1861: Felssturz in Murris (Wartau). Infolge der dadurch entstandenen Gefahr mussten 11 Familien den Wohnsitz verlegen; sie erhielten von der Kantonshilfskasse je Fr.200.
Quelle
Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. 1. Band, Bern, 1936.
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 128, 8. Mai 1861
St. Gallen. Gleich der Graubündner Ortschaft Felsberg steht das Dorf Murris in der Gemeinde Wartau, von 11 Familien, die ca. 50 Personen zählen, bewohnt, in Folge der Zerklüftung des sich steil darüber erhebenden kalkigen Majorberges in der Gefahr, verschüttet zu werden, und muss sich daher zur Uebersiedlung auf eine andere Baustelle entschliessen.
Dies zu ermöglichen, trat die Genossenversammlung Wartau die nöthigen Baustellen unentgeldlich ab, sicherte jeder Familie 134 Fr. als Bauunterstützung zu und beschloss, darüberhin jedem ortsbürgerlichen Bewohner von Murris vier Baumstämme als Bauholz auf dem Stocke anzuweisen. Der Kleine Rath seinerseits hat beschlossen, dass an jede der bedrohten 11 Familien behufs Ermöglichung der Uebersiedlung eine Unterstützung von 2200 Fr. aus der Kantonshülfskassa verabreicht werden soll.
Neues Tagblatt aus der östlichen Schweiz, 11. August 1861
Laut einem Berichte des Gemeinderathes von Wartau haben die von einem Bergsturze bedrohten 11 Haushaltungen in Murris ihre Wohnhäuser und Liegenschaften verlassen und ihre neugebauten Wohnungen in der Weite bezogen. Das Departement vom Armenwesen wird daher ermächtigt, die laut Beschluss vom 18. April d .J. an dieselben zugesicherten Unterstützungsbeiträge von je 200 Fr. an jede Haushaltung, im Ganzen also 2200 Fr., aus der Kantonshülfskasse zu verabreichen.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

