Geschäftsblatt für den obern Theil des Kantons Bern. Thun, Mittwoch, 18. Januar. Nr. 2, 1882
Glarus. Laut den „B. Nachr.“ lösten sich am 10. diess, Morgens 7 1/4 Uhr in der sogen. Rothrisi
ausserhalb Ennenda wieder eine Menge Felsen vom Berge ab und stürzten unter grossem Gekrach zu Thale. Dieselben beschädigten glücklicherweise weder Häuser noch Ställe, wohl aber einen jungen Wald, Wiesen und Obstbäume. Auch die dortige Strasse wurde neuerdings eine Strecke weit verschüttet und zerstört. Die Höhe des Sturzes von der Bruchstelle bis in die Thalebene beträgt ungefähr 300 Meter.
An gleicher Stelle ereignete sich schon im letzten Monat November ein kleinerer Felssturz und voraussichtlich werden noch mehrere nachfolgen, da an der Bruchstelle sich kein fester, mit dem Berge verwachsener Felsen vorfindet, sondern locker aufeinander geschichtete Blöcke zu Tage treten, die wahrscheinlich von einem vor Jahrhunderten stattgefundenen grösseren Bergsturz herrühren und in dieser Höhe liegen geblieben sind. Die Bruchstelle befindet sich ganz in der Nähe, wo sich der Kalk des „Schildes“ mit dem „Verucano“ des „Schaflagers“ befindet. Das herabgestürzte Material besteht aber ausschliesslich aus Verucano und zwar befinden sich Blöcke von 50 bis 60 Cubikmeter darunter.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

