Unwetter 1922 · Region Werdenberg und Sargans · SG

Unwetter in der Region Werdenberg und Sargans, 1922

15./16. Juli 1922. Heftige Niederschläge über den Bezirken Werdenberg und Sargans. Ausgedehnte Schäden durch Hochwasser, Überschwemmungen und Erdschlipfe in 8 Gemeinden. Die kantonalen Experten erhoben Fr. 113’086 Schaden. (…) (Amtsbericht

15./16. Juli 1922. Heftige Niederschläge über den Bezirken Werdenberg und Sargans. Ausgedehnte Schäden durch Hochwasser, Überschwemmungen und Erdschlipfe in 8 Gemeinden. Die kantonalen Experten erhoben Fr. 113’086 Schaden. (…) (Amtsbericht 1922, S. 161/281, Fondsmaterialien).

Quelle

Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Bern, 1936

Das Unwetter und die Seez

Beim Hochwasser vom 15./16 Juli 1922, das bei der Seez sehr rasch eintrat, floss im obern Gebiet aus der Seez überströmendes Wasser in den Entsumpfungskanal. Die Seez überlief damals ob der Saxbrücke. Der Überschwall lief über das Grossriet zur Bahnlinie hinüber.

Die Flut reichte im Seezkanal an manchen Stellen bis zur Uferkante hinauf, setzte das Valaschgagebiet unter Wasser, brach den Röllbach durch Aufstauen zum Überlaufen in das Mugg-Büntengebiet bis zum Flumser Dorfbach. Die Seez überlief auch ob und unter der Gimsabrücke, im Pluder, in Ganischa, in Paschga, beidseits und bei den Militärbrücken.

Das ins Grossriet überlaufende Wasser floss teils beim Bahndurchlass im Birch in den Entsumpfungskanal, teils in Richtung nach der Station Flums, worauf auch dieser Kanal an verschiedenen Stellen bei Flums und oberhalb Walenstadt überlief und weite Gebiete seeartig überdeckte: bei der Saxbrücke wurde der Strom durch den tiefliegenden Gewölbebogen, bei der Dirschbrücke durch den Mittelpfeiler daran, und am Geländer verfangenes Treibholz am glatten Ablauf verhindert.

Die Seez überflutete die Staatsstrassenbrücke ob dem See; unter dieser stürzte ein Stück rechtsseitiges Seezwuhr beim unteren Pulvermagazin samt dem Fahrweg ein. Bei der Sägerei Gätzi ob der Station Flums wurden Baumstämme auf das Geleise und sogar in den Entsumpfungskanal hinübergeschwemmt. Die Dämme am Seezkanal, besonders der neu erhöhte Seezstrassendamm, hielten stand, obwohl ca. 120 m3/ sec im Kanal abflossen.

Quelle

Grünenfelder, Emil: Geschichte des Seezunternehmens von 1851 bis 1965. Gewässerkorrektionen, Drainagen, Gütereinteilungen in der Seeztalebene von Mels, Flums und Walenstadt, Mels. Sarganserländische Buchdruckerei, 1966

Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

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