Gerhard Röthlisberger schreibt in seiner „Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz“:
1953, Ende Juni. Wolkenbruchartige Regenfälle führten in der Nordost- und Zentralschweiz zu bedeutenden Wasserschäden. Die Hochwasserstände erreichten teilweise diejenigen vom Juni 1910. Die am stärksten beregneten Gebiete erstreckten sich vom unteren Walensee über die Linthebene bis ins Zürcher Oberland. Ein weiterer Gewitterherd wütete über der Pilatusregion und der Stadt Luzern. In der Linthebene wurden innert zwei Stunden 105,8 mm Niederschlag gemessen.
Quelle
Röthlisberger, Gerhard: Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz. Berichte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Nr. 330, 1991.
Literatur
Walser, E.: Das Hochwasser in der Zentral- und Nordostschweiz Ende Juni 1953. Wasser- und Energiewirtschaft, Band 45 (1953), Heft 10. download
Medienberichte zum Ereignis
Neue Zürcher Nachrichten, Band 49, Nummer 147, 27. Juni 1953
Hochwasser in Walenstadt. Seit Donnerstagabend regnet es unaufhörlich in Strömen. Die Seez führt Hochwasser und ist bereits an einigen Stellen über die Ufer getreten. Der Schiessplatz Hacken der Schiessschule Walenstadt ist teilweise überschwemmt. Die Ortsfeuerwehr, die Betriebsfeuerwehr des eidgenössischen Zeughauses und das Zeigerpersonal der Schiessschule sind alarmiert worden. Da auch der Entsumpfungskanal Hochwasser führt, werden die Seitenbäche, die Geschiebe mitführen, gestaut.
der Bericht in e-newspaperarchives
Neue Zürcher Nachrichten, Nummer 148, 29. Juni 1953 Ausgabe 02
Der Walensee sinkt wieder. Walenstadt. Da der Regen aufgehört hat sind die ziegelroten Fluten der Seez zurückgegangen. Seit Freitagmittag ist der Wasserspiegel des Flusses um einen Meter gesunken. Damit ist die akute Gefahr für den Waffenplatz Paschgen der Schiessschule sowie für die umliegenden Bauerngehöfte vorläufig vorbei. Die neue Tankbahn ist mit Schutt und Schlamm verschüttet. Aus den Ställen musste das Vieh evakuiert werden. Die Scheibenbahn, das Motorenhaus und zwei Schiesstände der Schiesschule wurden unter Wasser gesetzt.
Der Spiegel des Walensees ist vom Donnerstagmorgen bis Samstagnachmittag um 190 cm gestiegen und hat eine Höhe erreicht, wie sie seit 1910 nie mehr beobachtet werden konnte. Im Weisstannental sind zwei Rüfen niedergegangen, so dass der Postautoverkehr unterbrochen wurde: Aus dem Tal kommen gewaltige Holzmassen, die durch die Seez ihren Lauf in den Walensee nehmen. Auch Kühe und Schafe wurden beobachtet, die bis in den See hinaus getragen wurden und dort ihr nasses Grab fanden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Letzte Bearbeitung: 21.12.2025, markus weidmann

