Unwetter 1939 · In den Kantonen Graubünden, Glarus und St. Gallen · GL/GR/SG

Unwetter in den Kantonen St. Gallen, Glarus und Graubünden, 1939

Medienberichte zum Ereignis

Neue Zürcher Nachrichten, Band 35, Nummer 270, 20. November 1939

Runsenniedergänge im Kanton Glarus. Glarus, 19. Nov. ag. Im Klöntal sind viele Runsen niedergegangen und haben Verwüstungen angerichtet. Die Klönthalerstrasse wurde an verschiedenen Stellen überschüttet, sodass der Verkehr unterbrochen wurde. Der Löntsch trat über die Ufer. Auch aus der Gegend von Linthal kommen Meldungen von Runsengängen. Die Linth führt Hochwasser.

Glarus, 18. Nov. ag. Infolge anhaltender starker Regenfälle in den letzten Tagen ging in der Nacht zum Samstag im Sernftal zwischen Schwanden und Engi die sogenannte Warthrunse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleise der Sernftalbahn auf einer Breite von 30 Metern etwa anderthalb Meter hoch mit Schutt, sodass der Verkehr ins Sernftal völlig gesperrt ist.

der Bericht in e-newspaperarchives

Hochwasserschaden bei Mels. Mels (St. Gallen), 19. Nov. ag. Die anhaltenden Regenfälle, die in der Gegend von Wallenstadt Ueberschwemmungen verursachten, haben auch bei Mels Schaden angerichtet. Am Nidberg, der mit Reben bepflanzt ist, ging ein gewaltiger Erdschlipf nieder. Eine Stauung der Seez konnte noch rechtzeitig verhindert werden. Dagegen ist das Schlösschen Niedberg stark gefährdet. Der Schaden wird auf 100,000 Fr. geschätzt.

der Bericht in e-newspaperarchives

Wallenstadt im Wasser. Wallenstadt, 19. Nov. ag. Aus Wallenstadt werden Ueberschwemmungen gemeldet. Die Bergbäche der Churfirsten, vor allem der Schattenbach, Kirchenbach und Wiedenbach, sind über die Ufer getreten und haben grosse Verheerungen angerichtet. In Wallenstadt stehen die Keller und teilweise die Parterrewohnungen der Häuser unter Wasser. Es ist unmöglich, zu Fuss nach dem Bahnhof zun kommen, da die Strassen überschwemmt sind. Ein Haus ist eingestürzt und zwei Bewohner sind verletzt worden. Zahlreiche Bauern mussten in aller Eile ihr Vieh in Sicherheit bringen. Militär und Feuerwehr sind zur Hilfeleistung eingesetzt worden.

der Bericht in e-newspaperarchives

im Bündnerland. Landquart, 19. Nov. ag. Ein sonst Harmloser Bach hat in Mastrils schweren Schaden angerichtet, indem er Ställe, Häuser, Wiesen und Aecker überflutete. Ein grosser Viehstand musste aus metertiefem Wasser gerettet werden. Die Strasse Tardisbrücke — Ragaz wurde unterbrochen.

Schuls (Engadin), 18. Nov. ag. Infolge der Regenfälle sind bei Schuls-Tarasp drei kleine Bergbäche stark angeschwollen und über die Ufer getreten. Dank dem raschen Eingreifen von Truppe und Feuerwehr konnte eine grössere Katastrophe verhindert werden.

Schiers, 18. Nov. ag. In der Nacht vom Freitag zum Samstag ist im Fuchsenwinkel bei Schiers eine Rüfe niedergegangen, die Strasse und Bahn verschüttete, sodass der Verkehr durch das Prättigau unterbrochen ist.

der Bericht in e-newspaperarchives

Berner Tagwacht, Band 47, Nummer 272, 20. November 1939

Glarus und Sarganserland. Glarus, 18. Nov. ag. Infolge anhaltender starker Regenfälle in den letzten Tagen ging in der Nacht zum Samstag im Sernftal zwischen Schwanden und Engi die sogenannte Warthrunse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleise der Sernftalbahn auf einer Länge von 30 Meter etwa 1,5 Meter hoch mit Schutt, so dass der Verkehr im Sernftal völlig gesperrt ist. Glarus, 19. Nov. Jm Klönthal sind viele Runsen niedergegangen und haben Verwüstungen angerichtet. Die Klönthalerstrasse wurde an verschiedenen Stellen überschüttet, so dass der Verkehr unterbrochen wurde. Der Löntsch trat über die Ufer. « Auch aus der Gegend von Linthal kommen Meldungen von Runsengängen· Die Linth führt Hochwasser.

