

Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz
Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
Ein heisser Sommer mit ungewöhnlich vielen und verheerenden Gewittern verursachte Überschwemmungen und grossen Schaden «in allen Landen». « … Bei 100 Jahren weiss sich kein Mensch einer solchen Wassersnoth zu erinnern … ».
- Im Glarnerland verwüsteten die Linth, Löntsch, Rauti und andere Gewässer viele Dörfer.
- Im Bündnerland entstand unbeschreiblicher Schaden. « … Häuser, Ställe, Menschen und Vieh wurden von den wütenden Wassern fortgerissen … die am Rheine gelegenen Landschaften im Oberland und Rheintal waren wie ein See anzusehen … ». lnnhochwasser auch im Engadin.
- Im St. Galler Rheintal standen die Dörfer Buchs, Haag und Salez wochenlang unter Wasser.
- Ragaz wurde vom Taminabach fast weggeschwemmt.
- Das Seeztal und Appenzell wurden überflutet, « … das Wasser nahm die schöne Meglenbrück samt der Capell. .. ».
Im Bleniotal (Tl) wurde der Hauptort Tezzeghino durch eine Grossrutschung vollständig zerstört.
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
Das Unwetter von 1750 im Kanton Glarus
„Über das Jahr 1750 berichtet Trümpi’s Chronik: Am Ende des Brachmonats und des Heumonats, da beidemal anhaltendes Regenwetter sich einfand, haben sowohl viele Erdschlipfe als die stark angeschwollenen Wasser, das erste Mal sonderlich die Linth, Löntsch, die Rauti zu Näfels, die Bäche im Domhaus, zu Mollis und am stärksten der zu Niederurnen; das zweite Mal der Sernft und die Bäche des kleinen Thals, der Niedernbach zu Schwanden etc. viel Verwüstung ausgebreitet.
Es wurde für die Steuerbedürftigen eine Schätzung ihres Schadens obrigkeitlich eingenommen und über fl. 20’000 Beisteuer verordnet. Denen zu Niederurnen schickten viele Tagwen auch Hülfe in Arbeit.
Aus weitern uns zur Verfügung gestandenen Quellen ergibt sich, dass in diesem Jahre namentlich Elm bedeutend gelitten hat. Laut Aufzeichnungen im alten Tagwensbuch riss das Wasser Strasse und Wuhrungen in solchem Masse hinweg, dass es nicht mehr für möglich erachtet wurde, dieselben auf Tagwensboden anzulegen, weshalb mit den anstossenden Privaten Verträge abgeschlossen werden mussten.
Die Stockalpliruns hatte den Sernft gegen die Matten hinübergedrängt, so dass von denselben ein Stück abgerissen wurde. Auch die Sandweidruns führte eine solche Masse Schutt und Geschieb herbei, dass die Häuser im Obmos sich in grösster Gefahr befanden.
In dem Kirchhofe in Niederurnen wurden viele Todtensarge weggeschemmt und bis unter’s Dorf hinunter getragen. »Der Merkwürdigste«, sagt das Pfarrbuch, »war dabei das, das ein Leichnam
noch blutete, obschon er bereits 9 Monate im Grabe gelegen war.“
Quelle
Legler, D.: Die Wasserverheerungen des 18. Jahrhunderts im Kanton Glarus und die in derselben untergegangene evangel. Kirche. Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus, Band 16 (1879). download
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

