Erdbeben 1881 · SG

Das Erdbeben in der Region Gams, 1881

Wo (Epizentrum): Raum Gams Magnitude: 4.6 Stärkste Auswirkung (Intensität) des Erdbebens (im Epizentralgebiet): VI Intensität VI bedeutet: Das Beben wird von den meisten Personen innerhalb und ausserhalb von Gebäuden wahrgenommen. Viele Per

Wo (Epizentrum): Raum Gams

Magnitude: 4.6

Stärkste Auswirkung (Intensität) des Erdbebens (im Epizentralgebiet): VI

Intensität VI bedeutet: Das Beben wird von den meisten Personen innerhalb und ausserhalb von Gebäuden wahrgenommen. Viele Personen in Gebäuden erschrecken und flüchten nach draussen. Kleine Gegenstände fallen herunter. Leichte Schäden an normalen Gebäuden, so etwa Risse und Ausbrüche in Verputzen. zur Intensitätsskala

Zu welchen Auswirkungen führte das Beben?

Abbildung zu «Das Erdbeben in der Region Gams, 1881»

Diese Karte zeigt, wo das Beben welche Auswirkungen (Intensität) hatte. Im Epizentralbereich Sevelen-Buchs hatte es mit Intensität VI die stärksten Auswirkungen. Hier werden die Intensitätswerte erläutert. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst. zur interaktiven Version dieser Karte

Quellen

Bibliographie gemäss Erdbebenkatalog ECOS-09

  • Fetz, Johann Franz (1882): Leitfaden zur Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. Geschichte der alten St. Florinskapelle und der neuen Pfarrkirche zu Vaduz, Buchs, Liechtensteinische Landesbibliothek, VADUZ, ohne Signatur
  • Schorn, Joseph (1902): Die Erdbeben von Tirol und Voralberg, Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Voralberg, Innsbruck, ETH Bibliothek Zürich, ZUERICH, P 818 815:46
  • Schweizerische Erdbebenkommission (ed.), (1880-1962): Jahresberichte des Schweizerischen Erdbebendienstes, Schweizerischer Erdbebendienst Zürich, ZUERICH, ohne Signatur
  • Neue Zürcher Zeitung und Schweizerisches Handelsblatt, Zürich, 18.11. 1881, Nr. 321, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, Mikrofilm
  • Neue Zürcher Zeitung und Schweizerisches Handelsblatt, Zürich, 19.11. 1881, Nr.322, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, Mikrofilm
  • Neue Zürcher Zeitung und Schweizerisches Handelsblatt, Zürich, 20.11. 1881, Nr.323, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, Mikrofilm
  • St. Galler-Zeitung, St. Gallen, 22.11. 1881, 274, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, WA 52
  • St. Galler-Zeitung, St. Gallen, 19.11. 1881, Nr.272, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, WA 52
  • Tage-Blatt für den Kanton Schaffhausen / Tagblatt für den Kanton Schaffhausen, Schaffhausen, 19.11. 1881, Nr.273, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, WA 331
  • Bündnerisches Monatsblatt. Eine Zeitschrift für Erziehungs-, Armenwesen u. Volkswirthschaft, Chur, Friedrich Wassali, Ausgabe Okt-Dez 1881, Nr.10-12, Kantonsbibliothek Graubünden, CHUR, BZ 153
  • Bündner Tagblatt, Chur, Ausgabe vom 21. 11. 1181, Schweizerische Landesbibliothek, BERN, Zf 839
  • Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden’s. Neue Folge, L. Hitz, Chur, Vereinsjahr 1882/83, ETH Bibliothek Zürich, ZUERICH, P 8282 10-12
  • Vorarlberger Volksblatt, Bregenz, 11.11.1881, Vorarlberger Landesbibliothek Bregenz (A), BREGENZ, VZT 000 VVBla
  • Liechtensteiner Volksblatt, Vaduz und Schaan, Fr, 25.11.1881, Nr. 47, Liechtensteinische Landesbibliothek, VADUZ, FLLBkgFLZ H 22 KGSAkz: va/lbfl/L

Links

Medienberichte zum Ereignis

St. Galler Zeitung, 18. November 1881

St. Fiden, 18. November. Heute früh verspürte man hier ein ziemlich heftiges Erdbeben. Die Stösse, ich zählte deren zwei, kamen von Nordost nach Südwest und waren wellenförmig, so dass man im Bette geschaukelt wurde. Die Stösse waren so heftig, dass sich der mit Wasser gefüllte Krug im Lavoir bewegte und das Küchengeschirr klirrte. Das Erdbeben dauerte etwa eine schwache Sekunde und fand genau Morgens 4 Uhr 57 Minuten statt.

der Bericht in e-newspaperarchives

Neue Zürcher Zeitung, Nummer 322, 19. November 1881

Kleine Mittheilungen. Aus Weesen wird uns gemeldet: Heute (18. Nov.) Morgen 4 Uhr 55 Min. verspürte man hier von Westen nach Osten ein vier Sekunden anhaltendes, ziemlich starkes Erdbeben mit wellenförmigen Bewegungen. Aus Glarus wird uns geschrieben: Auch in Glarus wurde vorgestern, den 16. Nov., das Erdbeben früh 5 Uhr 10 Min. deutlich gespürt und heute, den 18. Nov., wieder Morgens zwei Minuten vor 5 Uhr, eine ganz bedeutende Erschütterung, welche die in Nord-Süd— Richtung stehenden Betten in gehöriges Rütteln, die in West-Ost-Richtung stehenden dagegen in’s Schaukeln brachte. Etwa zehn Minuten später folgte eine zweite, jedoch schwache Erschütterung nach. Aus Rorschach wird uns am 18. Nov. gemeldet: Heute früh 4 Uhr 49 Min. Erdbeben; Bewegung wellenförmig von Süden nach Norden in drei Stössen, ohne Geräusch.

der Bericht in e-newspaperarchives

St. Galler Zeitung, 19. November 1881

Ueber das gestrige Erdbeben sind uns folgende weitere, bestens verdankte Mittheilungen gemacht worden.

Berneck. Heute (18. November), Morgens ¼ vor 5 Uhr, ist hier ein ziemlich starker Erdstoss verspürt worden.

Alt St. Johann, 18. November. Heute Morgens spürten wir zwei sehr starke Erdstösse, den ersten stärkeren 10 Minuten, und den zweiten 3 Minuten vor 5 Uhr; sie schienen die Richtung von Nordwest nach Südost zu haben.

Alt St. Johann, 18. November. Letzte Nacht etwas vor 5 Uhr Morgens wurde hier ein Erdbeben verspürt. Der erste Stoss war ziemlich stark, mit deutlich fühlbaren Schwingungen und donnerähnlichem Getöse; die zwei darauf folgenden, in kurzen Zwischenräumen, waren bedeutend schärfer.

Ebnat. (Korrespondenz) Das Erdbeben vom 18. November Morgens ist auch im Toggenburg verspürt worden, und zwar in sehr merkbarer Weise. Zirka ¼ vor 5 Uhr ( genauer 10 Minuten vor 5 Uhr ) wurden zwei unmittelbar auf einander folgende Stösse bemerkt; ein dritter aber, bedeutend schwächerer, folgte einige Minuten vor 5 Uhr. Die Stösse machten sich als starkes Zittern geltend, kamen wahrscheinlich von Ost nach West und dauerten 1—2 Sekunden. Viele wollen, weil noch im Bette liegend, eine wiegende Bewegung an sich verspürt haben. Kasten und Bretter bewegten sich oder fielen um; Thüren und Fenster öffneten sich; zwei Hausmauern bekamen Risse. Am 16. d. wurde gleichzeitig, wie in St. Gallen, eine Erschütterung herrührend von vier kurzen Stössen bemerkt.

Degersheim, 18. November. Heute früh, 10 Minuten vor 5 Uhr, wurde in hier ein Erdbeben verspürt, von Süd nach Nord gehend und 5 Sekunden andauernd.

