Der liberale Alpenbote, 6. Juli 1850
Glarus. Gewitterschaden. Die Glarner Ztg. vom 29. d. M. berichtet: „Dem frostigen regnerischen Wetter ist mit dem Beginn dieser Woche schwüle, afrikanische Sonnenhitze gefolgt. In den letzten Tagen entlud sich diese Hitze in furchtbaren Gewittern. Mittwoch Abends um 5—6 Uhr zog ein schreckliches Unwetter über die vordern Gemeinden des Grossthals und über Schwanden in der Richtung gegen das Sernftthal. Ein Blitzschlag folgte dem andern. Auf der Alp Bergli (Gemeinde Engi) fuhr der Blitz in eine Herde Schafe und streckte alle todt zu Boden. Man zählt bis jetzt 156 getödtete Schaft und 2 Rinder, die meist unbemittelten Eigenthümern zugehören.
In der folgenden Nacht entlud sich ein schweres Gewitter über Glarus. Zwischen 1 und 2 Uhr schien der Himmel in hellen Flammen zu stehen und die Blitzschläge krachten mit erschütternder Gewalt ins Thal hinab. Auf Innerlen schlug der Blitz ins Wohnhaus; er zertrümmerte das Kamin und fuhr zerstörend über die Dachfläche herunter in die Erde, ohne an Eigenthum oder Leben der Bewohner grössern Schaden zu thun.
Freitag Abends breitete sich abermals ein Gewitter über das Grossthal aus; in mehrern Gemeinden stürzten rauschend die Runsen von den Bergen herab. Zwischen Hätzingen und Diessbach zerstörte die mit mächtigen Steinen einhertobende Runse die dortige Brücke.
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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

