Der «Neue Sammler» schreibt 1805 zu diesen Ereignissen: «Die Schmitte selbst war ein freundliches Dorf von niedlichen Häusern, die theils am Berg, theils an der Strasse standen, jedes mit einem Gärtchen und Baumgarten. Der Taschines– oder Grüscher Bach floss ruhig zwischen Gütern, und eine schöne hölzernde bedeckte Brücke, aus einem Bogen gesprengt, führte hinüber nach Grüsch.
Allein der Bach un die Landquart wurden, wie gewöhnlich, schlecht bewehrt, und schon 1726 und 29 litt die Schmitte vom Wasser.
Endlich, 1762 im Juni, fielen ungewöhnliche Wassergüsse; der Bach schwoll an, stürzte die schöne Brücke in sein eigenes Bette, und überschwemmte – hierdurch gehemmt – das Thal. Gärten, Felder, alles wure mit Schutt und Steinen bedeckt. Die Häuser wurden weggerissen, die am Berge unterfrass das Wasser, und sie sanken eines nach dem andern zusammen.
Zwei Jahre später, 1764 den 11. August, erneuerte sich die Scene, und was das erste mal verschont geblieben, ging nun zu Grunde. Diesmal nahm das Wasser bei der dussern Schmitte 6 Häuser, eine Gerbe und 6 Ställe, nebst Gärten und Einfängen hinweg. Jetzt füllt ein trauriges Sandfeld die Gegend, wo vormals Obstbäume blühten; und von mancher Stätte, wo Menschen wohnten, sieht das Auge keine Spur mehr.»
Quelle
Der Neue Sammler: Beschreibung der Gemeinde Seewis, im Brättigäu. Erster Abschnitt. Band 1, Heft 2, 1805.
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


