Auf dieser Seite
- Worin bestand der Steinschlag?
- Wo lösten sich die Felsblöcke?
- Welchen Weg nahm der grösste Felsblock?
- Welchen Weg nahmen die kleineren Steinblöcke?
- Welche Geschwindigkeiten erreichte der grösste Block?
- Welche Auswirkungen hatte das Ereignis?
- Was war der Auslöser des Ereignisses?
- Medienbericht zum Ereignis
Worin bestand der Steinschlag?
Aus mehreren Felsbrocken.
Wo lösten sich die Felsblöcke?
Die Ausbruchstelle befand sich im Gebiet oberhalb der Engichöpf auf rund 1230 m ü. M. in
einer fast 80 Meter hohen Felswand.

Welchen Weg nahm der grösste Felsblock?
Der grösste Felsblock war rund 30 Kubikmeter gross und 70 Tonnen schwer. Er folgte unterhalb der Felswand der Rossweidrus. Im unteren Teil durchschlug er alle Bäume, die in seiner Flugbahn standen. Auf einer Höhe von 1000 m ü. M. sprang er über eine kleine Felswand und schlug in der Runse auf. Dieser Aufschlag löste weiteren Steinschlag aus. Der Block selber blieb beim Aufschlag intakt.
Ab 920 m ü. M. abwärts wurden die Spuren des Blockes vermessen. Man stellte Sprungweiten von 15 bis 20 Meter fest. Aufgrund der Messungen im Feld konnte man Sprunghöhen von 2.5 bis 3 Meter und Geschwindigkeiten von 11 bis 17 m/s (40 bis 60 km/h) berechnen. Unterhalb des Waldrandes rollte der Block auf einer kurzen Strecke aus und kam schlussendlich bei 795 m ü. M. beim Skilift, knapp neben dem Skihäuschen, zum Stillstand.


Welchen Weg nahmen die kleineren Steinblöcke?
Einzelne Steine von 1 bis 2 m3 Volumen sprangen von der Ausbruchstelle in Richtung Osten und folgten der Wasserrus. Sie lagerten sich noch innerhalb des Waldes bei etwa 785 m ü. M. ab.
Welche Geschwindigkeiten erreichte der grösste Block?
Simulationen zeigten, dass der grösste Block beim Sprung über die untere Felswand bei 1000 m ü. M. maximale Geschwindigkeiten von rund 50 m/s (180 km/h) erreichte.
Welche Auswirkungen hatte das Ereignis?
Der Schaden blieb wie durch ein Wunder äusserst gering. Lediglich ein Telefonkabel wurde zerrissen und das Seil des Skiliftes ausgehängt. Man kann von Glück sprechen, dass der Skilift zum Zeitpunkt des Ereignisses nicht in Betrieb war.
Was war der Auslöser des Ereignisses?
Gemäss den «Glarner Nachrichten» hielt man die Witterung mit wechselnden Warm- und Kaltphasen als Ursache für die Auslösung des Steinschlags.
Quelle
- Werner Gerber: Naturgefahr Steinschlag – Erfahrungen und Erkenntnisse. WSL Berichte
Heft 74, 2019. download
- «Glarner Nachrichten», 18.12.1998
Medienbericht zum Ereignis
Glarner Nachrichten, 18.12.1998
Was alle 50 bis 100 Jahren passiert, ereignete sich am Mittwoch gegen 13 Uhr in Engi: Angekündigt
durch lautes Poltern, stürzte ein rund 30 Kubikmeter grosser und 70 Tonnen schwerer Felsblock in die Tiefe und kam beim Skilift knapp neben dem Skihäuschen zu liegen, wobei er infolge des wuchtigen Aufpralls noch einen zwei Meter tiefen Graben aufriss. Der Schaden blieb indessen wie durch ein Wunder äusserst gering.
Lediglich ein Telefonkabel wurde zerrissen und das Seil des Skiliftes ausgehängt. Von Glück kann man aber auch sprechen, dass der Skilift (an diesem Mittwochnachmittag) nicht in Betrieb war. Ursache für das Loslösen des Steines ist nach übereinstimmenden Meinungen die derzeitige Witterung mit wechselnden Warm- und Kaltphasen.