Am 9. März lösten sich am Kerenzerberg zwischen Mühlehorn und Wesen Geröll und grössere Steine und überführten die Bahnlinie in der Lichtung zwischen den beiden ersten Tunnel. Der Bahnwärter konnte den von Weesen kommenden Zug noch rechtzeitig zum Stehen bringen. Die Passagiere mussten die Unfallstelle mit einem Schleppschiff umsegeln.
Um Mitternacht gingen weitere Felsmassen auf das Ufer des Walensees nieder und rissen ein Haus, in dem die Bahnwärter wohnten, in den See hinaus. Menschen kamen dabei glücklicherweise keine zu Schaden.
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 69, 10. März 1869
Glarus. (Korr. vom 8. März.). Gestern Abend zwischen 4 und 5 Uhr lösten sich zwischen Mühlehorn und Wesen von den Höhen des Kernzerberges Geröll und einzelne grössere Steine und überführten die Bahnlinie in der Lichtung zwischen den beiden ersten Tunnel’s. Der Bahnwärter beeilte sich, den ersten Tunnel zu durchlaufen, um den soeben von Wesen abfahrenden Zug zu warnen und kam, Dank einer kleinen Verspätung des letztern gerade noch frühe genug.
Die Maschine konnte noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, und die Passagiere zürnten es nicht, die fatale Stelle, deren Gefahren sie soeben durch einen glücklichen Zufall entronnen, auf einem Schleppschiff umsegeln zu müssen. Soweit war also Alles gut abgelaufen. Aber es liess sich wohl erwarten, dass der „Bergesalte“ vom Kernzerberg heut oder morgen auf den sanften Nasenstüber einen unsanften Rippenstoss werde folgen lassen. Und wirklich erdröhnten in der Mitternachtsstunde die felsigen Ufer des Wallensee’s von dem Gepolter herabstürzender Felsstücke, welche dieselbe Stelle blokirten und ein Haus, das den Bahnwärtern zur Wohnung diente, in den Wellen des Sees begruben.
Natürlich war dasselbe vorher verlassen worden und so ist im Weitern kein anderes Unglück zu beklagen und, wie man versichert, abgesehen von einer Verkehrsstörung, auch keines mehr zu befürchten. Das ist nun innert 10 Monaten der zweite bedeutendere Bergsturz auf unsern zwölf Geviertmeilen. Hüben und drüben Alles wackelig. (…)
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 70, 11. März 1869
Vereinigte Schweizerbahnen. Der von uns gestern unter Glarus gemeldete Bergsturz am Wallensee hat die dortige Bahnlinie für ca. zehn Tage unterbrochen. Die Personen umfahren die Stelle, wo sich der Unfall ereignete, per Schiff, so dass für sie der Bahnbetrieb immerhin fortdauert; die Güter werden über St. Gallen befördert.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

