Die Ostschweiz, 4. Januar 1883
Die Tog. Blätter erzählen mancherlei Details von der letzten Wassergrösse. Beim Kloster in Wattwil riss der stark angeschwollene Steinthalerbach das Wuhr der Feldmühle weg; ein Schaden von mehreren tausend Franken. Auf der untern Hofstatt mussten am Donnerstag 3 Wohnungen des grossen Schindlerschen Hauses geräumt werden, weil in Folge einer Erdbewegung Mauern und Wände grosse Risse erhielten.
In Bleiken wurde durch einen Erdschlipf der Scheibenstand zertrümmert. Grössere und kleinere Erdbewegungen fanden überhaupt zu Hunderten statt. So ist die Hulfteggstrasse herwärts des Schlattberges auf einer Strecke von 20 Meter rein demolirt, so dass der Verkehr bis zur Erstellung einer Nothbrücke unterbrochen bleibt.
Einem Scherrer in Kiltberg (Mosnang) schlipfte eine bedeutende Strecke Weid und Wald in die Wiesenfläche. Im sog. Eichhornbühl wurde dem Johannes Bamert in der Kohlwies ein Theil seiner Scheune sammt Heustock weggerissen; der übrige Theil der Scheune ist derart verschoben und ruinirt dass selbe sofort muss beseitigt werden. Glücklicher Weise war kein Vieh in dieser Scheune.
Sehr gut hat sich der Rhein gehalten. der fortwährend einen sehr niedern Wasserstand aufwies; ein grosses Glück bei dem Umstande, dass die Bergbäche namentlich im Werdenberg und Oberland eine besorgnisserregende Höhe erreicht hatten.
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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

