Wo (Epizentrum): Raum Glarus
Magnitude: 4.9
Stärkste Auswirkung (Intensität) des Erdbebens (im Epizentralgebiet): VI
Intensität VI bedeutet: Das Beben wird von den meisten Personen innerhalb und ausserhalb von Gebäuden wahrgenommen. Viele Personen in Gebäuden erschrecken und flüchten nach draussen. Kleine Gegenstände fallen herunter. Leichte Schäden an normalen Gebäuden, so etwa Risse und Ausbrüche in Verputzen. zur Intensitätsskala
Im Kanton Glarus ist dies das einzige bekannte Schadenbeben.
Wo führte das Erdbeben zu welchen Auswirkungen?
Es wurde in der ganzen Ostschweiz, im Mittelland und im Tessin leicht verspürt. Gebäudeschäden entstanden nicht nur in der Epizentralregion, sondern auch in den angrenzenden Kantonen, vor allem in Graubünden.
Im Kanton Glarus wurden Gebäude beschädigt. Insbesondere kam es zu Schäden an Kaminen. Im Kanton Uri wurden Gebäude beschädigt. In Davos klirrten Fensterscheiben, ächzten Türen in den Angeln und Bilder an den Wänden schwankten. In Zug schüttelte es Gegenstände von den Regalen.
Die “Tat” berichtete am 30. September 1971 zu den Auswirkungen im Kanton Glarus: “Ein Angestellter der Gemeindeverwaltung Glarus wollte gerade seine Wohnung verlassen, um sich an seine Arbeitsstelle zu begeben, als er einen explosionsartigen Lärm vernahm. Das ganze Haus sei erschüttert worden. Der Mann nahm zuerst an, dass der Zentralheizungsbrenner explodiert sei oder dass sich wie vor zwei Jahren eine Gasflaschen-Explosion ereignet habe. Als er jedoch sah, dass sieh aus den umliegenden Häusern zahlreiche Einwohner fluchtartig auf die Strasse begaben, habe er begriffen, dass es sich um ein Erdbeben handeln musste.
Viele Hausdächer hätten einen grotesken Anblick geboten, da zahlreiche Kamine auf die Strasse gefallen seien. Auch Hausdach-Ziegel seien vereinzelt auf die Strassen gefallen. Einzelne Hauswände würden Risse aufweisen. In geschlossenen Räumen und in Schaufenstern seien verschiedene Gegenstände umgefallen.
Ein weiterer Augenzeuge befand sich zum Zeitpunkt des Bebens im dritten Stock des Kantonalbank-Neubaus, einem massiven Beton-Gebäude. Das ganze Haus sei während einigen Sekunden hin und her gewackelt.
Ein Einwohner von Glarus konnte beobachten, wie ein 50 Kilogramm schwerer Kaminhut auf die Strasse fiel. Trotz der zahlreichen heruntergefallenen Kamine und Ziegel sind bis zur Stunde keine Verletzten gemeldet worden.”

Diese Karte zeigt, wo das Beben welche Auswirkungen (Intensität) hatte. Im Epizentralbereich Glarus hatte es mit Intensität VI die stärksten Auswirkungen. Hier werden die Intensitätswerte erläutert. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst. zur interaktiven Karte
Quellen
Das Glarus 1971 Erdbeben im Erdbebenkatalog ECOS-09 (Earthquake Catalog of Switzerland 2009)
- Schweizerischer Erdbebendienst
- Die Tat, 30. September 1971
http://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=DTT19710930-01.2.5
http://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=DTT19710930-01.2.98
Bibliographie gemäss Erdbebenkatalog ECOS-09
- Glarner Nachrichten, 29.9.1971, Schweizerische Landesbibliothek, BERN, Zf 1014
- Glarner Nachrichten, 30.9.1971, Schweizerische Landesbibliothek, BERN, Zf 1014
- Glarner Nachrichten, Schweizerische Landesbibliothek, BERN, Zf 1014
- Tages Anzeiger für Stadt und Kanton Zürich. Unparteische Zeitung für Jedermann und Haupt-Insertionsorgan für die ganze deutsche Schweiz, Zürich, TA Media, 30.9.1971, Zentralbibliothek Zürich, ZUERICH, UZ 31 (+Jg.); Mikrofilm
Links
- Erdbebenkatalog ECOS-09 (Earthquake Catalog of Switzerland 2009)
- Schweizerischer Erdbebendienst
Medienberichte zum Erdbeben
Neue Zürcher Nachrichten, Band 67, Nummer 228, 30. September 1971
Erdbeben in der Innerschweiz. (upi) In der Gegend der Innerschweiz wurde am Mittwoch, um 8.19 Uhr, vom Schweizerischen Erdbebendienst in Zürich ein starkes Erdbeben registriert. Wie der Erdbebendienst Weiter bekanntgab, lag der Herd des Bebens vermutlich in den Alpen der Kantone Uri und Glarus.
