Unwetter 1779 · Kanton Glarus (und weitere Kantone) · GL/GR/SG

Unwetter im Kanton Glarus, 1779

Ort und Stärke der Unwetterschäden von Ende Oktober 1779. Quelle: Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „C

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Ort und Stärke der Unwetterschäden von Ende Oktober 1779.
Ort und Stärke der Unwetterschäden von Ende Oktober 1779. Quelle: Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz.

Das Unwetter in der Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz

Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:

1779, Ende Oktober. Wassernot im Urner- und Glarnerland infolge 15 stündiger starker Regenfälle.

  • In Uri brachen Reuss, Schächen und zahlreiche Nebenbäche aus.
  • Der ganze Talgrund von Amsteg bis Flüelen wurde überflutet; schwere Schäden wurden auch zwischen Göschenen und Wassen, im Meien- und im Schächental notiert.

Überschwemmungen ereigneten sich ferner

  • im Sernf- und Löntschtal (GL)
  • in Hergiswil (NW) durch den Steinibach (genaue Jahreszeit unsicher).

Quelle

Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download

Wasserverheerungen des 18. Jahrhunderts im Kanton Glarus

„(…) Das Jahr 1779 brachte noch einen Wasserguss; ähnlich denen vom Jahr 1762 und 64 und verursachte wieder im ganzen Land grossen Schaden. Das Taufbuch von Linthal enthält über die dortigen Verheerungen folgende Notizen: »Anno 1779 den 20. und 21. Oktober regnete es 2 mal 24 Stunden hinter einander auf eine ausserordentlich starke Weise, wodurch die Linth so stark angewachsen war, dass die Grösse derselben 2 Schuh höher gewesen, als im Jahre 62 und 64.

Sie that abermal im ganzen Land und sonderheitlich hier und in Betschwanden gross Schaden. Hier wurde das alte Mülehaus und die Mühle, welche in dem vorigen grossen Wasser aufrecht geblieben, durch das Wasser hingerissen, sammt verschiedenen Ställen; auch wurden abermal viele Güter beschädigt und die Linth, welche ihren Lauf nächst bi der Kirche hatte, geht nun in der Mitte zwischen beiden vorigen Linthzügen ganz ohne Wuhr.«

In Betschwanden war die Kirche wieder wie anno 62 in allergrösster Gefahr, weswegen dann anno 1779 — 1780 mit Unterstützung des Landes zu deren Schutz das jetzt noch bestehende grosse Kirchenwuhr angebracht wurde. Nach uns gemachten mündlichen Mittheilungen war diesmal auch Glarus an dem sogenannten Rütizug — äusserster Theil des jetzigen Bahnhofes — und an der Landestränke vorzüglich bedroht.

Durch die Abläsch, den Zaun und das jetzige Sandquartier, wo damals noch keine Häuser stunden, floss bereits ein so grosser Wasserstrom, dass er kaum zu durch watten war. Nicht nur vom Tagwensrath, sondern auch vom sog. Kilchörirath, der die Obrigkeit repräsentirte, wurde alles zur Hülfe aufgeboten.

Es sei desshalb alle Stunden durch den Flecken folgende Aufforderung gerufen worden: alles was Leben und Athem hat, soll beim Eid zur Landestränke laufen, um zu wuhren und zu wehren.

Es seien dann auch in den drei Tagen der Wassernoth unzählige Tannen aus dem Haltenwald und grosse Felsstücke auf Schleipfen aus dem Wyden und der neuen Allmeind durch die Güter hinunter durch »Leutenzüge«, woran sich beide Geschlechter vom Kind bis zum, Greise betheiligten, an die bedrohten Orte geschleppt worden. Dadurch sei dann auch dem förmlichen und ganzen Einbruch der Linth vorgebogen worden.

Aehnliches Vorgehen habe bei Ennenda, das vom sogenannten Kleinrüteli — jetzige Fabrik von Conrad Jenni — und vom Hohlsteinsteg her bedroht war, stattgefunden. Das gefährdete Dorf Näfels, auf welches die Linth vom sogenannten Tschachen her einzubrechen Miene machte, sei durch die Hülfsmannschaft von Mollis gerettet worden. Dieselbe, die Hülfsmannschaft nämlich, habe vorher eine Prozession der Näfelser, die mit Kreuz und Fahnen und heiligen Bildern die Wassernoth beschwören wollten, gewaltsam aufgelöst und zersprengt und die Theilnehmer gezwungen, mitzuarbeiten. (…)“

Quelle: Legler, D.: Die Wasserverheerungen des 18. Jahrhunderts im Kanton Glarus und die in derselben untergegangene evangel. Kirche. Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus, Band 16 (1879). download

Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

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