

Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz
Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
Im Februar 1570 fiel in den Alpen beständiger Regen. Am 6. April ereignete sich ein «grusames» Unwetter, darauf folgten grosse Kälte und Schnee sowie von Mai bis Oktober ständiges Regenwetter. Im November und Dezember fielen zudem gewaltige Schneemengen, die bei zwei Warmlufteinbrüchen abschmolzen. In der ganzen Schweiz kam es zu gewaltigen Überschwemmungen mit ungeheuren Schäden und vielen Opfern.
- In Rhätien kam es zu Wasserverheerungen. Unter anderem wurde Chur durch die Plessur verwüstet, « … Leichen ertrunkener Menschen hat der Rhein an Chur vorbeigeführet … ». Im Oberland, im Prättigau und im Engadin ereigneten sich gewaltige Überschwemmungen.
- Grosse Schäden entstanden auch im Kanton St. Gallen und im Appenzellerland.
- In der nördlichen Schweiz wüteten die Flüsse Thur, Murg, Eulach, Reuss, Linth-Limmat, Birs, Aare, Saane, Rhone und Arve.
- Der Zürichsee überlief; das Wasser drang bis in die Fraumünsterkirche ein.
- In Luzern reichte das Wasser bis zum Frauenaltar.
- Im Urnerland wurden fast alle Brücken weggerissen; der Gotthardpass wurde unterbrochen.
- Auf der Alpensüdseite überflutete die Maggia die Talsohle, « … von einem Berg zum andern … alle Brücken zerstört und Menschen ertränkt … ».
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