Flawil. Heute ( Freitag ) Morgens, 5 Minuten vor 5 Uhr, verspürte man im Dorfe, sowie auch in den Berggegenden unserer Gemeinde ein Erdbeben, das sich durch einen ziemlich heftigen Stoss von Osten nach Westen bemerkbar machte, welcher manchen festen Schläfer aus dem Schlummer weckte. Auch in Zürich, Hallau (hier laut einem Telegramm der „ Schweizer Grenzpost“ um 4 ¼ Uhr) und Glarus wurde das Erdbeben verspürt. Aus letzterem Orte wird von einem gewaltigen Krachen berichtet; manche Gegenstände wurden umgeworfen.

Sehr bemerklich hat sich das Erdbeben auch im Appenzellerlande gemacht. In Herisau vernahm man den Ton einer Kirchenglocke, Hausglocken schlugen an, ditto Zimmeruhren, Scheiterbeigen stürzten zusammen (ist auch in St. Gallen vorgekommen). Ein starkes Geräusch begleitete das Beben; die Natur desselben ist indes schwer zu qualifizieren. Auf uns machte dasselbe den Eindruck eines durchdringend raschen Windstosses oder auch den, als ob die Tapete mit ungeheurer Schnelligkeit von oben nach unten mit einem ganz scharfen Messer durchschnitten würde.

Der „Fr. Rhätier berichtet aus Chur: „Heute (18.) früh, 4 Uhr 53-55 Minuten wurde hier eine starke Erderschütterung mit vorangehendem donnerähnlichem Getöse gespürt. Von zwei Seiten wurde uns darüber bestens verdankte Meldung gemacht. Ein durch die Erschütterung Aufgeweckter glaubte, es wolle Jemand zur Thüre herein und rief: „Werda!“ Die Richtung meinte Einer unserer Gewährsmänner von Ost nach West bestimmen zu sollen, jedoch nicht gewiss.

der Bericht in e-newspaperarchives

Der Bund, Band 32, Nummer 319, 19. November 1881

Privat-Telegramme des „Bund“. Zürich, 18. d. Heute Morgen 4 Uhr 50 Minuten fanden hier drei starke Erdstösse statt. (…) St. Gallen, 18. d. Um 4 Uhr 50 Min. wurde hier ein heftiges Erdbeben mit drei Stössen wahrgenommen. Die Leute wachten auf, Häuser und Möbel wurden erschüttert. Ein gleicher Bericht kommt aus Ragatz.

der Bericht in e-newspaperarchives

Neue Zürcher Zeitung, Nummer 323, 20. November 1881

Am 18. November, früh 4 Uhr 52 bis 54 Minuten starke Erschütterung durch einen grossen Theil der Schweiz, wie es scheint besonders der Ostschweiz. In St. Gallen wurden fast alle aus dem Schlaf aufgeschreckt, leichtere Möbel verschoben. Im St. Galler Oberland war die Bewegung ebenfalls sehr stark, desgleichen im Kanton Glarus in Zürich schwächer, doch trübte sie Quellen in Riesbach.

Bis den 18. Abends sind aus dem mir zum Sammeln zugewiesenen Gebiete (Kantone St. Gallen, Appenzell, Glarus, Uri, Zürich) Beobachtungen eingegangen von: Zürich, Enge, Riesbach, Mönchaltorf, St. Gallen, Sargans, Trübbach, Haag, Wallenstadt, Mühlehorn, Glarus, Netstall, Rheineck, Wädensweil, Herisau, Wattwyl, Ragatz, Degersheim, Linthal, Ennenda, Schännis, Mels, Schwanden, Altstetten (St. Gallen), Kaltbrunn, Amsteg, Bühler, Lichtensteig; ferner von: Landquart, Egnach (Thurgau), Arth, Schaffhausen, Arbon. Der starken Haupterschütterung folgte etwa 5 Minuten später ein leises Zittern, an einzelnen Orten ein unterirdisches Getöse nach. An wieder anderen Orten wurden 3 Stösse in wenigen Minuten verspürt. Die Bewegung wird meistens als wellenförmig geschildert, die Stossrichtung verschieden angegeben. Nach einer Mittheilung soll am 18. schon 2 Uhr 40 Min. Nachts ein schwacher Stoss am Wallensee gefühlt worden sein.

der Bericht in e-newspaperarchives

Die Ostschweiz, 20. November 1881

Oberriet. (Korrespondenz.) Am Freitag Morgen gegen 5 Uhr wurde ein starkes, etwa 10 Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt; nach 5 Uhr erfolgte noch zweimal ein leichtes Zittern und Dröhnen der Erde.

