

Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz
Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
Schwere Überschwemmungen in der Schweiz und ganz Europa. Ursache: starkes Regenwetter, anhaltende, intensive Regenfluten und Schneeschmelze.
- Überschwemmungen im Rheintal, in den Herrschaften Vaduz und Schellenberg.
- Grosse Rheinnot in Rhätien und Verheerungen im Kanton Glarus.
- Rheinhochwasser: Die Brücken in Laufenburg und Rheinfelden wurden fortgerissen, die Fischerbrücke in Konstanz überschwemmt.
- Hochwasser der Reuss und Seeanstieg: In Luzern stieg das Wasser bis zum Altar der Kirche.
- Der Schächen brach aus und verwüstete Bürglen, Altdorf und Schattdorf.
- Limmathochwasser: „In der Fraumünsterkirche zu Zürich stand das Wasser so hoch, dass man mit Kähnen darin herumfuhr.
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
Überschwemmungskatastrophen im Schweizer Alpenraum seit dem Spätmittelalter
Christian Pfister schreibt in seiner Publikation „Überschwemmungskatastrophen im Schweizer Alpenraum seit dem Spätmittelalter“:
Die Hochwasserkatastrophe von 1342 wird auf Grund der Untersuchung von Seesedimenten im Urnersee als die grösste der letzten 1000 Jahre bezeichnet. Die Katastrophe ist in ganz Mitteleuropa nachgewiesen. Sie übertrifft alle anderen Überschwemmungen des Mittelalters und der Neuzeit an Ausmass und Bedeutung.
Ausgelõst wurde sie durch achttägige, wohl fast ununterbrochen anhaltende, zuweilen wolkenbruchartige Niederschläge.
- In Zürich reichte das Wasser bis zur Pforte des Fraumünsters.
- In der Luzerner Barfüsserkirche reichte das Wasser bis zum Hochaltar.
- In Laufenburg riss der Rhein zwölf Häuser nebst den Brücken weg.
- in Säckingen überstrõmte der Rhein die Mauer.
- Der Bodensee überströmte die Mauer in Konstanz.
- In Strassburg fielen die Mauern ein. Die Stadt stand vollständig im Wasser.
- lm Dom zu Mainz reichten die Fluten drei Meter hoch.
- Unermessliche Schäden werden aus dem gesamten Einzugsgebiet des Rheins und der Weser gemeldet.
Aufgrund von Boden-Untersuchungen in verschiedenen Teilen Deutschlands nimmt man an, dass das Unwetter auf ackerbaulich genutzten Hãngen bis zu zehn Meter tiefe Kerben einriss und den Boden flächenhaft intensiv abtrug (erodierte). Die Bodenabtragung ist bezüglich ihrem Ausmass und ihrer Wirkung für die gesamte historische Zeit ohnegleichen. Ein erheblicher Teil der Bodenumlagerungen in den vergangenen 10’000 Jahren erfolgte durch dieses Extremereignis in der ersten Häfte des 14. Jahrhunderts.
Quelle
Christian Pfister: Überschwemmungskatastrophen im Schweizer Alpenraum seit dem Spätmittelalter. Würzburger Geographische Arbeiten. Heft 80, 1991. download
Literatur
- Zbinden, Eveline: Das Magdalenen-Hochwasser von 1342: der „hydrologische Gau“ in Mitteleuropa. Zeitschrift: Wasser Energie Luft, Band 103, 2011, Heft 3. download
- M. Gauger: Hochwasser und ihre Folgen am Beispiel der Magdalenenflut 1342 in Hannoversch Münden. In: Bernd Herrmann, Ulrike Kruse: Schauplätze und Themen der Umweltgeschichte. Universitätsverlag Göttingen 2010. download
- Das Hochwasser von 1342. download
Links
Wikipedia: Das Magdalenenhochwasser 1342
Die Magdalenenflut 1342 – ein unterschätztes Jahrtausendereignis?
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