Auf der Registrierskala wurde bei den Erdstössen «Rosse-Forel fünf» gemessen, das entspricht einer starken Erderschütterung. Nach den Angaben der Kantonspolizei Schwyz soll ein Wohnhaus beschädigt worden sein. Der Gips des betreffenden Hauses ging durch die Erdbewegungen in Brüche.
Bei der Kantonspolizei Luzern, wo die Erdstösse ebenfalls verspürt wurden, waren keine Meldungen über Schadenfälle eingegangen. Auch die Kantonspolizei Zug konnte keine Schadenmitteilungen verzeichnen, obwohl auch da das Beben von der Bevölkerung registriert wurde. Von der Kantonspolizei Glarus war zu erfahren, dass verschiedene Kamine durch die Erdbewegungen beschädigt und Gipsschäden in Wohnhäusern gemeldet wurden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Neue Zürcher Zeitung, Nummer 454, 30. September 1971
Erdbeben in der Innerschweiz und im Bündnerland. Zürich, 29. Sept, (sda) Ein starkes Erdbeben hat am Mittwoch morgen weite Teile der Ost- und Zentralschweiz erschüttert. Der Herd des um 8 Uhr 19 registrierten Bebens lag, nach einer Mitteilung des Schweizerischen Erdbebendienstes, im Alpengebiet der Kantone Uri und Glarus.
In Glarus wurden an Kaminen Schäden festgestellt, und im Kanton Schwyz erlitten Hausmauern Risse. Der heftige Erdstoss wurde auch im Bündnerland wahrgenommen. In Chur sind die Häuser wie von einem Ueberschallknall erschüttert worden. Auch in Davos wurden deutliche Erdstösse registriert. Fensterscheiben klirrten, Türen ächzten in den Angeln, und die Bilder schwankten an den Wänden. Der Schweizerische Erdbebendienst bittet, ihm Wahrnehmungen schriftlich mitzuteilen (Postfach 266, 8049 Zürich).
der Bericht in e-newspaperarchives
Berner Tagwacht, Band 79, Nummer 228, 30. September 1971
Starkes Erdbeben verursacht Kaminschäden und Hausrisse. Ein starkes Erdbeben hat am Mittwochmorgen weile Teile der Ost- und Zentralschweiz erschüttert. Der Herd des Bebens lag, nach einer Mitteilung des schweizerischen Erdbebendienstes, im Alpengebiet der Kantone Uri und Glarus. In Glarus wurden an Kaminen Schäden festgestellt, und im Kanton Schwyz erlitten Hausmauern Risse.
der Bericht in e-newspaperarchives
Die Tat, 30. September 1971
Erdbeben in der Ost- und Zentralschweiz. Am Mittwochmorgen wurde in weiten Teilen der Ost- und der Zentralschweiz ein ziemlich heftiges Erdbeben registriert. Zwar ist das Ausmass der Schäden noch nicht bekannt, doch wurden an zahlreichen Häusern Risse festgestellt. Lesen Sie unsere Augenzeugenberichte auf der Seite «Aktuell».
In der Ost- und Zentral-Schweiz bebte die Erde. Ein starkes Erdbeben hat am Mittwochmorgen weite Teile der Ost- und Zentralschweiz erschüttert. Der Herd des um 8.19 Uhr registrierten Bebens lag nach einer Mitteilung des Schweizerischen Erdbebendienstes im Alpengebiet der Kantone Uri und Glarus.
In beiden Kantonen wurden zahlreiche Häuser beschädigt. Ein Angestellter der Gemeindeverwaltung Glarus wollte gerade seine Wohnung verlassen, um sich an seine Arbeitsstelle zu begeben, als er einen explosionsartigen Lärm vernahm. Das ganze Haus sei erschüttert worden. Der Mann nahm zuerst an, dass der Zentralheizungsbrenner explodiert sei oder dass sich wie vor zwei Jahren eine Gasflaschen-Explosion ereignet habe. Als er jedoch sah, dass sich aus den umliegenden Häusern zahlreiche Einwohner fluchtartig aul die Strasse begaben, habe er begriffen, dass es sich um ein Erdbeben handeln musste.
Viele Hausdächer hätten einen grotesken Anblick geboten, da zahlreiche Kamine auf die Strasse gefallen seien.
Auch Hausdach-Ziegel seien vereinzelt auf die Strassen gefallen. Einzelne Hauswände würden Risse aufweisen. In geschlossenen Räumen und in Schaufenstern seien verschiedene Gegenstände umgefallen.
