Der Bund, Band 21, Nummer 298, 29. Oktober 1870
Ueber Verheerungen im Kanton Glarus in Folge der letzten Regengüsse wird der „N. Glarn. Ztg.“ geschrieben: Durch die in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch eingetretenen Regengüsse sind einzelne Runsen im Grossthal dermassen über ihre Ufer getreten, dass die Landstrasse am Mittwoch Morgen nicht befahren werden konnte. Namentlich der Durnagel herwärts Linthal soll eine unheilvolle Macht ausgeübt und sowohl die Strasse als auch die umliegende Gegend hoch mit Schutt überführt haben.
Auch die Guppenruns ist nicht unthätig geblieben. Die letzten Sommer hindurch mit vielen Anstrengungen und beträchtlichem Kostenaufwand ausgeführten Arbeiten sind zum grössern Theile wieder vernichtet und einzelne der umliegenden Grundstücke sowie die Landstrasse mit Geröll stark überführt worden. Für Verbauung dieser Runs ist ab Seite der Behörde eine Korporation gebildet worden und es liegt gewiss im Interesse, wenn mit den vorgeschriebenen Verbauungsarbeiten nun unverzüglich begonnen wird.
Wie wir in Erfahrung bringen, ist auch in Rüti die sog. Priesternruns verheerend über ihre Ufer getreten; nicht nur allein mehrere Liegenschaften sollen stark gelitten haben, sondern auch die Wohnhäuser beträchtlich beschädigt worden sein. Ebenso hat die Altigerruns unterhalb Netstal ziemlichen Schaden verursacht und auf der Allmeind „Sack“, Gemeinde Glarus, wird die „Kellenruns“ Unheil verbreitet haben. Ebenso soll das Klönthal nicht verschont geblieben und namentlich die dortige Stellen vollständig unpraktikabel gemacht worden sein.
der Bericht in e-newspaperarchives
St. Galler Volksblatt, 5. November 1870






Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

