Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
- Überschwemmungen und Rutschungen im Kanton St. Gallen; unter anderem bei Ebnat und in Trübbach, wo 3 Personen getötet wurden.
- Die Rheinebene von der Tardisbrücke bei Landquart bis Sargans hinunter wurde während Tagen in einen See verwandelt. Ursache waren regnerisches Wetter und eine durch den Föhn ausgelöste rapide Schneeschmelze.
- Verheerungen im Glarnerland und im Berner Oberland (u.a. durch die Brienzer Wildbäche).
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991. download
Medienbericht zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 138, 17. November 1824
Was die grosse Wassernoth in den ersten Tagen des Monats durch Ueberschwemmungen und Bergschlipfe in manchen Schweizerkantonen für Unglück und Schaden gebracht hat, ist gegen die ungleich viel grössern und traurigern Verheerungen, die in so vielen Gegenden Deutschlands und Frankreichs statt gehabt haben, geringfügig zu nennen, wie empfindlich oder vollends verderblich es auch den dadurch unmittelbar betroffenen Einzelnen seyn musste.
Wir erwähnen darum nur kurzlich: den Durchbruch eines einzig noch mangelhaft erfundenen Linthdamms gegen Tuggen, für das Linthwerk selbst nicht sehr schädlich, dass übrigens seine Kraft und Stärke auch in dieser ungewöhnlichen Wassergrösse neuerdings erprobt hat; die durch einen Bergschlipf zerrissene und unterbrochene Landstrasse von Horgen nach Zug, die vermuthlich für eine zweckmässigere und gesichertere Strassenanlage die Veranlassung wird; grosse Risse, die in der Nacht auf den 5. Nov. bey Krinau im Toggenburg etwa zehn Juchart Waldung gänzlich verdorben haben; grosse Nagelfluhblöcke, die dabey zum Vorschein kamen, werden einem Erdbeben, das man verspürt haben will, noch mehr als der Durchnässung zugeschrieben; nächst Sargans, bey Vild, hat ein bedeutsamer Erdrutsch vom Gonzenberg, ein Haus und Scheune sammt drey Menschen erdrückt; in Graubünden ereigneten sich mehrfache Erdschlipfe, und auch dort büsste, zwischen Saas und Küblis ein Mann mit mehreren Stücken Vieh, unter zerstörtem Haus und Stall das Leben ein.
Im Bernischen Amte Juterlachen war das ansehnliche Pfarrdorf Brienz mit Untergang bedroht. Am 3. Nov. gegen Abend hatte ein Erdschlipf den Abfluss der Gewässer in den See gehemmt; bey vierzig Jucharten gutes Land sind verschüttet und eine aus sechs Personen bestehende Haushaltung, die sich aus dem Einsturz drohenden Hause zu Schiffe retten wollte, gieng, mit Ausnahme der geretteten Mutter, in den tobenden Fluthen unter.
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Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

