Wie verlief der Felssturz?
Um 11:45 Uhr lösten sich aus einer 400 Meter hohen Felswand rund 100’000 m3 Fels. Bei ihrem Aufprall am Fuss der Felswand rissen die Sturzmassen weitere 300’000 m3 lockeren Untergrund mit sich. Sie bewegten sich zuerst in südöstlicher Richtung, wurden dann aber durch zwei grosse Felsblöcke abgelenkt. Sie wandten sich nach Süden und kamen nach rund 500 Metern zum Stehen. Die gesamte Fläche der Felssturz-Ablagerungen betrug rund 20 Hektaren.
Auf Fotos, die während dem Ereignis aufgenommen wurden, ist ein grosser Felsblock zu erkennen.
Aufgrund der Fotos konnte man berechnen, dass sich der Block mit rund 25 Metern pro Sekunde ausbreitete -das sind 125 km/h. Modellrechnungen ergaben eine maximale Geschwindigkeit von 200 km/h.


Wie lange dauerte das Ereignis?
Rund 60 bis 70 Sekunden.
Welche Auswirkungen hatte der Felssturz?
Am östlichen Ende von Fidaz, oberhalb der Strasse nach Bargis, stand das Kinderheim «Sunnehüsli». Dieses wurde von den sich ausbreitenden Sturzmassen erfasst und zerstört. 18 der 29 Bewohner (5 Erwachsene und 13 Kinder) kamen ums Leben. Drei Kinder konnten (beinahe unversehrt) aus den Trümmermassen geborgen werden. Fünf Opfer wurden trotz grösster Anstrengungen nicht aufgefunden.
Der Felssturz zerstörte im weiteren einen Viehstall sowie eine Maiensässhütte. Zudem vernichtete er 10 Hektaren Wald und verschüttete 17 Hektaren Wiesland.

Quelle: ETH Bildarchiv
Gab es Vorzeichen?
Ja. Gegen 11:40 Uhr brachen kleinere Felspartien los.
Was erinnert heute noch an den Felssturz?
Am Standort des Heims wurde am westlichen Rand des Trümmerfeldes eine Gedenkstätte errichtet. Im weiteren wurde ein Grossteil der Felssturz-Ablagerungen aufgeforstet.

Quellen
- Niederer, J.: Der Felssturz am Flimserstein. Fidaz, am 10. April 1939. Separatdruck aus dem Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubündens, 1939/40, LXXVII. Band. Chur, 1940 download
Literatur
- Vendelin Cabernard, Markus Stoffel, Michel Monbaron: Der Fidazer Felssturz von 1939: Analyse & Simulation. Publikation zur Jahrestagung der SGMG 2004 in Erstfeld. download
- Bericht der Schweizer Illustrierte Zeitung zum Ereignis. Nr 16 / 1939 download
Links
Wikipedia: Der Felssturz von Fidaz (Anmerkung: In Wikipedia wird das Ereignis als Bergsturz bezeichnet. Dies trifft nicht zu, denn das Volumen von Bergstürzen ist gemäss Definition grösser als eine Million m3).
Fotos
Foto-Dokumentation Felssturz Fidaz 1939. download
Medienberichte
Berichte in e-newspaperarchives
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann

