Neue Zürcher Zeitung, Nummer 69, 9. März 1896 Ausgabe 02
Walenstadt, 9. März. K. Heute morgen um fünf Uhr löste sich in der Nähe des Bahnhofes eine grosse Erdmasse von einem Abhange und verschüttete eine kleine Fabrik, in welcher sich drei Männer befanden. Diese konnten bis jetzt noch nicht aufgefunden werden; man nimmt an, sie seien erstickt. Alle drei sind Familienväter.
Mühlehorn, 8. März. Heute morgen ereignete sich hier ein Erdrutsch und verschüttete den Fabrikbesitzer Dürsteler, einen etwa fünfundvierzigjährigen Mann, samt zwei Arbeitern, mit denen er mit der Beseitigung der letzte Nacht entstandenen Wasserschäden beschäftigt war.
Der Bahnzug erlitt bei Mühlehorn infolge des Rutsches einen Aufenthalt von zwanzig Minuten. Der Bruder des verunglückten Dürsteler erhielt von dem Unfall Kenntnis, während er sich auf der Fahrt zur Kantonsratssitzung in Zürich befand. Er reiste sofort nach Mühlehorn ab.
Glarus, 9. März. Von Samstag abend an hörte man bei starkem Regen unaufhörliches Lawinendonnern wie noch selten. Sie beförderten ungeheure Schnee- und Wassermassen.
In Mühlehorn wurde Fabrikant Dürsteler mit zwei andern von einem Erdschlipf verschüttet. Die gestrige Abendpost aus dem Sernfthal konnte nicht fahren, weil die Strasse unterbrochen war.
Neue Zürcher Nachrichten, Band 1, Nummer 22, 11. März 1896
Am Montag Morgen halb 5 Uhr erfolgte unweit Mühletal bei Mühlehorn am Wallensee ein grosser Erdschlipf, wobei 3 Personen verschüttet wurden. Fabrikant Dürsteler wollte mit zwei Arbeitern hinter dem Hause einem reissenden Bergbach wehren, als sie von dem Schlipf überrascht wurden. Seit morgens früh arbeitete Hilfsmannschaft an der Bergung der Verunglückten. — Vielerorts in der Umgegend und im St. Gallischen sind Lawinen niedergegangen und alle Bäche stark angeschwollen. — Die drei bei Mühlehorn verschütteten Familienväter hinterlassen 10 Kinder.
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

