Murgang 1930 · Kilchenstock, Teufen- und die Ätschrunse Richtung Linthal · GL

Murgänge am Kilchenstock, 1930

Infolge tagelang andauernder Regengüsse brachen am Kilchenstock bei Linthal zwei Runsen, die Teufen- und die Ätschrunse , los. Dieselben zerstörten die Verbauungen, weiterhin einen grösseren Waldkomplex und überführten im Tal Wiesen und Fel

Infolge tagelang andauernder Regengüsse brachen am Kilchenstock bei Linthal zwei Runsen, die Teufen- und die Ätschrunse, los. Dieselben zerstörten die Verbauungen, weiterhin einen grösseren Waldkomplex und überführten im Tal Wiesen und Felder meterhoch mit Schutt und Geröll.

Auch in Klönthal, Netstal, Näfels und Niederurnen entstanden infolge der anhaltenden Niederschläge Wasser- und Rutschungsschäden.

Quelle

  • Der Bund, Nr. 222 und 223, vom 14. und 15. Mai 1930;
  • Berner Tagwacht, Nr. 113, vom 16. Mai 1930.

Medienberichte zum Ereignis

Der Bund, Band 81, Nummer 222, 14. Mai 1930 Ausgabe 02

Felssturz am Kilchenstock. Linthal, 14. d. (Drathbericht des „Bund“.) Das ununterbrochene Regenwetter hat den Kilchenstock, an dem im November 1928 Felspartien abgestürzt sind, in Bewegung gesetzt. Im Laufe dieser Nacht ist ein grösserer Absturz erfolgt, der das rückwärtige Tal absperrt, so dass sich dort ein Stausee gebildet hat. Das Absturzmaterial wird nun in zwei Zügen abgetragen. Die Feuerwehr ist aufgeboten; da sie aber der Situation kaum Herr werden dürfte, wird mit einem Militäraufgebot gerechnet.

Der Bund, Band 81, Nummer 223, 15. Mai 1930

Im Glarnerland. Die Schuttlawinen bei Linthal. ag. Linthal, 14. d. Zu den Verheerungen am Kilchenstock ist weiter zu melden: Nach grossen Regengüssen in der Nacht zum Mittwoch ereigneten sich am Kilchenstock bei Linthal schädigende Murgänge. Die Teufenrunse übersäte die Wiesen nördlich von der alten katholischen Kirche mit Schutt und Schlamm und drang bis zur Landstrasse vor.

Die Aetschrunse, die etwa 150 Meter hinter der protestantischen Kirche den Talboden erreicht, durchbrach den Schuttfang und ergoss sich mit Schlamm und Gestein bis drei Meter hoch und zehn bis vierzig Meter breit über die Wiesen bis hinter dem Gasthof zum Raben und verwüstete einige schöne Ländereien. Von der Liegenschaft der evangelischen Kirchgemeinde ist nur ein kleiner Teil unversehrt geblieben.

Dank der Arbeit der Feuerwehren von Linthal und Umgebung ist es gelungen, den Schlammfluss von den Häusern im Gefahrenbereich abzuwenden. Weil ein Felskopf im Einzugsgebiet der Teufen- und der Aetschrunse infolge der in den letzten Tagen erfolgten Abbrüche unterhöhlt und sein Absturz nicht ausgeschlossen ist, hat der Gemeinderat auf Grund eines Augenscheins durch Forstorgane am Mittwoch abend beschlossen, die im Gefahrenbereich liegenden Häuser räumen zu lassen. Da der Felskopf Punkt E des Siegfriedatlasses aus schiefrigem Gestein besteht, liegt die Möglichkeit nahe, dass er beim Absturz zerschmettert.

Letzte Bearbeitung: 18.12.2025, markus weidmann

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