Wallenstadt, 19. Nov. ag. Aus Wallenstadt werden Ueberschwemmungen gemeldet. Die Bergbäche der Churfirsten, vor allem der Schattenbach, Kirchenbach und Wiedenbach, sind über die Ufer getreten und haben grosse Verheerungen angerichtet Jn Wallenstadt stehen die Keller und teilweise die Parterrewohnungen der Häuser unter Wasser. Es ist unmöglich, zu Fuss nach dem Bahnhof zu kommen, da die Strassen überschwemmt sind. Ein Haus ist eingestürzt und zwei Bewohner sind verletzt worden. Zahlreiche Bauern mussten in aller Eile ihr Vieh in Sicherheit bringen. Militär und Feuerwehr sind zur Hilfeleistung eingesetzt worden.

der Bericht in e-newspaperarchives

Berner Tagwacht, Band 47, Nummer 272, 20. November 1939

Hochwasserschaden bei Mels. Mels (St. Gallen), 19. Nov. ag. Die anhaltenden Regenfälle, die in der Gegend von Wallenstadt Ueberschwemmungen verursachten, haben auch bei Mels Schaden angerichtet. Am Nidberg, der mit Reben bepflanzt ist, ging ein gewaltiger Erdschlipf nieder. Eine Stauung der Seez konnte noch rechtzeitig verhindert werden. Dagegen ist das Schlösschen Niedberg stark gefährdet! Der Schaden wird auf 100’000 Franken geschätzt

Prättigau. Schiers (Prättigau), 18. Nov. ag. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag ist im Fuchsenwinkel bei Schiers eine Rüfe niedergegangen, die Strasse und Bahn verschüttete, so dass der Verkehr durch das Prättigau unterbrochen ist. Landquart, 19. Nov. ag. Ein sonst harmloser Bach hat in Mastrils schweren Schaden angerichtet, indem er Ställe, Häuser, Wiesen und Aecker überflutete. Ein grosser Viehbestand musste aus metertiefem Wasser gerettet werden. Die Strasse Tardisbrücke-Ragaz wurde unterbrochen.

Engadin. Schuls (Engadin), 18. Nov. ag. Infolge der Regenfälle sind bei Schuls-Tarasp drei kleine Bergbäche stark angeschwollen und über die Ufer getreten. Dank dem raschen Eingreifen von Truppe und Feuerwehr konnte eine grössere Katastrophe verhindert werden·

Basel, 19. Nov. ag. Zum ersten Male seit dem Frühjahr hat der Rhein beim Rheinfelder-Pegel den Stand von 4,3 Metern überschritten, bei dem in normalen Zeiten die Rheinschiffahrt eingestellt werden muss. Im Laufe des Sonntags ist der Wasserstand leicht zurückgegangen. Auch die Birs führte am Samstag und am Sonntag Hochwasser.

Thun, 18. Nov. ag. Der Kreisingenieur in Thun teilt mit: Die Brienzerseestrasse, die am Freitagabend infolge sehr starker Regengüsse unterhalb Brienz mit grossen Geschiebemassen überführt worden ist, wurde nun bereits wieder passierbar. Weitere Verkehrsunterbrüche von wesentlicher Bedeutung auf den Strassen im Berner Oberland haben nicht stattgefunden, so dass auf den Sonntag alle Strassen wieder fahrbar sind, wenn nicht neue Ereignisse einsetzen. — Die Grimselstrasse ist im obern Teil eingeschneit.

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Freiburger Nachrichten, 20. November 1939

Ueberschwemmungen bei Wallenstadt. Aus Wallenstadt werden Überschwemmungen gemeldet. Die Bergbäche der Churfirsten, vor allem der Schattenbach, Kirchenbach und Wiedenbach, sind über die Ufer getreten und haben grosse Verheerungen angerichtet. In Wallenstadt stehen die Keller und teilweise die Parterre-Wohnungen der Häuser unter Wasser. Es ist unmöglich zu Fuss nach dem Bahnhof zu kommen, da die Strassen überschwemmt sind. Ein Haus ist eingestürzt und 2 Bewohner sind verletzt worden. Zahlreiche Bauern mussten in aller Eile ihr Vieh in Sicherheit bringen. Militär und Feuerwehr sind zur Hilfeleistung eingesetzt worden.

Rüfen im Kt. Graubünden. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag ist im Fuchsenwinkel bei Schiers eine Rüfe niedergegangen, die Strasse und Bahn verschüttete, so dass der Verkehr durch das Prättigau unterbrochen ist. Infolge der Regenfälle sind bei Schuls-Tarasp drei kleine Bergbäche stark angeschwollen und über die Ufer getreten. Dank dem raschen Eingreifen von Truppe und Feuerwehr konnte eine grössere Katastrophe verhindert werden.

Auch im Kanton Glarus, ag. Infolge anhaltender starken Regenfälle in den letzten Tagen ging in der Nacht zum Samstag im Sernftal zwischen Schwanden und Engl die sogenannte Warth-Runse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleise der Sernftalbahn auf einer Länge von 30 m etwa 1 ½ m hoch mit Schutt, so dass der Verkehr im Sernftal völlig gesperrt ist.

