Neue Zürcher Zeitung, Nummer 114, 24. April 1885
Unterhalb Ragnatsch, Gemeinde Mels (St. Gallen) droht ein zweiter „Risikopf“ einzustürzen. Nahe auf der Grenze nach Flums zu, neben dem durch den sogenannten Hagerbach gebildeten Tobel in einer Höhe von etwa tausend Metern befindet sich ein Felskegel von ungefähr dreihundert Meter Höhe und von ungeheurer Mächtigkeit.
Dieser Felskegel hat sich vom Berge nach und nach abgelöst, als ob er sich losreissen wollte, doch ist ihm dies schlecht bekommen. Letzten Dienstag ist bereits eine bedeutende Masse von demselben losgebrochen und thalabwärts gestürzt, wodurch eine grosse Strecke Buchenwald vollständig zugedeckt wurde. Der daherige Schaden ist ziemlich beträchtlich. Wenn der ganze Kegel auf einmal losbrechen sollte, so wären die unterhalb an der Landstrasse stehenden Häuser, die sogenannte „March“, in der grössten Gefahr.
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 131, 11. Mai 1885 Ausgabe 02
Der „gespaltene Berg“ bei der Alp Balfries, von welchem unlängst Felsstücke sich ablösten und unterhalb des Weilers Ragnatsch ins Seethal herabstürzten, will noch nicht zur Ruhe kommen; immer wieder, besonders bei regnerischem Wetter, brechen mehr oder weniger grosse Blöcke los und fallen zunächst auf die unten befindlichen steilen und zum Theil bewaldeten Abhänge herunter, von wo sie dann ins Tobel des Hagerbachs weiter rollen.
Die darin angehäuften Gesteins- und Schuttmassen dürften bei einer allfällig eintretenden Anschwellung des Bachs dem anliegenden Thalboden gefährlich werden. Der an der Waldung angerichtete Schaden ist ziemlich beträchtlich. Die nächsten Anwohner sind nicht ohne Besorgniss, dass noch Schlimmeres erfolgen könnte, weil der Berg einen sehr zerklüfteten Charakter zeigt.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

