

Winter 1815 / 1816
Der Winter 1815/16 war schneereich.
Sommer 1816
Der Sommer 1816 war ein „Jahr ohne Sommer“, in dem es selbst im Hochsommer immer wieder in tiefe Lagen herunterschneite. In den Alpen schmolz die Schneedecke nur unterhalb von 1800 bis 2200 Meter vollständig ab. In höheren Lagen türmte sich in den Sommermonaten laufend weiterer Schnee auf. Der Sommer 1816 war der kälteste seit 1500, der Schnee in den Alpen vermochte nicht abzuschmelzen.
Winter 1816 / 1817
Sommer 1816 folgte ein endlos langer und schneereicher Winter 1816/17.Beispiel: In Hospental UR wurden 3,25 m Schnee gemessen. Schlussendlich waren die Schneemassen, die am Ende des Winters Winter 1816 / 1817 auf den Alpen türmten, also in drei Zeitabschnitten gebildet worden:
- Winter 1815 / 1816
- Sommer 1816
- Winter 1816 / 1817
Frühsommer 1817
Vom Frühsommer an wurde es warm und eine gewaltige Schneeschmelze setzte ein.
Sommer 1817
Im Juni 1817 war die Witterung während längerer Zeit warm und gewitterhaft. Im Westen der Schweiz (Genf, Bern) fielen durchschnittliche, im Osten (Schaffhausen) überdurchschnittliche Niederschläge. Wärme und Niederschläge förderten das Schmelzen der ungeheuren Schneemassen.
Überschwemmungen im Rhein-, Aare- und Reussgebiet. Schon im März wurden Wasserschäden vom Jura bis zum Rhein notiert, « … selbst höher gelegene Orte wie Ramlinsburg und Lampenberg (BL) blieben nicht verschont…».
- Von Sargans bis zum Bodensee gab es drei grosse «Rheinnöte» (15. Juni, 2. Juli, 28. August), « … die tobenden Fluten nöthigten Menschen und Vieh zur schleunigsten Flucht … mehrere Ortschaften mussten ganz verlassen werden … man befürchtete einen [Rhein] Durchbruch ins Sarganserland … ».
- Im Bündnerland kam es zu Verheerungen durch die Nolla (Domleschg).
Bodensee
Im Juli 1817 stieg der Bodensee zum höchsten bisher bekannten Stand an, rund 2,26 Meter über dem mittleren Wasserstand im Sommer. « … im Kornhaus zu Rorschach schwammen die Fische, durch die Strassen fuhren Boote … » Auf diesem Niveau blieb der Seespiegel 89 Tage lang. Als Ursache für den Hochstand des Sees wurde in den Quellen das Abschmelzen des „alten“ Schnees herausgestellt. Während dieser langen Zeit führte der Rhein Hochwasser.
Quellen
- Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
- Christian Pfisfer, Franziska Schmid: VERGLEICH MIT ANDEREN EREIGNISSEN. in > BWG: Hochwasser 1999. Analyse der Ereignisse. Studienbericht Nr. 10, 2000.


Das Unwetter von 1817 in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz
„Am 5. April 1815 brach auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora aus und schleuderte unvorstellbare Mengen an Asche und Gas bis in grosse Höhen. Von den Windströmungen erfasst und verbreitet, bewirkten sie eine globale Abkühlung.
Insbesondere im Alpenraum wurde 1816 zum „Jahr ohne Sommer“. Auch der folgende Winter war streng und enorm schneereich. Als die Temperaturen endlich etwas stiegen und die Schneeschmelze bis in höhere Lagen einsetzte, liess im Frühsommer 1817 eine Reihe schwerer Gewitter die Flüsse zusätzlich anschwellen.
Mitte Juni durchbrach der Rhein bei Lustenau die Dämme, eine zweite Hochwasserwelle setzte Anfang Juli Höchst, Fußach, Gaissau, Hard und Teile von Bregenz unter Wasser. Die dritte und schlimmste Katastrophe folgte, als der Rhein Ende August bei Feldkirch und Meiningen, zwischen Koblach und Mäder sowie bei Höchst und Gaissau sein Bett verliess.
Auch auf der Schweizer Seite war die ganze Talsohle vom Wasser bedeckt. Es dauerte Monate, bis sich die Lage einigermassen normalisierte. Der Bodensee erreichte den höchsten Wasserstand, der aus den Aufzeichnungen bekannt ist.“
Quelle
- Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
Medienbericht
Der Erzähler, 11. Juli 1817


Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

