Vom Hochwasser überrascht. Glarus, 3. August. Im Glarner Hinterland, das am Dienstagabend von einem heftigen Gewitter heimgesucht wurde, ist ein Autofahrer mit knapper Not dem Tod entronnen.
In dem Moment, da der Wagen eine Brücke in Rüti passierte, riss die jäh anschwellende Erlenruns den Brückenbau mit sich und warf das Auto gegen eine Mauer. Hätte der Wagen die Brücke auch nur eine Sekunde später passiert, so würden die mit grosser Wucht niederbrausenden Erd- und Schlammwogen das Gefährt unter sich begraben und zerfetzt haben. Die Gewalt des Geschiebestroms war ungeheuer: Etwa vierzig Arbeiter schaffen an der Wiederherstellung der stark beschädigten Strasse. Eine Notbrücke wurde aufgeschlagen.
Oberländer Tagblatt, Band 46, Nummer 181, 5. August 1922
Glarus. Unwetter. Im Linttal hat am Dienstag abend das über weite Gegenden der Schweiz niedergegangene wolkenbruchartige Gewitter ebenfalls arg gehaust. Ansehnliche Holztrümmer wurden von der Linth talwärts getragen, die vom Niedergang der Erlenruns bei Rüti herrührten.
Die Runs riss die Brücke bei der Landstrasse weg und überführte das Strassenbett zu beiden Seiten auf grosse Strecken meterhoch mit Schutt und Schlamm. Die Brücke wurde im Augenblick weggefegt, da eben noch ein Automobil mit zwei Insassen über sie gefahren war, der gewaltige Luftdruck warf den Wagen gegen eine Mauer, doch blieben seine Insassen unversehrt.
Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann


