Wo löste sich der Felssturz?
Die Abbruchstelle befand sich gemäss Berichterstattung im “Graubündner General-Anzeiger” in der Gratsenkung zwischen der Montalinspitze und den Zerfrauserköpfen. Der Abbruch war rund 50 Meter lang und 200 Meter tief; die Breite liess sich nicht mehr feststellen. Die Fallhöhe betrug ungefähr 900 Meter.
Welchen Auslöser hatte das Ereignis?
Auslöser des Felssturzes war gemäss Graubündner General-Anzeiger ein Erdbeben, das sich ein paar Tage zuvor ereignet hatte.
Welche Folgen hatte das Ereignis?
Durch die Felssturzmassen wurde das sogenannte “Lärcheck”, ein Felsgrat, der sich in der Sturzbahn befand, auf der Westseite gänzlich “wegrasiert”.
Weiter berichtet der “Graubündner General-Anzeiger”: „Im Scaläratobel drunten — das Tobel gabelt sich bekanntlich in seinem Hintergrunde in zwei Aeste, einer geht gegen das Feuerhörnli-Zerfrauserkopf hinauf, der andere gegen den Montalin — sieht’s ganz verändert aus. Dort, wo die beiden Tobel zusammentreffen, war früher eine ziemlich enge Schlucht, die nun ganz mit Schutt aufgefüllt ist und den Eindruck einer ebenen Fläche macht. Weitere Stürze stehen bevor, denn der Grat weist auf der Maladerser Seite bis ungefähr 30 Meter abwärts noch klaffende Risse und Löcher auf.”
Eine Schilderung des Ereignisses
Ein Bergsteiger sandte dem “Graubündner General-Anzeiger” folgende Schilderung des Ereignisses:“Der Absturz befindet sich gerade beim Anstieg zum Montalin, Richtung Scaläratobel. Infolge des kleinen Bebens in der Mittwochnacht hat sich nun ein dort gewesener Felskopf von seiner Unterlage losgelöst und ist mit vielen hundert Kubikmeter Schutt in die Tiefe gestürzt. Einen ganzen Komplex hat dann der Rutsch aus den Heubergen herausgerissen. Und noch jetzt sind ganze Berge von Material bereit zur Talfahrt.
Im hinterliegenden Grundstück haben sich grosse Spalten gebildet, die oben eine Spannweite von 4 bis 6 Meter haben und sehr in die Tiefe gehen. Der Sturz indessen hat verschiedene kleine Waldflächen kurz und klein geschlagen.
Die ganzen Waldflächen auf beiden Seiten des Tobels sind bis weit hinauf vom Schutt förmlich überzogen. Die Tannen scheinen tief verschneit zu sein, aber mit braunem Schnee, auf den Aesten ruhen ganze Fuder von Staub.
Der Maladerser Geisshirt sagte uns: Gerade wo der Sturz am schrecklichsten gehaust hat, am sogenannten Lärchenegg, befand sich der Lieblingsruheplatz der Gemsen aus dem Asyl. Nach seiner Meinung wird manches Grattier unter den Schuttmassen begraben liegen.”
Quellen: Medienberichte zum Ereignis
Graubündner General-Anzeiger, 17. September 1927
Ein Bergsteiger gibt noch folgende Schilderung vom Bergsturz am Montalin, die wir auch gerne hier anschliessen, weil sie eine Bestätigung unserer oben ausgesprochenen Vermutung ist: Der Absturz befindet sich gerade beim Anstieg zum Montalin, Richtung Scaläratobel.
Infolge des kleinen Bebens in der Mittwochnacht hat sich nun ein dort gewesener Felskopf von seiner Unterlage losgelöst und ist mit vielen hundert Kubikmeter Schutt in die Tiefe gestürzt. Einen ganzen Komplex hat dann der Rutsch aus den Heubergen herausgerissen. Und noch jetzt sind ganze Berge von Material bereit zur Talfahrt.
Im hinterliegenden Grundstück haben sich grosse Spalten gebildet, die oben eine Spannweite von 4 bis 6 Meter haben und sehr in die Tiefe gehen. Der Sturz indessen hat verschiedene kleine Waldflächen kurz und klein geschlagen. Die ganzen Waldflächen auf beiden Seiten des Tobels sind bis weit hinauf vom Schutt förmlich überzogen. Die Tannen scheinen tief verschneit zu sein, aber mit braunem Schnee, auf den Aesten ruhen ganze Fuder von Staub.
Der Maladerser Geisshirt sagte uns: Gerade wo der Sturz am schrecklichsten gehaust hat, am sog. Lärchenegg, befindet sich der Lieblingsruheplatz der Gemsen aus dem Asyl. Nach seiner Meinung wird manches Grattier unter den Schuttmassen begraben liegen.
der Bericht in e-newspaperarchives
Graubündner General-Anzeiger, 24. September 1927
Ueber den Bergsturz am Montalin wird dem „Fr. R.” noch geschrieben: Die Abbruchstelle befindet sich in der Gratsenkung zwischen der Montalinspitze und den Zerfrauserköpfen. Der Abbruch ist etwa 50 Meter lang und 200 Meter tief, die Breite lässt sich nicht mehr feststellen, die Fallhöhe beträgt zirka 900 Meter.
Die Wucht des Sturzes muss fürchterlich gewesen sein, indem das sogenannte Lärcheck, ein in der Sturzbahn liegender grosser Felsgrat, auf der Westseite ganz wegrasiert worden ist.
Im Scaläratobel drunten — das Tobel gabelt sich bekanntlich in seinem Hintergrunde in zwei Aeste, einer geht gegen das Feuerhörnli-Zerfrauserkopf hinauf, der andere gegen den Montalin — siehts ganz verändert aus. Dort, wo die beiden Tobel zusammentreffen, war früher eine ziemlich enge Schlucht, die nun ganz mit Schutt aufgefüllt ist und den Eindruck einer ebenen Fläche macht.
Weitere Stürze stehen bevor, denn der Grat weist auf der Maladerser Seite bis ungefähr 30 Meter abwärts noch klaffende Risse und Löcher auf.
der Bericht in e-newspaperarchives
Literatur
- Alfred Kreis:Der Felssturz vom 7./8. September 1927 am Montalin bei Chur und seine Registrierung auf den Erdbebenwarten Chur und Zürich. Verhandlungen der Schweiz. Naturforschenden Gesellschaft, Lausanne, 1928. II. Teil, S. 140. download
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

