Am 18. Juli 1757 erlitt das Dorf Lenz infolge heftiger Gewitterregen grosse Rüfe- und Wassernot. Der damalige Ortspfarrer berichtet: «Zwischen 6 bis 7 Uhr Abends ist nach vielem Donnern und Platzregen auf dem Tobel, «la fratgia» oder «fraiza» genannt (ob St. Cassian) ein mächtiger Stein aus den Felsen gebrochen und mit einer grossen Rüfe oder bova von Steinen, Sand anderen reinigen Materien herunter gekommen, die Wuhren hinweggestossen, und auf das Dorf Lenz zugeeilet, die alte Säge, eine Mühle und einen Stall mit hinweggerissen, viele Wiesen und Gärten untergelegt, die Ställe, Höfe und Keller, so gegen dem uval oder Dorfbach gelegen, mit Kies und Gestein dermassen angefüllt, dass einige 150 fl. bezahlen mussten um selbige auszuräumen und reparieren zu lassen; die Dorfgassen sind andurch um ein merkliches höher geworden als zuvor und hatte damals Lenz ein erbärmliches Aussehen.»
Quelle
Buck, D.: Stürzende, gleitende und fliessende Gesteinsbewegungen in der Schweiz. Beigabe zum Jahresbericht der Stiftsschule Maria-Einsiedeln im Studienjahre 1920/21. Verlagsanstalt Benziger, Einsiedeln, 1921.
Bemerkung «Unterlegt» bedeutet, dass sich der Murgang über Wiesen und Gärten ausgebreitet und sie „unter sich gelegt hat“. Heute sagt man: «der Murgang hat Wiesen und Gärten übermurt».
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


