Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz
Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
Überschwemmungen und Rutschungen in 12 Kantonen infolge einsetzender Schneeschmelze und anhaltender Niederschläge. Schäden wurden aus folgenden Kantonen gemeldet: Uri (Reuss- und Schächental), Schwyz, Obwalden, Luzern (durch Iltis und Kleine Emme), Graubünden (Prättigau, fünf Dörfer), St. Gallen, Appenzell, Thurgau (Thur und Murg), Zürich (Töss und Thur), Bern.
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991.
Elementarschäden und Versicherung
14./15. Februar 1928. Infolge starker Niederschläge kam es in verschiedenen Gegenden des Kantons zu Überschwemmungen und Rutschungen. Die Thur führte Hochwasser. Im Bezirk Wil wurden die Wuhrbauten stark beschädigt; die Kosten für deren Wiederherstellung beliefen sich auf zirka Fr. 62’000.
Dem Schweizerischen Fonds wurden aus Wildhaus, Alt St. Johann, Ebnat und Henau von 8 Betroffenen Fr. 8760 Schaden gemeldet. Auch der Aabach (Schmerikon) führte Hochwasser und richtete an seinen Korrektionen Schäden im Betrage von zirka Fr. 10’000 an. Von Rutschungen wurden die Gemeinden Flums, Gommiswald, St. Gallenkappel und Goldingen betroffen. Der Schweizerische Fonds verzeichnete in diesen Gemeinden in 17 Fällen Schäden von insgesamt Fr. 37’639. Auch bei Mels kam es zu ausgedehnten Rutschungen.
In Tils wurde ein Wohnhaus nebst Inventar von einer Rutschung betroffen. Der Gebäudeschaden betrug Fr.11’000, der Fahrnisschaden Fr. 1500, der Bodenschaden Fr. 1000.
Quelle
Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. I. Band. Bern, 1936.
Medienbericht zum Ereignis
Graubündner General-Anzeiger, 24. Februar 1928
Ueber das Hochwasser berichtet das „Volksbl. vom Bachtel: „Eine schlimme Kunde kommt aus Goldingen. Dort geriet die Erde bei der hoch oben am Berg gelegenen Liegenschaft zum Guntliberg, die vom Pächter Anselm Blöchlinger bewohnt war und einem gewissen Wartmann zu Eigentum ist, am Mittwochabend nach 4 Uhr in Bewegung.
Man war rechtzeitig auf die drohende Gefahr aufmerksam geworden und hatte die Viehhabe aus dem gefährdeten Gebiet weggeschafft. Gegen 5 Uhr erfolgte der Einsturz der Scheune, das Wohnhaus wurde direkt ab den Grundmauern abgeschoben und gedreht und klebt nun füglich am steilen Bergeshang.
Dort anwesenden Feuerwehrleuten gelang es, sämtliches Mobiliar aus dem Hause zu schaffen und in Sicherheit zu bringen. Da das Haus bereits im Jahre 1911 einmal in ähnlicher Weise gefährdet war, liegt es nahe, dass es abgebrochen und an sicherer Stelle wieder aufgerichtet wird.
der Bericht in e-newspaperarchives
Literatur
- Chronik für den Monat September 1928. Bündnerisches Monatsblatt : Zeitschrift für bündnerische
Geschichte, Landes- und Volkskunde. 1928, Heft 10. download
- Chronik für den Monat Oktober 1928. Bündnerisches Monatsblatt : Zeitschrift für bündnerische
Geschichte, Landes- und Volkskunde. 1928, Heft 11. download
- Chronik für den Monat Oktober 1928. Fortsetzung und Schluss. Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. 1928, Heft 12. download
Literatur zu den Ereignissen im Goldingertal
Alois Stadler: Bergsturz und Hungersnot im Goldingertal vor 200 Jahren. Gedenkschrift
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

