„In unserem Kanton erfährt man von Wassersnot im 0berhalbstein (Mühlen) (Bündner Tagblatt v. 25. VIII., No. 198, 1911), besonders aber in Bad Alvaneu, wo in der Nacht vom 21./22. August der Schaftobelbach in Folge eines Schlagwetters am Piz Michel (3163 m ü.M.) sehr hoch ging, Schutt, Steine und Holz führte und im Albulabett ablagerte, den Fluss staute, so dass das Wasser nahe an die Badegebäude heranreichte und die anliegenden Felder mit Schutt überflutete.
Mit Mühe und Gefahr gelang es den Anstrengungen der nachbarlichen Feuerwehrmannschaften der Albula nach mehreren Tagen wieder freie Bahn zu schaffen. Das Holz, das herbeigeführt wurde, war meist solches, das vor zirka 50 Jahren von Holzhändlern geschlagen und im Tobel aufgerüstet worden war, aber liegen gelassen wurde, und so die Katastrophe noch schlimmer gestaltete.
Für kurze Zeit waren Telegraph, Telephon und elektrische Beleuchtung unterbrochen. Das Bachbett hat sich oberhalb der Stauung der Albula um zirka 2 Meter vertieft. Die Schuttmassen sind von sachverständiger Seite auf zirka 20,000 m3 geschätzt; was aber die Albula vor der gänzlichen Stauung weggeschwemmt haben mag, entzieht sich der Schätzung.“
Quelle
Naturchronik 1911. Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden. Band 54 (1912-1913)
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


