23. Juli 1868. Ausbruch der Guppen- oder Rufiruns infolge eines Hochgewitters. Auch die Hansliruns richtete zwischen Mitlödi und Schwanden Schaden an.
23. Juli 1868. Hochwasser der Tamina. In Vättis und Mühletobel-Vasön, Gemeinde Pfäfers, wurde amtlich ein Schaden von Fr. 21’986 erhoben. Aus der Hilfskasse wurde eine Entschädigung von 5% oder zirka Fr. 1’100 geleistet (Quelle: Die Berichte der Expertenkommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahre 1868 angerichteten Schadens, S. 39).
Quelle
Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Bern, 1936.
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 206, 26. Juli 1868
St. Gallen. Pfäfers, 24. Juli. Nachm. (Korr.) Nähere Besichtigungen der Verwüstung, welche die Tamina bei der Thermalwasserquelle angerichtet hat, ergeben, dass die Tamina in Zeit einer Viertelstunde 18 Fuss über den gewöhnlichen Wasserspiegel gestiegen ist, nur 3 Fuss weniger als 1865.
Der Fluss riss ca. 200 Fuss der zur Quelle führenden Gallerie samt der darauf liegenden Wasserleitung mit sich fort. Unten am Bad Pfäfers ist ein grosses Holzmagazin samt dem Terrain spurlos verschwunden. An der Herstellung der Leitungen wird gegenwärtig mit 500 Mann so eifrig gearbeitet, dass man in Pfäfers morgen, in Ragaz übermorgen wieder baden kann.
der Bericht in e-newspaperarchives
Der Bund, Band 19, Nummer 205, 26. Juli 1868
Auch über die Gegend von Pfäffers entlud sich am 23. d. ein furchtbares Gewitter. Nach der „N.Z.Z.“ folgte zwischen 5 und 6 Uhr Abends Schlag auf Schlag Blitz und Donner. Wolkenbruchartig ergoss sich ein Regen. Alles, Bäume, Felsen vor sich herwälzend, stürzte die Tamina mit furchtbarem Getöse der Tiefe zu. Mit einem dem Kanonendonner ähnlichen Gekrache wurden im Bette des in schwarzem Staube sich fortwälzenden Stromes Felsen an Felsen zermalmt. Die Wasserleitungen sind unterhalb der Quelle zerstört.
Ein zu einem Strome angewachsener Bach zwischen Ragaz und Pfäffers hat eine Brücke weggerissen und förmlich mit Steinen überschüttet, so dass die Kommunikation unterbrochen ist; ein Theil der Wasserleitung, sowie der Gallerie ist weggerissen. Der Wolkenbruch scheint in der Gegend der grauen Hörner seine volle Wuth entwickelt zu haben.
Glücklicher Weise ist die Quelle in Pfäffers unversehrt; dagegen sind Gallerie und Leitung oberhalb Pfäffers theilweise weggerissen. Die Strasse Pfäffers – Ragaz ist stellenweise auf 100 Schritte rein zerstört. 300 Arbeiter sind beschäftigt, die Wasserleitung auszubessern und die Kommunikation wieder herzustellen.
der Bericht in e-newspaperarchives
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 206, 26. Juli 1868
Glarus. Das gewaltige Gewitter vom Donnerstag scheint sich fast über die ganze Schweiz verbreitet zu haben. Aus Glarus berichtet die „N. Gl. Ztg.“: Der Regen floss in Strömen und die verschiedenen Runsen des Glärnisch brachen auf den Ebenen aus ihren Dämmen und richteten in den anstossenden Wiesen beträchtlichen Schaden an.
Auch auf Schwändi und Mitlödi soll die Hansli– und Guppenruns nicht unbedeutende Schädnisse verursacht haben, ebenso auch im Hinterlande, wo mehrere Brücken zerstört und dadurch die Postverbindung unterbrochen wurde. Die Brunnen in Glarus haben nach dem Gewitter untrinkbares Wasser geliefert, was darauf schliessen liess, dass auch die Brunnenquellen von der Glärnisch-Runs Noth gelitten haben werden.
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St. Galler Volksblatt, 1. August 1868


Der Bund, Band 19, Nummer 214, 4. August 1868
Kanton Glarus. Die „Glarner Ztg.“ meldet schon wieder eine Verheerung im Glarner Lande, ähnlich der unheilvollen Katastrophe in Bilten, wenn auch weniger bedeutend. Nachdem ein Gewitter am 23. Juli in Mitlödi bedeutenden Schaden angerichtet und die Guppenruns, die Runs bei Lassigen und die Hansliruns in drohendster Weise mit Geröll und Schlamm überfüllt hatte, schwellte letzten Mittwoch ein neuer Regenstrom diese Wildbäche dermassen an, dass sie gewaltige Steine auf ihrem schlammbedeckten Rücken führten, namentlich führte die Guppenruns deren eine Masse auf die anliegenden Felder.
Die Landstrasse ausserhalb Mitlödi war überführt, dass der Verkehr eine Zeitlang unterbrochen wurde.Letzten Freitag war man mit den dringendsten Arbeiten, die hiedurch nöthig geworden, beschäftigt, während für weitere Vorkehrungen erst der Befund der zuständigen Behörde abgewartet werden muss.
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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