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Der Bund, Band 90, Nummer 542, 20. November 1939

Bei Wallenstadt und Mels. ag. Wallenstadt, 19. d. Aus Wallenstadt werden Überschwemmungen gemeldet. Die Bergbäche der Churfirsten, vor allem der Schattenbach, Kirchenbach und Wiedenbach, sind über die Ufer getreten und haben grosse Verheerungen angerichtet. In Wallenstadt stehen die Keller und teilweise die Parterrewohnungen der Häuser unter Wasser. Es ist unmöglich zu Fuss nach dem Bahnhof zu kommen, da die Strassen überschwemmt sind. Ein Haus ist eingestürzt und zwei Bewohner sind verletzt worden. Zahlreiche Bauern mussten in aller Eile ihr Vieh in Sicherheit bringen. Militär und Feuerwehr sind zur Hilfeleistung eingesetzt worden. Die anhaltenden Regenfälle haben auch bei Mels Schaden angerichtet. Am Nidberg, der mit Reben bepflanzt ist, ging ein gewaltiger Erdschlipf nieder. Eine Stauung der Seez konnte noch rechtzeitig verhindert werden. Dagegen ist das Schlösschen Riedberg stark gefährdet. Der Schaden wird auf 100’000 Franken geschätzt.

Im Bündner- und Glarnerland. ag. Schuls (Engadin), 18. d. Infolge der Regenfälle sind bei Schuls-Tarasp drei kleine Bergbäche stark angeschwollen und über die Ufer getreten. Dank dem raschen Eingreifen von Truppe und Feuerwehr konnte eine grössere Katastrophe verhindert werden.

ag. Schiers (Prättigau), 18. d. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag ist im Fuchsenwinkel bei Schiers eine Rüfe niedergegangen, die Strasse und Bahn verschüttete, so dass der Verkehr durch das Prättigau unterbrochen ist.

ag. Landquart, 19. d. Ein sonst harmloser Bach hat in Mastrils schweren Schaden angerichtet, indem er Ställe, Häuser, Wiesen und Aecker überflutete. Ein grosser Viehbestand musste aus metertiefem Wasser gerettet werden. Die Stratze Tardisbrücke-Ragaz wurde unterbrochen.

ag. Glarus, 18. d. Infolge anhaltender starker Regenfälle in den letzten Tagen ging in der Nacht zum Samstag im Sernftal zwischen Schwanden und Engi die sogenannte Warth-Runse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleise der Sernftalbahn auf einer Länge von 30 Meter etwa anderthalb Meter hoch mit Schutt, so dass der Verkehr im Sernftal völlig gesperrt ist. Im Klöntal sind viele Runsen niedergegangen und haben Verwüstungen angerichtet. Die Klöntaler Strasse wurde an verschiedenen Stellen überschüttet, so dass der Verkehr unterbrochen wurde. Der Löntsch trat über die Ufer. Auch aus der Gegend von Linthal kommen Meldungen von Runsengängen. Die Linth führt Hochwasser.

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Oberländer Tagblatt, Band 63, Nummer 272, 20. November 1939

Eine Runse im Sernftal. Glarus, 18. Nov. Infolge anhaltender starker Regenfälle in den letzten Tagen ging in der Nacht zum Samstag im Sernftal zwischen Schwanden und Engi die sogenannte Warth-Runse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleise der Sernftalbahn auf einer Länge von 30 Meter etwa 1 1 /2 Meter hoch mit Schutt, so dass der Verkehr im Sernftal völlig gesperrt ist.

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Alpegruess, Band 19, Nummer 47, 25. November 1939

Abbildung zu «Unwetter in den Kantonen St. Gallen, Glarus und Graubünden, 1939»

Oben v. l. n. r. Infolge der anhaltend starken Regenfälle ging im Sernftal zwischen Schwanden und Engi die sogenannte Wartrunse nieder und überschwemmte die Strasse und die Geleiseanlagen in einer Breite von 30 Meter und 1 ½ Meter Höhe mit Schutt. Der Verkehr in Sernftal wurde dadurch längere Zeit unterbrochen.

Unten v. l. n. r. Auch die Gegend von Wallenstadt wurde von schweren Ueberschwemmungen heimgesucht. Bei dem Unwetter vom Samstag schwollen die Bergbäche des Churfirstengebirges enorm an, traten über die Ufer und richteten in Wallenstadt grosse Verheerungen an. Die Keller und auch teilweise die Parterrewohnungen wurden unter Wasser gesetzt und es war unmöglich, sich in den Strassen zu bewegen. Das Bild zeigt ein Haus, das durch das Unwetter eingestürzt ist, wobei zwei Bewohner erheblich verletzt worden sind. — Und nun sind Soldaten und Feuerwehrmannen mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

Einmal mehr hat auch die Muota, dieser unbändige Wildbach in der Innerschweiz, die Fesseln gesprengt. Noch jedes Jahr ist sie über die Ufer getreten. Die Regenfälle der letzten Tage haben sie auch heuer wieder gewaltig anschwellen lassen und bei Ibach, diesem seit Jahren heimgesuchten Ort in der Nähe von Schwyz, ist sie mit Wucht über die Ufer getreten und hat weite Landstrecken überschwemmt. Im Hintergrund erkennt man den Flecken Schwyz.

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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

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