C. Coaz schreibt in seiner Chronik: “In der Nacht vom 23./24. sind zufolge rapider Schneeschmelze und dazu eintretenden Regens verschiedene Rüfen ausgebrochen, so in Trimmis die Dorfrüfe, und auf Gebiet von Ems die Mühletobelrüfe und die Valpargherarüfe. Ueber die beiden letzteren wird im „Bündner Tagblatt” berichtet:
„Am Sonntagmorgen (24.) ertönte in Ems die Sturmglocke. Das Hochwasser vom Mühletobel drohte die Ufer zu durchbrechen, wodurch besonders die grosse Ebene, Plarena genannt, in Gefahr stand, verschüttet zu werden. Das Albulawerk musste eine Zeitlang den Betrieb einstellen, da eine Stange, die im Ufer eingelassen ist, in Gefahr stand, unterspült zu werden.
Die ganze wehrfähige Mannschaft von Ems wurde aufgeboten. Während des ganzen Sonntags und der darauffolgenden Nacht bedurfte es anstrengender Arbeit, um die Gefahr abzuwenden. Die vor einigen Jahren mit grossem Kostenaufwande erstellten Wuhren sind an einigen Stellen beschädigt. Ein Durchbruch konnte aber vermieden werden.
Die durch den sog. „Schneck“ führende neue Wasserleitung ist am grossen Stein auf eine Distanz von ca. 20 Meter weggerissen worden. Wie es heisst, sollen auch bei der Quellenfassung in Valauta bedenkliche Erdschlipfe konstatiert worden sein. Da die neue Säge und Mühle in diesem Teil der Hydrantenleitung eingebaut ist, musste der Betrieb derselben eingestellt werden. Weitere Nachteile entstehen für das Dorf nicht, da die Hydranten zurzeit genügend durch die alte Leitung von Samon aus gespiesen werden.
Die Valparghera-Rüfe gegenüber Felsberg hatte sich ein neues Bett in der Richtung des Saluz’schen Stalles unter Saletg gegraben, einige Wiesen mit Steinen und Schlamm bedeckend. Bei der Landstrasse wurde ebenfalls einiger Schaden angerichtet, da das Wasser das Flussbett verlassen hat.“
Quelle
C. Coaz: Chronik für den Monat Mai 1914. Naturchronik. In: Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1914, Heft 6.
Letzte Bearbeitung: 16.12.2025, markus weidmann

