Steinschlag auf die Alp Lavtina, Gemeinde Mels. Eine Viehherde wurde getroffen, 19 Rinder, 9 Ziegen und 1 Schaf erschlagen. Der Nettoschaden betrug Fr. 11’491. Die Kantonshilfskasse berücksichtigte Fr. 5’228 und leistete daran Unterstützungen von 10 %, der Schweizerische Fonds Fr. 523. Schon am 27. Mai 1843 war es auf der Alp Lavtina zu einem Felssturz gekommen.
Quellen
- Elementarschäden und Versicherung. Studie des Rückversicherungsverbandes kantonal-schweizerischer Feuerversicherungsanstalten zur Förderung der Elementarschadenversicherungen. 1. Band, Bern, 1936
- Allgemeine Schweizer Zeitung, Band 15, Nummer 68, 8. Juni 1843
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 1203, 12. September 1918 Ausgabe 03
Felssturz auf eine Viehherde. Aus Mels im Kanton St. Gallen schreibt man uns: Am vergangenen Dienstag sind in der Alp Lavtina zwischen der Hütte im Untersäss und den Wasserfällen (Patöni) durch losgelöste abstürzende Felsen 18 Stück Rindvieh, zwei Ziegen und ein Schaf erschlagen worden, und eine Reihe weiterer Tiere wurde verletzt.
Zwei Hirten, die die Herde beaufsichtigten, blieben wie durch ein Wunder verschont. Wenige Minuten vorher passierte der Wildhüter die Stelle; er wäre beim Felssturz unrettbar verloren gewesen. Der Anblick der erschlagenen Tiere war furchtbar. Etliche waren, als Hilfe kam, noch am Leben; sie boten mit ihren abgeschlagenen Gliedern einen herzzerreissenden Anblick und mussten sofort abgetan werden. Von einer Ziege fand man nur noch den Kopf.
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 1204, 13. September 1918
Felssturz auf eine Viehherde. Zu dem im gestrigen Abendblatt gemeldeten Vorfall wird uns ferner geschrieben: Weisstannen. Jäh und ahnungslos wurde eine in der Alp Unter- Lavtina im Weisstannental weidende Viehherde von einer niederstürzenden Felsenmasse getroffen, wobei 18 wertvolle Rinder getötet wurden.
Schwerer Schaden trifft die von dieser Katastrophe betroffenen Viehbesitzer, meistens Kleinbauern aus Mels, Weisstannen und Wangs. Das vom Vorgang arg mitgenommene Fleisch wurde, da es der Armee nicht zugeführt werden konnte, durch die lokalen Viehversicherungsgesellschaften verwertet. Eine Besichtigung der Absturzstelle ergab die wenig tröstliche Tatsache, dass an der am Markstein gelegenen Absturzstelle noch weitere zwei Drittel des losgelösten Felsengebietes des Absturzes harren. Die Lage ist so unsicher, dass der Absturz jeden Augenblick erfolgen kann. Durch diese nicht abwendbare Gefährdung wird die Ausnützung der unterhalb liegenden Alpweide sehr erschwert.
Karten
Diese grauen Spuren in der Landschaft sind Relikte eines Felssturz-Ereignisses (möglicherweise das Ereignis von 1928). Die gestrichelten Linien in der Landschaft sind gut sichtbare Spuren von zwei Felsblöcken, die während des Felssturzes talwärts stürzten.
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