Ein weiterer Augenzeuge befand sich zum Zeitpunkt des Bebens im dritten Stock des Kantonalbank-Neubaus, einem massiven Beton-Gebäude. Das ganze Haus sei während einigen Sekunden hin und her gewackelt. Ein Einwohner von Glarus konnte beobachten, wie ein 50 Kilogramm schwerer Kaminhut auf die Strasse fiel. Trotz der zahlreichen heruntergefallenen Kamine und Ziegel sind bis zur Stunde keine Verletzten gemeldet worden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Freiburger Nachrichten, 30. September 1971
Starkes Erdbeben in der Schweiz. Ein starkes Erdbeben hat gestern früh weite Teile der Ost- und Zentralschweiz erschüttert. In Glarus wurden an Kaminen Schäden festgestellt, und im Kanton Schwyz erlitten Hausmauern Risse. Der heftige Erdstoss wurde auch im Bündnerland wahrgenommen. In Chur sind die Häuser wie von einem Ueberschallknall erschüttert worden. Auch in Davos wurden deutliche Erdstösse registriert. Fensterscheiben klirrten, Türen ächzten in den Angeln und die Bilder schwankten an den Wänden.
Das Erdbeben, das am Mittwochmorgen die Schweiz erschüttert hat, ist vom Observatorium Neuenburg registriert worden. Von dort war zu vernehmen, dass sich das Epizentrum in der Zentralschweiz in der Region des Klausenpasses befunden hat. Sogar aus Basel trafen aus verschiedenen Quartieren, namentlich aus Hochhäusern, Meldungen ein, dass Lampen schaukelten und Fenster klirren.
der Bericht in e-newspaperarchives
Walliser Bote, 30. September 1971
Starkes Erdbeben in der Innerschweiz Zürich / Luzern / Zug. In der Gegend der Innerschweiz wurde am Mittwoch um 08. 19 Uhr, vom schweizerischen Erdbebendienst in Zürich ein starkes Erdbeben registriert. Wie der Erdbebendienst weiter bekanntgab, lag der Herd des Bebens vermutlich in den Alpen der Kantone Uri und Glarus. Auf der Registrierskala wurde bei den Erdstössen «Rosse-Forel Fünf» gemessen, das entspricht einer starken Erderschütterung.
Nach den Angaben der Kantonspolizei Schwyz soll ein Wohnhaus beschädigt worden sein. Der Gips des betreffenden Hauses ging durch die Erdbewegungen in Brüche. Bei der Kantonspolizei Luzern, wo die Erdstösse ebenfalls verspürt wurden, waren keine Meldungen über Schadenfälle eingegangen. Auch die Kantonspolizei Zug konnte keine Schadenmitteilungen verzeichnen, obwohl auch da das Beben von der Bevölkerung registriert wurde. Von der Kantonspolizei Glarus war zu erfahren, dass verschiedene Kamine durch die Erdbewegungen beschädigt und Glpsschäden in Wohnhäusern gemeldet wurden.
der Bericht in e-newspaperarchives
Der Bund, Band 122, Nummer 228, 30. September 1971
Kaminschäden und Hausrisse. Starkes Erdbeben in Ost- und Zentralschweiz. sda. Ein starkes Erdbeben hat am Mittwochmorgen weite Teile der Ost- und Zentralschweiz erschüttert. Der Herd des um 8.19 Uhr registrierten Bebens lag nach einer Mitteilung des schweizerischen Erdbebendienstes im Alpengebiet der Kantone Uri und Glarus. In Glarus wurden an Kaminen Schäden festgestellt und im Kanton Schwyz erlitten Hausmauern Risse. Der schweizerische Erdbebendienst bittet ihm Wahrnehmungen schriftlich mitzuteilen (Postfach 266 8049 Zürich).
Das Erdbeben ist vom Observatorium Neuenburg registriert worden. Von dort war zu vernehmen dass sich das Epizentrum in der Zentralschweiz in der Region des Klausenpasses befunden hat. Das Erdbeben war in der ganzen Schweiz bemerkt worden und hatte in einzelnen Teilen so beispielsweise in Zug Gegenstände von den Regalen geschüttelt. Auch in Bern verspürt. Wie wir von Spitalinsassen oberhalb des Altenberggebietes erfahren, wurde das Erdbeben ebenfalls verspürt. Es bewegten sich Betten, Blumenvasen und andere Gegenstände.
der Bericht in e-newspaperarchives
Engadiner Post, Band 78, Nummer 113, 2. Oktober 1971
Bündner Notizen. Erdbeben auch im Bündnerland verspürt. Der heftige Erdstoss, der vielenorts in der Ost- und Zentralschweiz am Mittwochmorgen um 8 Uhr 19 verspürt worden ist, wurde auch im Bündnerland wahrgenommen. In Chur sind die Häuser wie von einem Ueberschallknall erschüttert worden. Auch in Davos wurden deutliche Erdstösse registriert. Fensterscheiben klirrten, Türen ächzten in den Angeln und die Bilder an den Wänden schwankten.
der Bericht in e-newspaperarchives
Letzte Bearbeitung: 17.12.2025, markus weidmann
