Neue Zürcher Zeitung, Nummer 15, 4. Januar 1916 Ausgabe 05
Felssturz an der Via Mala. Thusis, 4. Jan. Die Via Malastrasse wurde Sonntag nacht durch einen Felssturz auf sechzig Meter Länge unterhalb des verlornen Loches in die Tiefe gerissen. Trotz Mithilfe des Militärs dürfte der durchgehende Verkehr für mehrere Tage unmöglich ein. Am Montag mussten zahlreiche Privat- und Militärfuhrwerke in Unkenntnis des Vorfalles bei der Absturzstelle unfreiwillig Halt machen. Ein Glück ist, dass bei dem jetzigen intensiven Fuhrwerkverkehr der Absturz bei Nacht erfolgte, wo die Strasse verkehrsfrei war.
Bieler Tagblatt, Nummer 4, 6. Januar 1916
Über den Felssturz der Viamala wird der „Bt. Post“ noch geschrieben: Fachleute schätzen die abgestürzte Felsmasse auf 1500 bis 2000 Kubikmeter. In Thusis, wo man das Krachen der abstürzenden Massen wahrgenommen, hielt man dasselbe für ein kleines Erdbeben, da die Begleiterscheinungen die nämlichen waren.
Am Montag morgen wurde mit den Herstellungsarbeiten begonnen, wobei Militär (Sappeure und Infanteristen) die nicht ungefährlichen Räumungsarbeiten übernahmen. Der Wagenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Mai hofft, eine Notbrücke erstellen zu können, sodass die Post wieder durchfahren kann.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

