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- Wie verlief der Felssturz? Welchen Weg nahmen die Sturzmassen?
- Welche Folgen hatte der Felssturz?
- War der «Erdschlipf» nicht eher eine Rutschung als ein Felssturz?
- Medienbericht zum Ereignis
Wie verlief der Felssturz? Welchen Weg nahmen die Sturzmassen?
Die Neue Zürcher Zeitung schreibt zum Ereignis: «Es war ein bedeutender Erdschlipf, der sich von dem Walde am Berge Beer losgerissen hatte und in eine Tiefe von mehr als 500 Klaftern in das Agrothal gestürzt war, wo sich eben über 50 Holzflösser, Italiener, Tessiner und Einheimische an der Arbeit befanden.» Berge Beer ist eine Felswand in der Nähe von Cauco, Agrothal ist die Val d’Agher.
Welche Folgen hatte der Felssturz?
Gemäss NZZ blieben von den 14 italienischen Flössern bloss zwei unversehrt. Drei wurden tot, die übrigen alle schwer verletzt und verstümmelt aus dem Schutte gezogen. Auch von den Tessinern wurden mehrere verwundet. «Die drei Todten, Jünglinge von 15, 20 und 23 Jahren, boten einen herzzerreissenden Anblick dar und wurden den 20. Nov. von einer unermesslichen Volksmenge zu Grabe begleitet.»
War der «Erdschlipf» nicht eher eine Rutschung als ein Felssturz?
Früher wurde der Begriff «Erdschlipf» häufig als ein anderes Wort für «Rutschung» verwendet.
Die NZZ schreibt: «Während des Gottesdienstes vernahm man daselbst ein schreckliches Getöse, das im ganzen Thal wiederhallte.» Bei Rutschungen kommt es selten zu einem Getöse, bei Felsstürzen jedoch fast immer. Deshalb ist davon auszugehen, dass es ein Felssturz war.
Nicht zuletzt spricht auch die Tatsache, dass sich die Holzflösser kaum mehr in Sicherheit bringen konnten, für einen Felssturz, der sich so rasch ausbreitete, dass ihnen keine Zeit mehr blieb, um zu flüchten. Offen bleibt, ob es vor dem Felssturz Steinschlag gab, der das Ereignis ankündigte – und wenn ja, warum die Flösser diese Vorwarnung nicht beachteten.
Medienbericht zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 101, 17. Dezember 1828
In der Gemeinde Cauco, im Calankerthale von Graubünden, ist (…) ein trauriges Ereignis vorgefallen, das zu den vielen nachteiligen Folgen der übeln Waldwirtschaft jener Gegend gehört.
Während des Gottesdienstes vernahm man daselbst ein schreckliches Getöse, das im ganzen Thal wiederhallte. Es war ein bedeutender Erdschlipf, der sich von dem Walde am Berge Beer losgerissen hatte und in eine Tiefe von mehr als 500 Klaftern in das Agrothal gestürzt war, wo sich eben über 50 Holzflösser, Italiener, Tessiner und Einheimische an der Arbeit befanden.
Von 14 Italienern blieben bloss zwei unversehrt, drei wurden todt, die übrigen alle schwer verletzt und verstümmelt aus dem Schutte gezogen; auch von den Tessinern wurden mehrere verwundet. Die drei Todten, Jünglinge von 15, 20 und 23 Jahren, boten einen herzzerreissenden Anblick dar und wurden den 20. Nov. von einer unermesslichen Volksmenge zu Grabe begleitet.
der Bericht in e-newspaperarchives
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