Ragaz. (Korrespondenz.) Freitag Morgen. 10 Minuten vor 5 Uhr wurde in Ragaz ein Erdbeben verspürt. Der erste Stoss war ziemlich stark und einige Sekunden anhaltend; unser Haus gerieth bedeutend ins Schwanken, so dass wir im Bett wie in einer Wiege geschaukelt wurden; das Glasgeschirr im Kasten klirrte bedenklich, selbst der Haushund schreckte aus seiner Ruhe auf und fing zu bellen an.Der zweite Stoss war schwächer und weniger anhaltend, bestand eigentlich nur in einem schwachen Zittern der Erde.

Flums. (Korresp.) Heute, den 18. d., Morgens ¼ vor 5 Uhr. wurde hier ein Erdbeben verspürt, das zirka 4 Sekunden andauerte und mit einem Tosen begleitet war, wie wenn ein starker Wind die Wände und Häuser erzittern gemacht hätte. Bald darauf kam ein zweiter Stoss, jedoch leichter und kürzer. Viele erkannten sofort ein Erdbeben; Andere verliessen erschrocken die Ruhestätte.

Weesen. (Korrespondenz.) Am Freitag Morgen, 11 Minuten vor 5 Uhr, fand hier ein ziemlich heftiger Erdstoss — wellenförmig von Nord nach Süd — statt, einige Minuten später ein zweiter, aber bedeutend milderer. Der erste war so stark, dass die Bewohner aus ihrem Schlafe aufgeweckt und an den meisten Orten in den obern Theilen der Häuser ein Krachen wahrgenommen wurde. Die Betten wurden förmlich erschüttert.

der Bericht in e-newspaperarchives

Die Ostschweiz, 20. November 1881

Ueber das Erdbeben vom Freitag Morgen gehen aus den verschiedensten Kantonen Berichte ein. In unserm Kanton wurde dasselbe überall wahrgenommen; im Tablat wurden laut St G.-Z. verschiedene Geräthe umgeworfen, Spiegel und Porträts von den Wänden gerissen.

Mehrere Kinder wurden aus den Betten geworfen, Andere waren in grosser Angst, so dass sie in Schweiss geriethen. Im Bezirk Rorschach wurden die Erdstösse ebenfalls stark wahrgenommen; ebenso im Werdenberg und im Oberland. In Buchs seien die Leute vor Schrecken aus den Häusern gesprungen, in Gams seien zwei Kamine heruntergestürzt.

der Bericht in e-newspaperarchives

Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

Videos zum Thema

Alle 12 anzeigen →

Literatur zum Thema

Weitere Ereignisse dieser Art

  • Ein Erdbeben ist ein Ereignis, das aus einem Hauptbeben sowie zahlreichen schwächeren Nachbeben besteht.

    Erdbeben 2020 · GL

    2020 Erdbebenserien Elm GL

    Wo (Epizentren): Südwestlich von Elm Auf dieser Seite Was ist eine Erdbebenserie? Wann ereignete sich die Erdbebenserien? Wo lagen die Epizentren (Erdbebenherde)…

  • Ein Erdbeben ist ein Ereignis, das aus einem Hauptbeben sowie zahlreichen schwächeren Nachbeben besteht.

    Erdbeben 2013 · SG

    2013 Geothermieprojekt St. Gallen

    Wo (Epizentrum): im nahen Umfeld der Bohrung, die für das Geothermie-Projekt abgeteuft wurde. Standort des Bohrturms: Sittertobel , St. Gallen

  • Ein Erdbeben ist ein Ereignis, das aus einem Hauptbeben sowie zahlreichen schwächeren Nachbeben besteht.

    Erdbeben 2007 · GR

    2007-2009 Erdbebenserie Paspels GR

    Was ist eine Erdbebenserie?

Alle 20 anzeigen →