie Strohhalme auf die Seite und ruinierte einen ziemlich grossen Raum ausserhalb des Bahnhofes, in der Richtung von Staad. Viele Mühe und Zeit wird es kosten, den kolossalen Schutt wegzuräumen, doch darf man sich glücklich preisen, dass die Gebäulichkeiten keinen Schaden genommen. (St. Galler Ztg.)
Eidgenössische Zeitung, Nummer 78, 19. März 1857
St. Gallen. Beim Bahnhof in Rorschach hat letzten Montag ein schon seit langer Zeit drohender Erdrutsch stattgefunden. Die Gebäulichkeiten erlitten ganz unbedeutenden Schaden, dagegen wird es viel Zeit und Mühe kosten, um die Masse Schutt und Erde wieder wegzuschaffen.
Nidwaldner-Wochenblatt, Band 11, Nummer 13, 28. März 1857
St. Gallen. Hinter dem Bahnhof in Rorschach rutschte am 16. d. eine sehr beträchtliche Erd- und Steinmasse gegen den Bahnhof und die sich ausserhalb desselben gegen Staad zu fortsetzenden Schienengeleise und zerstörte die zwei äussersten östlichen Pfeiler des Bahnhofes.
Hr. Oberingenieur Hartmann hatte schon vor 10 Wochen den Eisenbahnverwaltungsrath auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht und sich, als der letztere sich ungeachtet eigener Lokalbesichtigung zur Abhülfe nicht entschliessen wollte, gegen alle Folgen verwahrt. Der angerichtete Schaden steigt auf 5000 — 6000 Fr. und die Wegräumung der abgelösten Stein- und Erdmasse wird darüberhin jedenfalls 60’000 Fr. kosten.
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann