Rutschung Triesenberg , an der rechten Flanke des Rheintales, zwischen Balzers und Vaduz · SG

Das Rutschgebiet Triesenberg FL

Auf dieser Seite Wie gross ist die Rutschung? Gibt es Quellen im Rutschgebiet? Wie rasch bewegt sich die Rutschung? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Grundwasser und Rutschverhalten? Führt die Rutschung zu Schäden? Wie reagiert die Rutsch

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Wie gross ist die Rutschung?

Die Rutschung ist ca. 1.4 bis 2 km breit und 15 m bis 20 Meter mächtig. Sie hat ein Volumen von rund 400 Millionen m3. Innerhalb der Rutschmasse sind zusammenhängende Gesteinsmassen mit einer Mächtigkeit von mehreren Metern bis zehner von Metern in Bewegung.

Die Rutschmasse löst sich unmittelbar unterhalb des Felskammes, welcher das Rheintal vom Hochtal der Samina abgrenzt. Sie dehnt sich bis ins Rheintal aus. Die Rutschung besteht aus drei Bereichen.

  • Sackungsmassen

Der oberste Teil der Rutschmasse besteht aus einer Reihe von Felssackungen, die morphologisch deutlich erkennbare Terrassen bilden. Die versackten Partien weisen grosse zusammenhängende Felsmassen auf, die in der Vergangenheit bis über 100 m talwärts verschoben wurden. Die nördlichste Sackung im Gebiet „Silum“ bildet ein grosses zusammenhängendes Paket und ist am deutlichsten als Sackungsmasse zu erkennen.

  • Blockströme

Diese Bereiche sind bewaldet. An der Oberfläche sind häufig Hang- und Blockschutt anzutreffen. Sie erstrecken sich zungenförmig über mehrere hundert Meter talwärts. Sie bestehen vorwiegend aus grobkörnigem Material (Sand, Kies und Steine) und sind meist weniger als 20 Meter mächtig..

  • Grundmasse

Auf rund 60 bis 70 % der Rutschgebiet-Fläche gibt es schwere, lehmige Böden, die mehrheitlich von Wiesen bedeckt sind. Ihr Untergrund besteht aus stark tonig-siltigem und sandigem Gesteinschutt, der mehrheitlich aus verwitterten Flyschgesteinen entstanden sein dürfte.

Gibt es Quellen im Rutschgebiet?

Ein wichtiges Merkmal des Rutschgebiets von Triesenberg sind zahlreiche ertragreiche Quellen.

Über weite Teile dringt das Regenwasser in den gut durchlässigen Untergrund ein und wird unterirdisch entlang von bevorzugten Abflussrinnen den Quellen zugeleitet.

  • Der meist feinkörnige Gesteinsschutt der „Grundmasse“ ist nur gering wasserdurchlässig.
  • Die „Blockströme“ sind gut bis sehr gut wasserdurchlässig. Sie sind potentiell wasserführende Zonen, welche die unterirdische Wasserzirkulation sammeln und kanalisieren.

Wie rasch bewegt sich die Rutschung?

Ihre Geschwindigkeit variiert von wenigen Millimetern pro Jahr bis zu einigen Zentimetern pro Jahr.

Im mittleren Bereich der Rutschung gibt es mehrere Bereiche, die sich mit stark unterschiedlichen Rutschgeschwindigkeiten bewegen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Grundwasser und Rutschverhalten?

Zwischen der Bewegungsgeschwindigkeit der Rutschung und der Menge an Wasser, die innerhalb und unter der Rutschmasse zirkuliert, besteht ein enger Zusammenhang. Die Rutschbewegung nimmt stets dann zu, wenn Niederschläge dem Untergrund aussergewöhnlich viel Wasser zuführen. Eine wichtige Rolle für die Bewegung spielt zudem Grundwasser, das im Saminatal in den Untergrund eindringt.

Führt die Rutschung zu Schäden?

Von der Rutschbewegung betroffen sind Triesenberg, ein Teil von Triesen sowie die Verbindungsstrasse ins Gebiet Malbun. Im Rutschgebiet entstehen die Hauptschäden in erster Linie dort, wo es innerhalb der Rutschmasse verschiedene Bereiche gibt, die sich unterschiedlich rasch bewegen.

Ein besonders kritischer Bereich der Rutschung befindet sich unmittelbar oberhalb des Dorfes Triesenberg. Hier ist die Bewegung mit mehreren cm pro Jahr deutlich höher als in den benachbarten Gebieten. In der Vergangenheit gab es wiederholt Phasen von rascheren Bewegungen, die zu kostspieligen Schäden an der Infrastruktur führten.

Wie reagiert die Rutschmasse auf extreme Niederschläge?

Nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem Klimwandel stellt sich die Frage, wie empfindlich die Grossrutschung auf Veränderungen der Niederschläge reagiert.

Eine Untersuchung in den Jahren 2004 bis 2006 zeigte, dass die Rutschmasse auf ausserordentlich starke und langandauernde Niederschläge kaum reagiert. Selbst dann, wenn es in Zukunft – verglichen mit heutigen Extremereignissen – 50% mehr Niederschläge geben sollte, ist nicht damit zu rechnen, dass die ausserordentliche Menge an Wasser, die in den Untergrund eindringt, dazu führt, dass die Rutschmasse den Halt verliert und sich plötzlich mit hoher Geschwindigkeit talwärts bewegt.

Quelle

  • Banzer Emanuel: Raumplanung und Baubeschränkung am Beispiel der Riccardo Hangrutschung Triesenberg. In: MITTEILUNGEN der Schweizerischen Gesellschaft für Boden- und Felsmechanik, Herbsttagung, 7. November 2008. download

Literatur

  • Parriaux A., Bonnard C., Tacher L. 2010: Rutschungen: Hydrogeologie und Sanierungsmethoden durch Drainage. Leitfaden. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Wissen Nr. 1023. download
  • Daniel Miescher: Geologie Liechtensteins. Ein großes Meer in einem kleinen Land. Verlag Alpenland, 2014.
  • Ch. Bonnard: Prediction of landslide movements caused by climate change: Modelling the behaviour of a mean elevation large slide in the Alps and assessing its uncertainties. MODELLING THE CLIMATE CHANGE CONDITIONS : THE TRIESENBERG. LANDSLIDELandslides and Engineered Slopes, 2008. download
  • Bertrand François: Numerical modelling of the hydrogeological and geomechanical behaviour of a large slope movement: The Triesenberg landslide (Liechtenstein). Canadian Geotechnical Journal · August 2009 download
  • Mechanics of the Triesenberg Landslide (Liechtenstein). download

Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

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